Erfolgsprinzipien

Erfolg hat meistens System

Ralf Senftleben • 19.02.2009 • email Weiterempfehlen

Wenn Unternehmen über längere Zeit erfolgreich sind, dann ist das selten Zufall. Viel öfter steckt hinter dem Erfolg ein System, also festdefinierte Verfahrensweisen, die wiederholt werden, wieder und wieder.

Wenn Sie zum Beispiel den Newsletter unseres Unternehmens “Zeit zu leben” nehmen. Da sieht das System so aus:

  1. Meine Frau und ich schreiben jede Woche Tipps, Artikel, Buchbesprechungen.

  2. Aus den Beiträgen erstellen wir dann den HTML-Newsletter, in einem fest definierten Format und zwischen den Beiträgen werben wir für unsere Produkte.

  3. Wir verschicken den Newsletter jede Woche am Sonntag um 10:00 Uhr, unsere Leserinnen und Leser schauen sich den Newsletter an, klicken auf die Werbung und ein bestimmter Prozentsatz der Klickenden kauft ein Produkt.

Und als Ergebnis kommen jeden Sonntag und an den kommenden Tagen Bestellungen im Wert zwischen X und Y EUR herein.

Das ist grob vereinfacht eines unserer Marketing-Systeme und dieses System bringt uns verlässlich Umsatz und gibt unserem Geschäft eine gewisse Stabilität. Wir feintunen dieses System zwar immer weiter, aber das Grundprinzip verfolgen wir schon erfolgreich seit über 10 Jahren.

Das schöne an solchen Systemen ist, dass diese kontinuierlich Ergebnisse liefern, wenn sie erst einmal eingespielt sind. Themen wie Selbstdisziplin oder andere menschlichen Engpässe treten bei einem festdefinierten System in den Hintergrund. Wir müssen uns nicht immer wieder dazu aufraffen, eine Akquise-Aktion durchzuführen oder uns neue Marketing-Ideen auszudenken. Wir brauchen auch keine besonders kreativen Ideen. Wir machen einfach immer wieder das Gleiche und es bringt nahezu immer die gleichen Ergebnisse, Woche für Woche. Wir tun einfach ganz systematisch mehr von dem, was bereits funktioniert.

Erfolg hat nach meiner Erfahrung meistens System. Wenn also etwas in Ihrem Business besonders gut funktioniert, dann machen Sie doch ein System daraus, damit Sie nicht nur einmal davon profitieren, sondern immer wieder. Und wenn etwas erst einmal systematisiert ist, kann man dafür sogar Mitarbeiter einstellen oder Freiberufler beschäftigen, die das System mit Leben füllen. Dann werden Sie vom Selbstständigen zum Unternehmer.

Das setzt natürlich voraus, dass Sie bereits Vorgehensweisen herausgefunden haben, die zu den Ergebnissen führen, die Sie anstreben. Also zum Beispiel profitable Marketingmöglichkeiten. Um diese zu finden, müssen wir oft experimentieren. Aber wenn Sie auf eine Goldader gestoßen sind, bleiben Sie dabei und machen Sie ein System draus.

 

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Anmerkungen & Kommentare

Von: Monika Birkner am 20.02.2009
Hallo Herr Senftleben,

gerade für Einzelkämpfer ist ein System im von Ihnen beschriebenen Sinne eine wesentliche Voraussetzung, um überhaupt zum Unternehmer werden zu können.

Ansonsten besteht die Gefahr, sich im kleinteiligen Tun zu verzetteln und vor allem bei jeder Aktion wieder neu anzufangen, darüber nachzudenken, was alles zu tun ist und wie die einzelnen Schritte aufeinander folgen. Mit Hilfe eines Systems kann man seine Ressourcen kräftesparender einsetzen.

Der Begriff "System" mag vielleicht manche abschrecken, weil sie dahinter etwas ganz Großes vermuten. Doch man kann ein System ja langsam entstehen lassen. Eine einfache Checkliste kann zum Start schon ausreichen und nach und nach baut man dann alles Weitere aus.
Von: Elisabeth am 24.02.2009
Danke für diesen wichtigen Kommentar, ich überlege mir gerade, wo sich meine Goldader versteckt hält. Wer ein System hat, braucht weniger Selbstdiziplin, ein besonders wichtiger Gedanke, wenn man sich nicht immerzu zu allem aufraffen muss, sondern einfach seinen Gewohnheiten folgt.
Von: Ralf Senftleben am 26.02.2009
Hallo Frau Birkner, ganz genau. Wer Unternehmer werden will (im Gegensatz zum Selbstständigen) der braucht Systeme (oder extrem fähige Mitarbeiter), damit Erfolg wiederholbar ist.

Ich versuche da seit Jahren immer mehr die Idee von Michael Gerber (Autor von "The E-Myth") umzusetzen, am eigenen Unternehmen zu arbeiten, statt im eigenen Unternehmen. Das ist aber gar nicht so einfach. Ich habe es jedenfalls noch nicht 100%-ig hinbekommen, und arbeite noch viel zu häufig inhaltlich, statt prozessorientiert. Aber ich hoffe, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

Und es stimmt auch, dass System für viele eher negativ besetzt ist. Klingt nach Langeweile, Pflicht und wenig Spaß. Für mich allerdings nicht. Für mich klingt System nach Freiheit grin
Von: Ralf Senftleben am 26.02.2009
Elisabeth, darin liegt für mich tatsächlich der größte Gewinn von Systemen. Das die Dinge quasi automatisch erledigt werden, die erledigt werden müssen. Das klappt am besten, wenn man selbst nicht für das Ausfüllen eines Systems verantwortlich ist und das System nicht von der eigenen Selbstdisziplin abhängt.

Die große Frage hier ist für mich:

Wie kann ich sicherstellen, dass die wichtigen, erfolgbringenden Dinge trotzdem regelmäßig erledigt werden, selbst wenn ich z. B. keine Lust habe oder im Urlaub bin?
Von: Monika Birkner am 27.02.2009
Hallo Herr Senftleben,
System mit Freiheit zu assoziieren - schon den Gedanken daran finde ich befreiend.

Was Michael E. Gerber betrifft: Seine Idee ist bestechend - und dazu noch so wundervoll prägnant formuliert. Doch die Umsetzung dauert auch bei mir noch an. Doch schon diese Perspektive zu haben, finde ich extrem hilfreich.
Von: Heike Thormann am 27.02.2009
Ein System macht frei, wenn man es sich selbst schaffen kann. Ein System macht unfrei, wenn es einem aufgezwungen wird.

Egal, ob in Wirtschaft, Gesellschaft oder ganz privat.

Und ich geh jetzt Kaffee trinken. Das habe ich mir freiwillig in mein freiwilliges Arbeitssystem eingebaut. grin

LG Heike

 

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