Motivation und Ausgleich

Die Runterzähl-Technik (Sich selbst dazu bringen, zu tun, was getan werden muss)

Ralf Senftleben • 09.06.2009 • email Weiterempfehlen

Sie müssen etwas tun, haben aber gerade so gar keine Lust darauf?

Dann hier ein einfacher Trick, mit dem man sich erstaunlich oft dazu bringen kann, zu tun, was getan werden muss.

Schritt 1 – Verbalisieren Sie Ihr Dilemma. Sagen Sie laut:

„Ich sollte jetzt eigentlich X tun, habe aber nicht mal ein bisschen Lust darauf“.

Oder wenn Sie gerade im Großraumbüro sitzen und keine schrägen Blicke von Kollegen riskieren wollen, dann können Sie es alternativ auch aufschreiben.

Es nur zu denken gilt nicht.

Das ist ein psychologischer Trick. Dadurch, dass Sie laut sagen, was Sache ist, bringen Sie Ihr Problem auf eine bewusstere Ebene und dann können wir einfacher damit umgehen.

Warum das so ist, weiß ich auch nicht, aber es funktioniert bei den meisten.

Schritt 2 – Atmen Sie einmal tief durch, richten Sie sich gerade auf, tun Sie für einen Augenblick so, als ob Sie energiegeladen und entschlossen sind und sagen Sie sich:

„Ich zähle jetzt von 10 bis 1 und bei 1 fange ich mit X an“.

Es ist erstaunlich, aber indem wir kurz so tun, als ob wir entschlossen wären, verändert sich etwas in unserem Kopf. Probieren Sie es mal.

Schritt 3 – Zählen Sie laut von 10 bis 1 und fangen Sie an.

 

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Anmerkungen & Kommentare

Von: Mario H. am 09.06.2009
ich muss zugeben, dass ich diese Technik schon lange unterbewusst verwende ... z.B. beim Aufstehen in der Früh wink hab noch nie darüber nachgedacht, aber es funktioniert! ^^
Von: Ralf Senftleben am 09.06.2009
Mario, das nennt man dann wohl von der unbewussten zur bewussten Kompetenz grin

Manchmal ist es gut, wenn man herausfindet, wie man etwas tut. Dann kann man es auch auf andere Lebensbereiche übertragen.
Von: Monika Birkner am 09.06.2009
Toller Trick. habe ich gleich ausprobiert. Er funktioniert. Danke.

Eine andere Methode, die ich gerne nutze, besteht darin, mir nur eine kurze Zeitspanne dafür zu setzen, zB 10 oder 15 Minuten. Entweder bin ich dann so in Fahrt gekommen, dass ich mich entschließe, noch weiter zu machen, am besten wieder mit einer festen Zeitspanne. Oder ich beende die Aktivität tatsächlich wie geplant und freue mich über das, was getan ist.
Von: Ralf Senftleben am 09.06.2009
Monika, den Trick kenne und nutze ich auch oft. Die Gefahr dabei ist allerdings, sich selbst zu "bescheißen" und sich nicht zu erlauben, nach 10 Minuten aufzuhören. Weil dann glaube ich mir selbst das nächste mal nicht mehr, wenn ich mir selbst erzähle: "Nur 10 Minuten".
Von: Gitte Härter am 09.06.2009
Mario: Ich find den Aufsteh-Countdown total lustig! :-D
Von: Monika Birkner am 09.06.2009
Hallo Herr Senftleben,
die Gefahr des sich selbst "Bescheißens" ist zweifellos vorhanden. Deswegen finde ich es wichtig, ganz klar einen neuen Beschluss zu fassen und auch einen neuen Zeitrahmen festzulegen, statt einfach weiter zu machen.
Von: Zamyat M. Klein am 11.06.2009
Prima, das gefällt mir total gut.
Wobei bei mir ja das schon mal beschriebene Phänomen öfter zuschlägt, dass ich mich nicht nur bei Sachen behindere, die ich nicht gerne mache (wie Buchhaltung etc.), sondern auch bei Sachen, die ich gerne mache (Buch schreiben, Yoga).
Da scheint mir das ne gute Methode, Danke! Werde ich sofort ausprobieren.
Von: Ralf Hiltmann am 11.06.2009
Hallo Ralf,

ein sehr powervoller Tipp grin

Du schreibst u.a. "Warum das so ist, weiß ich auch nicht, ..."

Nun, es ist eigentlich ganz einfach und einleuchtend - dadurch, dass Du es aussprichst (bzw. aufschreibst), übernimmst Du die Kontrolle über etwas, das zuvor die Kontrolle über Dich hatte. Eine sehr einfache Form von Selbstermächtigung. Und mit etwas Übung und Willenskraft geht es auch allein mit Denken.

Schöne Grüße
Ralf

 

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