Dumm und dümmer: wie zwei Firmen auf die Frage nach einer Sachspende geantwortet haben
Fast täglich freue ich mich über Selbstständige und kleine Unternehmen. Mit großen Firmen hat man einfach oft mehr Not, ständig wechselnde Ansprechpartner (die manchmal einfach nicht Bescheid wissen), vieles ist umständlicher und dauert länger. Jetzt hat mir eine Freundin zwei absurde Beispiele erzählt, die ich unbedingt weitergeben möchte.
Auch wenn es hier um große Ketten geht (bzw. gerade, weil es hier um größere Ketten geht!), sind es gleichzeitig zwei gute Beispiele, warum Klartext immer besser ankommt. In diesem Fall wäre es einfach um ein klares Nein gegangen.
Statt dessen ...
Bitte eine kleine Sachspende für unsere Tombola.
Meine Freundin ist in einem Stadtteil-Familienzentrum aktiv, das heuer 20jähriges Jubiläum feiert. Zu diesem Anlass gibt es eine Woche volles Programm und unter anderem eine Tombola. Und damit es viele schöne Preise gibt, hat sie zahlreiche Unternehmen angeschrieben und um eine Sachspende gebeten.
Die meisten Firmen sind nett und großzügig. Manche sagen auch freundlich ab, was natürlich total in Ordnung ist. Kommen wir also nun zu den zwei preisverdächtigen Antworten.
Fall 1: Die Bäckerei-Kette
Man habe, so der Antwortbrief, in einem Meeting lange diskutiert, ob man dem Familienzentrum etwas für seine Tombola geben wolle. Aber sich schließlich dafür entschieden, es nicht zu tun. Das muss man sich mal bildlich vorstellen: Da sitzen mehrere Leute in einem Meeting und diskutieren (lange!) darüber, ob man eine lächerliche Sachspende gibt. Na, da hätten sie mal entweder gleich „Nein“ gesagt oder die Gehälter gegengerechnet, die diese langwierige Diskussion in Anspruch genommen hat.
Und ja: Das kann natürlich eine Höflichkeitsfloskel gewesen sein. Doch relevant ist: Wie wirkt das, was ich sage?
Fall 2: Der Spielwarenladen
Meine Freundin geht in den Spielwarenladen. Der Mann sagt: „Ich würde Ihnen ja gerne was geben. Aber wir haben gerade nichts da.“
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Anmerkungen & Kommentare
... und auch im zweiten Fall geht es schlicht um Klartext, denn es wirkt einfach lächerlich in einem vollen Spielwarenladen zu sagen "ich würde Ihnen gerne, was gegeben, aber wir haben gerade nichts da", selbst wenn der Zusatz "wir haben dafür normalerweise spezielle Giveaways" dazu gesagt würde.
Entweder Ja. Oder Nein. Das "ich würde gerne, aber" hat mich übrigens gerade auch noch erinnert an Leider.
Ein schönes Wochenende
Gitte
nein, das sehe ich etwas anders. Generell stimme ich dir mit dem Klartext zu.
Wenn aber ein Geschäft grundsätzlich Kleinigkeiten für Sachspenden vorrätig hat, jetzt gerade aber nicht, dann weiß der Fragende ob es Sinn macht bei einer weiteren Aktion nochmal zu fragen. Oft dürfen Angestellte keine Verkaufswaren herausgeben oder wenn doch, dann leitende Mitarbeiter. Daher die Sache mit den "Give aways".
Sonntagsgrüße,
Silke
wir haben da ein Missverständnis, denn es geht mir lediglich um die mehr als unglückliche Formulierung - und damit die ungute Wirkung.
Klartext würde in Deinem Fall bedeuten, das zu sagen: "Oft dürfen Angestellte keine Verkaufswaren herausgeben oder wenn doch, dann leitende Mitarbeiter." - und dann natürlich idealerweise an denjenigen weiterzuleiten, der entscheiden kann.
Viele Grüße
Gitte
So gesehen hast du mit dem Klartext Recht.
Viele Grüße,
Silke
das wirklich Schlimme in Fall 1 ist: Es gibt ja tatsächlich Firmen, in denen so etwas in Meetings lange diskutiert wird!
Wenn ich daran denke, freue ich mich mal wieder, Solo-Selbstständige zu sein und meine Zeit nicht mit regelmäßigen, sinnbefreiten Besprechungen zubringen zu müssen ...
Herzliche Grüße
Sabine
mir ist neulich was ganz ähnliches passiert: Ich bin ehrenamtlich Vorsitzende unseres KiGa-Elternvereins im Dorf, der ständig ums Überleben kämpft. Nun hatten wir die Idee, einige Plätze den anliegenden Firmen als Mini-Betriebs-Kindergarten anzubieten. Neben "Das brauchen wir nicht, hier arbeiten nur Männer!" war das Antwort-Highlight der freundliche Hinweis eines großen amerikanischen Brause-Konzerns, dass man generell keine Werbung (!) mit so kleinen Kindern mache...Ein Fall von "Wer lesen kann, ist klar im Vorteil!"...
Viele Grüße,
Angela Stahlhacke
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"Wir haben gerade nix da":
Manche Geschäfte haben für einige Zwecke Give aways vorrätig. Im Buchhandel z. B. kostenlose Bücher mit Kurzgeschichten, Buttons f. Kids, etc.
Grüße,
Silke
P.S. Mein eh. Lehrherr war immer ziemlich großzügig:-)!