Motivation und Ausgleich

Die Work-Life-Balance-Challenge: 7. Woche

Gitte Härter • 02.03.2009 • email Weiterempfehlen

An unserer WLB-Aktion hier seht Ihr mal, wie die Zeit verfliegt! Verrückt. – Wir starten also nun schon in die siebte Woche. Einiges klappt schon sehr gut, anderes nicht so oder nicht konsequent. Umso wichtiger, jetzt die letzten beiden Wochen mal noch besonders intensiv dabei zu sein. Je mehr wir Stabilität – zumindest in einem Teil der Vorhaben – bekommen, desto einfach läuft es auch alleine dann weiter.

Was auf jeden Fall schon mal gewonnen ist, und das geht wohl nicht nur mir so, ist das Erleben, was und wie es gut ist.

Das eine ist ja immer das Wissen („Ich sollte mal ...“, „das ist noch nicht gesund“, „ich fühle mich so ...“), das andere das Erkennen durch das Konkretisieren. Aber das Wichtigste ist ja immer das Erleben. Zu spüren: So fühlt sich das an, wenn ich den PC früher ausmache. Diese Pause tut mir gut. So ist eine Mittagspause mit Ruhe und Erholung und so ist eine Mittagspause, bei der ich mir zwar die Pause nehme, aber alles andere als ruhig rumzapple und mit dem Kopf woanders bin.

Übrigens hat Christine einen Text zum Thema „Motivieren für Unangenehmes“ geschrieben, den ich hier mal verlinke, weil ihre 4 Tipps vom Prinzip her auch für die Work-Life-Ziele relevant sind.

Die aktiven Teilnehmer: Woche 7

Zamyat
Zamyat hat ihren Fokus ja mehr von WLB in Richtung Gesundheit geschwenkt. Ihre neuen Ziele sind: viel und regelmäßig Wasser trinken, täglich spazierengehen (auch für meinen Fuß!) und weniger Süßes bzw. NICHTS, weniger TV, weniger schweres Essen etc. „Das habe ich auch letzte Woche schon gut hinbekommen!“.
Außerdem klappt schon sehr gut und bleibt weiter im Blick: „morgens konzentriert und intensiv an den wirklich wichtigen Dingen zu arbeiten, ehe ich mich in Mails und Telefonaten zerfleddere.“


Karin
Karin hat ihre Mittagspause gemacht, aber oft nur relativ unruhig. Sie hat nun durch die Bananen-Diskussion beschlossen, ihr Ziel erstmal von einer anständigen Stunde Mittagspause auf eine halbe Stunde zu reduzieren (”... ich glaube, dann schaff ich es leichter zur Ruhe zu kommen ...”)


Heike
Ansonsten verlief letzte Woche ganz gut: Mo + Di “kreative Pause”. Am Freitag habe ich mehr als nur 15 Minuten Pause gemacht, die mir wirklich gut tat. Ich erkenne so langsam, dass Pausen schöpferische Pausen sind und das ist der Weg für mich, um Pausen zu anzunehmen und durchzuführen. Schöner wäre es, Pausen mit jmd. zu teilen ... aber, was nicht ist, ist nicht!

Für diese Woche gilt das Gleiche: Pausen bewusst setzen, schauen, wie es danach besser läuft.


Petra
Petra ist sehr gut in der Balance und ihr Ziel ist daher: “Nachdem ich jetzt ganz gut an die morgendliche Gymnastik angepasst bin, werde ich eine kleine Teil-Baustelle aufmachen, vor der ich mich schon lange drücke: besonderes Training für die Bauch- und Rückenmuskulatur.” und will auch durch einen entsprechenden Kurs verstärkt auf die Balance zwischen Energiezufuhr und Energieverbrauch achten.


Gitte
Wie schon gesagt: eine Halb/Halb-Woche. Je mehr mich etwas nervt oder von außen in meine Zeit eingreift, desto mehr verfalle ich in Durchpowermodus. Gerade dann wäre es wichtig, was zu machen, wie ich am Freitag wieder mal gemerkt habe. Tierisch genervt habe ich mich abends noch in zwei Stunden Sport „gezwungen“, und es war großartig! Nach der zweiten Stunde war ich wieder mein übliches Selbst grin

Da das mit dem PC früher ausmachen gut funktioniert, werde ich mich diese Woche wieder verstärkt auf die Bewegung konzentrieren: das war letzte Woche blöd verteilt – die erste Hälfte nicht, die zweite Hälfte jeden Tag und dann etwas viel auf einmal.

 

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Anmerkungen & Kommentare

Von: Petra Bergermann am 02.03.2009
Guten Morgen!

Ich bewundere die Vitalität und Produktivität, mit der meine Mitstreiterinnen hier gesegnet sind und ich verstehe, dass es in diesem Fall umso schwieriger ist, die Balance zu gewinnen und zu halten.

Was mich betrifft: ich bin ganz gut in der Balance (?die Abgeklärtheit des Alters?), denke ich, aber der eigene Lebensstil ist immer noch verbesserungsfähig. Nachdem ich jetzt ganz gut an die morgendliche Gymnastik angepasst bin, werde ich eine kleine Teil-Baustelle aufmachen, vor der ich mich schon lange drücke: besonderes Training für die Bauch- und Rückenmuskulatur.

Etwa so lange wie WLB nehme ich an einem AOK-Kurs "Bewegtes Abnehmen" teil, um die Balance zwischen Energiezufuhr und Energieverbrauch zu finden. Das ist eine richtig große Baustelle, ausser daß ich wegen Krankheit und damit verbunden 4 Tage unfreiwilligem strengem Fasten tatsächlich deutlich Gewicht verloren habe. Mein Ziel ist also für diese Woche, das gegenwärtig erreichte Gewicht erst einmal zu halten.

Viele kleine Aufträge habe ich in der letzten Zeit bewußt nicht mehr akquiriert (die sind aufgrund des hohen Aufwandes an Rüstzeiten und Verwaltung tendenziell unwirtschaftlich), so dass ich jetzt auch mehr Zeit für größere eigene Projekte habe. Das nutze ich jetzt ausgiebig und bearbeite ein solches Projekt. Bringt zwar derzeit kein Geld, kostet aber auch fast nichts.

Viele liebe Grüße
Petra
Von: Zamyat M. Klein am 02.03.2009
O weia, nur noch zwei Wochen!!?? Wobei ich jetzt nur eine Woche normalen Büroalltag vor mir habe (aber was ist schon normal) und dann wieder eine komplette Woche bei der Trainer- Ausbildung...

Resümee der letzten Woche:

Wenn ich mir die schönen Farben anschaue, so habe ich doch jeden Tag (außer Montag) grüne Streifen, die bedeuten Entspannung im Sinne von Gitte: Yoga, spazieren gehen, Entspannungsübung etc.
Neu habe ich dazu genommen, dass ich fast jeden Abend im Bett noch eine CD mit einer Fantasiereise angefangen habe zu hören- bin dann aber immer frühzeitig eingeschlafen, so dass ich sie nie zu Ende gehört habe grin (konnte noch gerade das Gerät ausstellen)
Immerhin bin ich sogar 3 mal spazieren gegangen und dreimal Yoga- also noch nicht jeden Tag.

Ich hatte ja auch schon geschrieben: mein Fokus ist mehr von WLB in Richtung Gesundheit geschwenkt- und mein Magen jault wieder heftig seit der doofen Magenspiegelung (haben die was kaputt gemacht, was drin vergessen????)..

Daher greife ich seit heute von Gitte das "Wasser- Thema" auf, das Buch habe ich vor Jahren ja auch mal gelesen und er beschreibt ja vor allem, wie er mit Wasser Magenprobleme gelöst hat. Eine Zeitlang habe ich auch darauf geachtet, ist völlig verschlurt.

Also das ist ein neue Ziel:
viel und regelmäßig Wasser trinken.
Täglich spazierengehen (auch für meinen Fuß!)
Einige der Vorsätze (weniger Süßes bzw. NICHTS, weniger TV, weniger schweres Essen etc. habe ich auch letzte Woche schon gut hinbekommen!!

Ein anderer Punkt war ja, morgens konzentriert und intensiv an den wirklich wichtigen Dingen zu arbeiten, ehe ich mich in Mails und Telefonaten zerflederre. Das habe ich auch an einigen Tagen gut hinbekommen, so auch heute. Also weiter so!
Meinen halben Freien Tag hatte ich auch.

Nur- die Mittagspause ist heute mal wieder zu spät 13:41- weg vom PC und ab in die Küche!

Liebe Grüße euch allen
Zamyat
Von: Gitte Härter am 03.03.2009
Petra, Du sprichst hier was Wichtiges - Generelles - an: viele kleine Aufträge sind mehr Arbeit (und wenn die noch extra akquiriert werden müssen, doppelt und dreifach).

Das ist wie in der Warteschlange im Supermarkt, wo man sich lieber da anstellt, wo viele Leute mit ganz wenigen Artikel sind statt da, wo die Leute mit den überfüllten Einkaufswägen stehen. Kopfmäßig geht's schnell aber tatsächlich geht's langsamer, weil der Verwaltungsaufwand drum rum mehr Zeit für die vielen kleinen braucht.

Auch das natürlich ein ganz wichtiger Punkt für mehr Effizienz, aber unmittelbar auch für WLB, denn irgendwoher soll ja vergeudete Zeit und Kraft herkommen.

*

Zamyat, das klingt ja alles wunderbar. Außer das mit den Magenschmerzen - gute Besserung!
Von: Petra Bergermann am 03.03.2009
Hallo, Gitte und Zamyat

es ist immer das gleiche: was muß ich heute alles NICHT machen und was kann ich wegwerfen, damit der Ballast weniger wird? Das bringt uns nämlich aus der Balance. Kürzlich habe ich meine ganze alte Bettwäsche (die mit den fehlenden Knöpfen, die schon seit 1972 Dienst tat) weggeworfen und Ersatz beschafft. Ich fühlte mich anschliessend sehr erleichtert. Das gilt auch für Altakten und andere ernste geschäftliche Sachen (siehe auch "Kleiner Fisch" (Lit.).

Bei der Gelegenheit:
das physiologische Gleichgewicht bei funktionellen Erkrankungen, die sich gern zu richtig schweren Krankheiten auswachsen und festsetzen, versucht die Homöopathie zu erreichen.

Schulmedizin ist gut und unverzichtbar in Diagnostik, Notfallmedizin und einigen anderen wichtigen Sachen. Wenn die Schulmedizin aber an ihre Grenzen stösst, auch weil die Ärzte die Behandlung für (aus ihrer Sicht) unwirtschaftlich halten (natürlich ganz im Geheimen und ohne es den Patienten zu sagen, oder sie dürfen bestimmte Sachen nicht anwenden, denn sooo frei sind die "freiberuflichen" Ärzte ja gar nicht!): dann könnte die Behandlung durch einen erfahrenen homöopathisch tätigen Arzt oder Heilpraktiker hilfreich sein. Manchmal kooperiert der Schulmediziner auch mit dem Heilpraktiker.

Man schalte zunächst einmal sein (über-)kritisches Bewußtsein ab und gebe der ungewohnten Therapie eine Chance. Auch wenn man die Konzepte nicht versteht oder nachvollziehen kann, kann man sich ja einmal denken: wer heilt, hat Recht.

Zamyat: Komplikationen nach Gastroskopie muß man sofort melden! Ich kenne das aus eigener Erfahrung: man will ja gern aus eigener Kraft mit den blöden Magenschmerzen fertig werden und vor lauter sinnlosem Heldentum hat man dann Schlimmeres. Gute Besserung!

Petra
Von: Zamyat M. Klein am 03.03.2009
*Jubel* *tirallala*

Nun bin ich doch mitten (MITTEN) in der heiligen Arbeitszeit einfach aufgestanden und eine halbe Stunde spazieren gegangen (gehumpelt). Die Sonne schien einfach wie jeck und ich spürte einen unbändigen Drang nach draußen.

Es war wunderschön, es tauchten wieder mächtig Wüsten- Erinnerungen und Empfindungen auf: diese klare reine Kälte mit blauem Himmel und Sonnenschein, Vogelgezwitscher, Stille (wenn man ein paar Zivilisationsgeräusche aus der Ferne ausblendet)...

Dann Begegnungen mit Menschen aus Nachbardörfern- wo erlebt man das schon, dass man mit einem wildfremden Menschen ein Schwätzchen hält...und gemeinsam den Berg hoch wandert?

Sogar auf dem "Gipfel" kurz auf die Bank gelegt..

Und dann kam mir auch mal wieder eine Erkenntnis: Ich habe gar keine "Geschäftszeiten"! Das würde sicher bei WLB auch helfen, wenn ich da so Grundvereinbarungen hätte.

Beispielsweise, wenn ich entscheide ich will 8 Stunden pro Tag arbeiten: wenn ich dann um 8 Uhr morgens anfange, kann ich um 18 Uhr aufhören (inklusive meiner langen zweistündigen Mittagspause). Und das ganze eben mit "gleitender Arbeitszeit"- wenn ich früher anfange etc.

Da muss ich mal drüber nachdenken... aber so wird es für mich noch greifbarer, was ich da treibe...

Und jetzt habe ich auch schon Hunger und mache mir leckere Pasta (die Idee kam mir auch bei meinem Gang) grin- habe eh diese Woche den Freien Tag vergessen zu planen.

Sonnige Grüße
Zamyat
Von: Zamyat M. Klein am 04.03.2009
@ Petra

Irgendwie habe ich gestern deinen Beitrag gar nicht gesehen- Danke!
Ich habe auch 15 Jahre NUR klassische Homöopathie gemacht - und war davon auch sehr angetan.
Nur bei meiner Gastritis vor einige Jahren hat sie dann nicht mehr geholfen - wir sind einfach nicht an das Thema rangekommen und damit nicht an das richtige Mittel.
Außerdem hatte ich eine sehr "strenge" Homöopathin:kein Kaffee etc. Ich trinke zwar auch jetzt keinen, fühlte aber irgendwie auch eine Befreiung... naja..

Wieso muss man Beschwerden nach Gastroskopie sofort melden? und wo? Wieder da im Krankenhaus?

Im Moment geht es wieder- habe ja u.a. mit Wassertrinken angefangen, was zumindest mehr bringt, als die Magensäureblocker....

Danke für deine Wünsche!
Zamyat
Von: Zamyat M. Klein am 04.03.2009
Hallo zusammen,

heute war die Nacht um 3:30 Uhr zu Ende und da kamen mir folgende Gedanken:

1. GEWOHNHEITEN VERÄNDERN

Ich habe gestern noch mal darüber gelesen (die Sache mit dem Armband), dass man ja immer nur eine Gewohnheit verändern sollte - und die 21 Tage einüben. Das habe ich auch früher in meinen Motivationsseminaren so gesagt.

Wenn ich dann meine Listen hier ansehen, WAS ich alles verändern will und alles auf einmal - kein Wunder!

Es ist also mal wieder alles viel zu viel- und dafür habe ich sogar schon eine Menge geschafft. Aber eben auch immer wieder Einbrüche.

Daher also noch mal zurück auf LOS und mit einer Sache beginnen. Dann werde ich zwar hier in der verbleibenden Zeit nicht alles schaffen, aber so dann vielleicht wirklich eine neue Gewohnheit installiert haben.

Spontan entscheide ich: pünktliche Mittagspause!
(Was mir ja nicht verbietet, trotzdem morgens YOGA zu machen etc.)

2. kam mir die Idee:
macht unser GEHIRN vielleicht EINEN UNTERSCHIED zwischen einer neuen Gewohnheit (etwas, das ich mir antrainiere wie jeden Morgen YOGA) und etwas, das ich mir abgewöhnen will, also NICHT MEHR TUN? Wie nichts Süßes essen?

Wäre doch mal interessant.

Was meint ihr zu den beiden Punkten?

Müde Grüße
Zamyat
Von: Heike Eberle am 04.03.2009
Hallo Zamyat,

so früh, das war bei gestern und vorgestern der Fall. Irgendwie schon komisch...
aber diese frühen Stunden sind manchmal meine besten kreativen Stunden!

So, zu Deinen Gedanken: Gewohnheiten sind schon eine unliebsame Sache, wenn man sie abtrainieren möchte. Und das Nicht-mehr-Süss-essen überhört auch unser liebes Unterbewusstsein. Hier hilft einfach eine positive Umformulierung: Ich esse viel Gemüse oder so was ähnliches!
Vielleicht klappt es ja damit, viel Erfolg damit,

lg
Heike

PS. Übringes funktioniert die automatische Benachrichtigung manchmal auch bei mir nicht!
Von: Karin Schwind am 04.03.2009
Hallo miteinander...
will mich mal wieder kurz melden - heute war ein sehr zufriedenstellender Tag - ich hatte mir ja vorgenommen, wieder öfter auf den Markt zu gehen - dadurch schaffe ich es jetzt nämlich auch, genügend leckere Sachen für meine Rohkost-Knabberbox im Haus zu haben... alles in allem fühle ich mich nun auf einem guten Weg in Richtung gescheite Ernährung - denn die war ja nachdem ich nicht mehr für Familie sorgen und kochen musste, total zusammengebrochen:
also:
ich trinke wieder mehr und regelmäßig
meine kleine halbe Stunde Mittagspause etabliert sich so allmählich
meine Rohkost-Knabberbox für vormittags funktioniert...

eigentlich brauche ich jetzt aber nochmal 8 Wochen für die nächsten Themen... *grins*

Liebe Grüße
Karin
und ein dickes Dankeschön an dich, liebe Gitte - für diese tolle Idee hier...
Von: Zamyat M. Klein am 05.03.2009
Hallo ihr Lieben,

Karin, du hast Recht:

ein dickes DANKE SCHÖN an Gitte,

aber auch an EUCH ALLE-

das ist hier eine klasse Sache, die schon eine Menge in mir bewegt hat.
Und wir müssen ja nicht aufhören nach den 8 Wochen- ich werde auf jeden Fall meine bunten Listen weiter führen:-). Und mit meinem Gewohnheiten- Änderungsprogramm.

Gestern Abend war ich in einem sehr schönen Kabarett mit vielen be- sinnlichen Anteilen bei Hirschhausen! Wunderbar!

Und Rohkist-Knabberbox klingt doch herrlich!

Alles Liebe
Zamyat
Von: Gitte Härter am 05.03.2009
Hallo allerseits,

danke grin Ich freue mich, dass es Euch so gut gefällt und nützt (mir auch!). Und wir müssen ja nicht aufhören, also nicht nur generell, sondern auch hier nicht. Ich kann ja einfach, wenn wir am Ende sind einen Weitermacher-Artikel einstellen, wo wir uns dann immer wenn wir lustig sind, in den Kommentaren austauschen über die weiteren Fortschritte. Wenn ich das vergessen sollte, erinnert mich einfach dran.

Wegen der Gehirn-Frage: Dazu gibt es ein sehr interessantes Buch von Manfred Spitzer: Lernen. Gehirnforschung und die Schule des Lebens.

Ich meine mich zu erinnern, darin gelesen zu haben, dass - laienhaft ausgeddrückt - das Gehirn auch seine Trampelpfade hat, also eingefahrene Verbindungen, die wir abrufen. Und dass wir durch neue Impulse und Gewohnheiten eben neue Verbindungen schaffen und die sich dann erst "einschleifen" müssen.

Ein interessanter Aspekt, sich hierzu mal mit dem Gehirn näher zu befassen und nicht "nur" mit den Methoden zum Angewöhnen oder Disziplinfragen.

Viele Grüße
Gitte

PS: Dass die Benachrichtigungen hin und wieder nicht gehen, obwohl es angehakelt wurde, müsste wohl ein Schluckauf in der Technik sein - oder ein Spamfilter schluckt sie weg. Ein bekannter Fehler ist es nicht.
Von: Zamyat M. Klein am 05.03.2009
Hallo Gitte,

ne, bei mir kamen alle Benachrichtigungen an, ich hatte nur den Beitrag überlesen.

GEHIRN: Ich kenne den Spitzer... (auch mal in einem Vortrag erlebt, war klasse). Kenne auch das mit den Trampelpfaden.

Meine Frage war:
ist es ein Unterschied, ob ich mir was ANgewöhnen oder was ABgewöhnen will?

Ist doch was anderes, ob ich was Neues dazu lernen und machen will oder etwas unterlassen will - dachte ich mir so laienhaft - und fand das einfach spannend.

War übrigens gestern in einem schönen Kabarett- habe in meinem Blog darüber erzählt und weiter verlinkt, wenn ihr auch mal lachen wollt an einem so regnerischen Tag.

Ach ja - und wo ich so am Plaudern bin: Gestern sind gleich ZWEI NEUERSCHEINUNGEN VON MIR rausgekommen. Da will ich eigentlich auch ein bisschen stolz sein und feiern- aber komm nicht dazu :-(
Für Neugierige: findet ihr auf meinem Webshop.

Gleich geht's zu einem "verrückten" HP, der mir aber trotz innerem Unglauben immer sehr hilft (den ganzen Winter keine Erkältung ist nur eine der wundersamen Auswirkungen seiner Tröpfchen grin.
Von: Gitte Härter am 05.03.2009
... ja, das meinte ich mit den Trampelpfaden: dass diese Erklärung so klingt, als wenn wir bestimmte Dinge eben schon automatisch zackizacki machen würden. Also wie eine Fahrrinne, aus der man dann beschwerlicher rauskommt. Mein Laienempfinden würde also denken: das Automatisierte ist nicht nur gewohnt, sondern läuft auch eben automatisch(er) ab und dadurch müsste etwas UMgewöhnen schwieriger sein.

Aber vielleicht stimmt das gar nicht und kommt einem nur so vor.

Andererseits kommt's sicher auch darauf an, was das Neue ist. Wenn es etwas ist, das man mal eben machen kann - z. B. eben eine Mittagspause - ist das ja wieder was anderes, als wenn ich Steptanz lerne und vielleicht nicht einmal Rhythmusgefühl mitbringe.

Und beim ABgewöhnen spielt ja dann zudem noch die Rolle, was wir sonst damit verknüpfen. Also wenn ich Schokolade esse, wenn "die Welt gerade schlecht ist", dann hilft mir die berühmte Ersatzkarotte gar nichts, weil es eben nicht ums gesünder, sondern den verbundenen Trost geht.

Und dann ist das ja auch noch unterschiedlich mit der Willenskraft und Konsequenz. Ich hatte mal eine Kollegin, die alles aus dem Stand heraus gemacht hat: Sie will Sport machen. Zack. Dreimal die Woche ins Fitnessstudio. Sie will berufliche weiterkommen. Zack. 3 Jahre jeden Tag Abendschule.

Wieder mal alles sehr komplex. Vielleicht ist ja ein Mitleser dabei, der das hirntechnisch oder sonst wissenschaftlich noch näher beleuchten kann, was tatsächlich abgeht im Hirn.

GLÜCKWUNSCH zu Deinen beiden Neuerscheinungen. Es ist doch immer schön, etwas fix und fertig zu haben. grin
Von: Karin Schwind am 05.03.2009
Hallo Miteinander,

ich denke mal, dass Angewöhnen viel leichter geht, als abgewöhnen... denn lerntechnisch ist es bekanntermaßen einfacher, zu sagen/denken, was ich will, als umgekehrt. Letztens hörte ich von einer Strafarbeit, in der die Schüler 30x schreiben mussten: ich darf meine Sportsachen nicht vergessen...
lerntechnisch besser wäre:
ich muss an meine Sportsachen denken...

denn beim ersten bleibt das "Vergessen" hängen und somit bringt es garnichts...

Angewöhnen wäre ja, einen neuen Trampelpfad anzulegen, derweil man beim Abgewöhnen trotzdem noch auf dem alten Trampelpfad herumläuft und ihn weiter festigt...

Keine Ahnung, ob das stimmt - aber ich finde, sich neue, schöne Sachen anzugewöhnen weitaus attraktiver...

Vielleicht muss ich jetzt mein Sport-Wunsch-Programm so attraktiv entwerfen, dass es funktioniert *grins*

Euch einen schönen Abend
Karin
Von: Zamyat M. Klein am 06.03.2009
Hallo Karin,

ja, das ist ja auch beim mentalen Training, NLP etc. so - Ziele immer positiv formulieren, weil unser Gehirn keine Verneinung versteht.

"Stelle dir keinen rosa Elefanten mit blauen Punkten vor"- funktioniert eben nicht. Man hat sofort das Bild von dem rosa Elefant vor Augen.
Daher ist so eine Strafarbeit blödsinnig (allerdings genauso blödsinnig in der positiven Formulierung!!!)

Und was das andere angeht: wir können es ja jetzt auch am eigenen Leibe testen, was uns leichter fällt:
was Altes abzugewöhnen oder was Neues anzutrainieren?

Ich "hadere" ja auch immer noch damit, dass es mir verrückterweise offensichtlich schwer fällt, mir Dinge anzutrainieren, die mir gut tun und die ich gerne mache - wie YOGA morgens. Nur weil der Morgen mir energetisch und auch sonst nicht dafür in den Kram passt- und es zu einer anderen Tageszeit aber kaum zu installieren ist.

Was da für ein merkwürdiges Verhinderungsprogramm abläuft, ist mir nach wie vor ein Rätsel.

Aber nun habe ich ja Punkt 1 erst einmal wieder im Visier:
pünktliche Mittagspause!

Liebe Grüße
Zamyat
Von: Zamyat M. Klein am 06.03.2009
@ Gitte

Haha- die Karotte statt Schokolade!! Ja, das hat bei mir auch noch nie funktioniert grin.

Aber gerade bei dem Beispiel:

ich war mein Leben lang schokoladensüchtig. Habe jeden Tag eine Tafel Schokolade gegessen!!! Da ich bis zum 40ten Lebensjahr klapperdürr war (man glaubt es nicht), wusste ich zwar abstrakt, dass das ungesund ist, aber - pah!

Als ich dann später heftig zunahm, hat meine Eitelkeit dagegen angekämpft. Und da habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich es da auch nur total radikal machen kann. Sofort und KEINE Schokolade mehr. Schleichend oder weniger - das ging nicht.

Nur bin ich dann immer wieder mal rückfällig geworden.

Seit ich dann den Magenhuddel bekommen habe: da habe ich einiges radikal aufgehört: Schokolade total, kein Alkohol etc.
Und in dem Fall finde ich das fast "leichter", als was Neues zu installieren.

Vielleicht gibt es da auch keine generelle Regel, sondern hängt von diversen Zusatzfaktoren ab:
- warum ich etwas verändern will (Motivation: tierische Schmerzen machen anders Druck als das abstrakte Wissen "das ist ungesund!")
- wie es in mein Gesamtkonzept passt
- wie die beteiligten Emotionen sind
- wie ich etwas bewerte etc. etc.

O Gott, so tiefschürfende Gedanken so früh am Morgen grin

Liebe Grüße
Zamyat
Von: Gitte Härter am 06.03.2009
Hallo Zamyat,

diese "Typfrage" ist auch so wichtig. Es gibt ja Leute, die sich Dinge gut überlegen, sich einlesen oder sonst damit auseinandersetzen und es dann umsetzen.

Und es gibt die EKG-Typen mit den hohen Ausschlägen nach oben und unten (zu denen zähle ich übrigens auch): da schlägt die Begeisterung Wellen - aber vielleicht in zwei Wochen schon wieder nicht mehr. Oder ich kann - wie Du - jeden Tag Schokolade essen und dann lieber gar nichts mehr heimtun, um mich vor mir selbst zu schützen tongue laugh

Das Wichtigste ist, dass man sich in der Beziehung einfach auch besser kennenlernt. Denn sonst macht man vielleicht genau die falsche Taktik und boykottiert sich, ohne es zu merken.

Das Gute ist, dass wir, wenn wir doch einen triftigen Grund haben oder plötzlich den berühmten Schalter umlegen viele Dinge eben doch wunderbar tun können. Ob das nun der Verzicht auf etwas ist, das einem (spürbar) nicht gut tut oder ob es ein neues Hobby oder eine neue Liebe ist, für die man dann natürlich von jetzt auf gleich Zeit hat, die vorher nicht da war.

Da fällt mir gerade noch unmotiviert noch eine schöne Sache ein: Wenn wir etwas nicht tun DÜRFEN oder KÖNNEN. Dein gebrochener Fuß, der Dir plötzlich die Bewegung verleidet, oder eine Erkältung, die einen ABHÄLT, Sport zu machen. Wenn alles gut ist, lässt man die Bewegung gerne mal ausfallen: öööööh, heute niiiiiiicht. Wenn man aber mal ein oder zwei Wochen nicht DARF, dann will man uuuunbedingt und wann-darf-ich-wieder ... heul ...

Uns Menschen wird's halt nie langweilig!

Ciao
Gitte
Von: Zamyat M. Klein am 08.03.2009
Huhu aus Thüringen (mal wieder)...

den Sonntagmorgen auf der Autobahn verbracht- böh- dann aber lecker Essen und lange Mittagsschlaf, bevor ich den Seminarraum eingerichtet habe...


Böhhöhööö- die Gruppe ist nur noch eine Woche????
Aber Gitte hat ja weitermachen angeboten- von mir aus seehr gerne!

Ziel für diese Woche:
pünktliche Mittagspause habe ich in Seminaren ja automatisch, daher werde ich mir jetzt vornehmen, jeden Morgen vor dem Seminar Yoga zu machen - oder einen längeren Spaziergang (das ginge dann nur abends)- also auf jeden Fall Bewegung!!

Also- wie geht es weiter??

Winke winke aus der Ferne
Zamyat
(Wobei - ihr wohnt ja alle woanders grin- und nicht alle um Köln herum)
Von: Heike Eberle am 09.03.2009
Guten Morgen,
zur Vorabschlußwoche,

mit dem Verlauf der letzten Woche bin ich ganz zufrieden. Allerdings vermisse ich irgendwie die Action, den Erfolg aus den Aktionen. Ich bin sozusagen fast nur im 2.-3.Gang gefahren...aber das muss wohl auch sein.
Hatte auch das Gefühl, wie Zamyat für die die Anderen da zu sein.
Erfolg am Freitag: Statt mich noch auszupowern bin ich gegen 17.00 Uhr in die Sauna gegangen - das tat gut.

Für diese Woche:
Mittagspause - täglich morgens wieder Rückengymnastik - ein Entspannungsritual (was ich letzte Woche las in einem "Frustbuch" und ausprobierte)2x die Woche einbauen -

Das AB- und ANgewöhnen hat mich am Wochenende noch weiter beschäftigt. Ich hatte mich erst dagegen gewehrt, aber das ist ein Zeichen dafür, dass mehr dahinter steckt: Schließlich habe ich mir ein volles Tagesprogramm angewöhnt, was jetzt sehr schwer wieder abgewöhnt werden kann. Und das ist für uns alle hier ein ganz wichtiges Thema. Deshalb ist das, was Zamyat einwarf, ein sehr wichtiger Punkt.

Viele Grüße
Heike
Von: Gitte Härter am 09.03.2009
Sodali: 8. und letzte Woche ist da

*

Zamyat: die geregelte Mittagspause und bekocht zu werden, finde ich auch immer Klasse! Viel Spaß im Seminar und nette Leute grin

Stichwort "weitergehen": Ich richte, wie vorgeschlagen, einen Weitermacherbeitrag ein und da können wir uns dann in den Kommentaren austauschen. Oder aber Ihr tut Euch zusammen mit jemandem und tauscht Euch per E-Mail aus, so eine Co-Coaching-Geschichte.

*

Heike: Acht Wochen klingen lange, sind aber kurz. Und wenn Du dann noch schaust, dass Du zwar im Verhältnis zu vorher schon viel machst (das fühlt sich ja gleich anders an, mal einen Gang runterzuschalten), aber gleichzeitig gerade ein paar kleinere Ziele für nur acht Wochen ein Tropfen auf den heißen Stein sind, der sehr wichtig ist, aber eben nur der Auftakt sein kann bis Du vom Bisherigen runterkommst und dann auch wirkliche Erfolge spüren und bleiben integrierst: dann ist es eben erst der Anfang.

Das ist wie wenn ich ein paar Kilos abnehmen will und zwei Tage keine Schokolade esse. Kommt mir vielleicht wie ein toller Fortschritt und Verzicht vor, aber für die Waage ist da Einiges mehr und langfristiger gefordert wink

Achte unbedingt auf die kleinen Erfolge. Ich zum Beispiel habe letzte Woche zwei Abende wieder später gearbeitet, um die vielen Wegzeiten etwas zu kompensieren. Das war in Ordnung für mich, aber ich habe gemerkt, dass das abends machen (was früher für mich völlig normal war) eben doch sehr viel beschwerlicher ist, wenn man es einige Wochen nicht tut und damit den Vergleich hat.

Wenn Du hinguckst, siehst Du die kleinen Erfolge auch. Aber erwarte nicht, dass Du plötzlich total energiegeladen bist - da wirste erst noch gewaltig was hinpausen müssen wink


Diese Woche war, wie schon im neuen Strang geschrieben recht gut: Freizeitanteil und Nichtbildschirmzeit hoch. Bewegung war dafür nur halb so gut, aber das werde ich jetzt dann gleich wieder ändern und zwei Stunden Sport machen.

Eine gute neue Woche!
Gitte
Von: Petra Bergermann am 09.03.2009
Hallo an alle!

das besondere Training für Bauch und Rücken habe ich noch nicht so richtig im Griff, aber ich habe wieder mein Autogenes Training aufgenommen. Nachdem alles Neue aus dem Kopf kommt, ist aktive körperliche und geistige Entspanunng sicher auch zielführend.

Ansonsten läuft bei mir alles ganz passabel: ich schlafe inzwischen etwas mehr, mache meine morgendliche Gymnastik, gewöhne mich langsam an mein selbst verordnetes "go slow" und versuche ganz einfach, nett zu mir selbst zu sein. Vorige Woche habe ich zB in Nachbarstädten Aufträge zu erledigen gehabt und dabei anfallende Leerzeiten für Museumsbesuche genutzt. Glücklicherweise war es nicht montags wink.

Viele Grüße
Petra

 

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