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Eine Katastrophe für jede Entschuldigung: sich rechtfertigen und Schuld zuweisen

Gitte Härter • 31.08.2011 • email Weiterempfehlen

Mit Rechtfertigungen und Schuldzuweisungen unterminieren die meisten Menschen ihre Entschuldigung: „Der oder das war Schuld“, „Ich habe gedacht, das hast du falsch verstanden“, „Das war doch nicht so gemeint“, „Du bist aber auch empfindlich!“ Eine aufrichtige Entschuldigung zeichnet immer aus, dass Sie die Entschuldigung für sich stehen lassen und sie nicht mit irgendwelchen Rechtfertigungen erschlagen.

Wann immer Sie in einem Atemzug mit Ihrer Entschuldigung jede Schuld von sich weisen, wird es unglaubwürdig und Sie stehen schlecht da. Im Business kann Sie das Kunden und Kooperationen kosten sowie Ihr Image beschädigen!

So gewöhnen Sie sich das Rechtfertigen ab:

  • Konzentrieren Sie sich auf das Zuhören und Verstehen. Weist jemand Sie auf einen Fehler hin, halten Sie erst einmal den Mund. Sagen Sie nichts, hören Sie zu, fragen Sie nach. Verbieten Sie es sich, sofort gegenzuhalten. Das fällt am Anfang vielleicht etwas schwer, aber Sie werden feststellen, dass so ein Gespräch viel angenehmer verläuft und Sie auf den anderen auch sehr viel souveräner wirken.

  • Nehmen Sie es an, dass er Sie auf einen Fehler hinweist, und zwar auch dann, wenn die Kritik Sie trifft oder wenn die andere Person sich im Ton vergreift. Sie werden sehen, dass es Ihnen viel besser damit geht und Sie auch viel einfacher damit umgehen können, wenn Sie sich bedanken. Sie formulieren die Sache dann natürlich entsprechend um und nehmen die Wertung raus.

Beispiel

Jemand sagt: „Mann! Jetzt hast du wieder nicht aufgepasst und den Lieferschein falsch ausgestellt! Muss ich alles doppelt und dreifach überprüfen?“

Sie nehmen die Wertung heraus: “Gut, dass du das gesehen hast und der Lieferschein nicht fehlerhaft rausgeht!“

Sie müssen sich dabei nicht sofort entschuldigen, sondern es geht darum, die Angelegenheit und die Kritik anzunehmen. Das bringt alle Beteiligten auf eine konstruktive Spur: Der andere sieht, dass Sie ihn ernst nehmen und ruhig bleiben. Und Sie bewahren sich selbst davor, im Affekt zu reagieren und die Sache mit einer Rechtfertigung zu überdecken.

Waren Sie zu schnell und hören sich bereits irgendwelche Rechtfertigungen sagen?

Kein Problem: Sobald Sie es merken, halten Sie den Mund.

Sind Sie dem anderen ins Wort gefallen, dann korrigieren Sie sich: „Entschuldigung. Sie hatten gerade gesagt ...“.

Wenn der andere bereits fertig war: „Oh, jetzt habe ich einfach schon drauflos geredet! Verzeihung!“ und dann kommen Sie zurück auf Kurs.

Sehen Sie den Fehler ein, dann entschuldigen Sie sich. Sehen Sie dem anderen dabei in die Augen. Müssen Sie die Sache erst einmal durchdenken oder möchten etwas richtigstellen, tun Sie das, ohne dass der Eindruck von Rechtfertigung entsteht.

Und wenn Sie erst nachträglich merken, dass Sie wieder in das alte Muster verfallen sind, dann schelten Sie sich nicht! Lassen Sie die Situation in Ihren Gedanken Revue passieren und malen Sie sich aus, wie Sie es hätten besser machen können. Das hilft Ihnen dabei, beim nächsten Mal richtig zu reagieren.

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Anmerkungen & Kommentare

Von: Gabi am 05.09.2011
Die Tipps kann man immer gut gebrauchen. Vielen Dank! Vielleicht auch eine Runde durchs Grüne gehen, loslassen und Abstand gewinnen. Dann lässt sich auch eine Entschuldigung besser formulieren.
Von: Gitte Härter am 06.09.2011
Ja, Gabi, Abstand ist immer eine gute Sache - gerade, wenn man gerade erst noch dabei ist, sich eine automatische Angewohnheit wie etwa das Rechtfertigen abzugewöhnen.

 

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