Produktivität

Die leidige Technik

Gitte Härter • 30.12.2010 • email Weiterempfehlen

Wenn es um den Computer geht bin ich ein eifriger Anhänger von „never touch a running system“: so lange die Kiste läuft, ich mit der Software zurechtkomme und es keine zwingenden Gründe gibt, ändere ich möglichst gar nichts. Darum habe ich meinen altersschwachen Rechner, der von einem Notfalltechniker schon mal buchstäblich am offenen Herzen operiert wurde (die CPU hatte sich gelöst und in ein Metallteil gebacken), weiter genutzt, so lange er lief. Auch wenn er immer wieder mal schwach auf der Brust war.

Nun habe ich mich endlich an die Arbeit gemacht, alle lästigen Handgriffe zu erledigen, um auf den neuen Computer umsteigen zu können und merke einmal mehr, dass ich damit nicht so hätte trödeln sollen. Natürlich lief der alte. Aber der neue ist merklich schneller. Und das ist vor allen Dingen für meine Nerven gut, denn ich bin äußerst ungeduldig und habe den alten Rechner mitunter angefeuert ... oder angeschrien ... wenn es mir mal wieder nicht schnell genug ging.

Wie geht es Ihnen denn mit der Technik, die Sie für Ihr Arbeit brauchen?

Gehören Sie zu den Menschen, die immer gerne das Neueste nutzen? Die aus Spaß an der Freude ihren Rechner platt machen und komplett neu installieren? Die immer die allerneueste Software aufspielen? – Oder sind Sie eher aus meiner Ecke und arbeiten beständig und mit einem unveränderten System, so lange alles läuft?

Was mich auch interessieren würde, weil ich das bei vielen meiner Kunden über die Jahre erlebt habe: Beherrschen Sie Ihren Computer eigentlich, so dass er Ihnen auch wirklich die Arbeit erleichtern kann? Wissen Sie beispielsweise, wie man einen Serienbrief erstellt, sich mit Vorlagen, Makros oder Textbausteinen behilft? Gerade bei diesen Alltagsarbeiten kann man nämlich wirklich mächtig viel Zeit (und Nerven) einsparen.

 

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Anmerkungen & Kommentare

Von: Amos Ruwwe am 30.12.2010
So einen Artikel auf den letzten Drücker!
Mein Computer und ich.
Ja, Gitte ich bin auch eher so einer, never touch usw. Aber, ich bin nicht nur Märchenerzähler, sondern syst. Organisationsberater und so habe ich schon immer meinen Kopf frei gehalten für unnötige Fragen und Wissen bzgl. der Computertechnik.Ein fitter junger Mann steht mir bei Problemen schnell zur Verfügung, meistens via teamviewer. Diese Technik finde ich sehr angenehm.
Serienbriefe, Etiketten schreiben und so ein Zeug, ist selten bei mir, aber vie Teamviewer geht es immer.
Und rumgeschrien?
Das höchste meiner Gefühle in solchen Situationen, ich hole mir einen Kaffee und rufe an.
Immer schön aufpassen auf die Nerven. Erinnerst Du Dich noch an mein Jahresmotto 2010?
Das gilt weiterhin für mich.

Für Dich ein erfolgreiches, kreatives Jahr mit dem neuen Computer, ich freue weiterhin auf Deine Artikel.
Wer solche schönen Augen hat, wie ich sie ja jetzt bei der schreibnudel ab und seh, der kann nicht wirklich böse rumschreien. Weiter gehts in 2011
Von: Armin Ritter am 30.12.2010
Hallo Gitte,

ich bin der Meinung, das man immer eine Alternative parat haben sollte. Sprich: Fällt ein PC aus, sollte ein Ersatzgerät eingesetzt werden. So was würde auch für Drucker etc. gelten.

Mit der Software ist es wohl so, dass 20 Prozent ausreichen, das man 80 Prozent der gewünschten Ergebnisse erzielen kann.

Schöne Grüße

Armin

PS: Zur neuen Technik: Win 7, Win XP oder Mac OSX, lasse ich in Ruhe (Never change are running system). Bei Linux teste ich ganz gern die neueste Version aus. Hab einen alten PC dafür abgestellt und das System ist schnell komplett aufgesetzt.
Von: Armin Ritter am 30.12.2010
Weitere Anmerkung: Wichtig ist mir, dass ich nicht soviel Zeit mit den Sachen (Neuinstallation, Backup etc.) verliere.

Deshalb sollte man sich ein gutes System überlegen. Pflege z. B. wichtige Daten mit OpenOffice, die kann ich dann unter Windows, Linux und Mac gleichsam nutzen.

Armin
Von: Gitte Härter am 01.01.2011
@Amos
Dankeschön für die guten Wünsche. Ich freue mich sehr, dass Du so treu mitliest und immer mitschreibst und Deine eigenen Erfahrungen und Tipps teilst. Das ist großartig und sehr bereichernd! Danke!

Jemanden zu haben, den man einfach anrufen kann, wenn was ist, ist ebenfalls Gold wert. Ich hatte auch das Glück, dass ich vor einigen Jahren, als mein Rechner schon fast hinüber war, anhand einer sehr sympathischen Kleinanzeige im Telefonbuch genau den richtigen Notfalltechniker herausgepickt habe. Das ist ja gerade in dem Bereich oft eine Zitterpartie.

Und mit der Fernwartung à la Teamviewer ist es wirklich eine perfekte Lösung.

Hihi, Amos, Du scheinst mir da wesentlich ausgeglichener zu sein ("hole mir einen Kaffee und rufe an"). Technik ist so ziemlich das einzige, was mich wirklich wirklich stresst und dann werden meine Augen ganz rot wie in so einem Horrofilm. wink


@Armin
Dankeschön für Deine Erfahrungen und Tipps (ich sag jetzt einfach mal "Du" und hoffe, das ist okay!). Ja, das mit der Alternative finde ich auch wichtig, gerade wenn man auf Computer und Internet so irre angewiesen ist.

Ich hatte einige Jahre nur meinen PC und meinen üblichen Internetanschluss und wenn da was nicht ging, war gleich Feuer auf dem Dach. Ein Zweitrechner und ein USB-Stick haben mir da total viel Stress rausgenommen, auch wenn sie nur Sicherheitsnetz sind.

Das mit dem 80 : 20 kann ich mir in Bezug auf den PC auch vorstellen. Die Frage ist nur immer, ob man sich auf die wichtigen 20 Prozent auch konzentriert beziehungsweise auf die Idee kommt, dass der Computer etwas überhaupt kann. Und dann wird manuell in Excel mit dem Taschenrechner addiert oder statt einem Klick-Klick-Klick für einen Rundbrief einzeln Adressen reingetippt.

Ganz wichtig auch Dein Hinweis auf den Weitblick: Pflege, Updates etc.

Viele Grüße
Gitte
Von: Marcel am 05.01.2011
Bei mir kommen Ungeduld und genaue Aufrechnung von Aufwand und Nutzen zusammen. Die Ungeduld sagt immer Rechenpower und ja keine Wartezeiten aber eine Aufwand-Nutzen Rechnung (meist reicht da eine Milchmädchenrechnung im Kopf) hält mich auf einem recht ausgewogenen Kurs der Vernunft. In unserem Unternehmen arbeiten wir sehr viel mit Vorlagen - gerade auch im Mail-Bereich. Einiges war aufwendig in der Einrichtung aber gerade bei häufiger Wiederkehr zahlt es sich recht schnell aus.
So wie ich im Unternehmen stets versuche Algorithmen in den Arbeitsvorgängen zu finden die sich erleichternd abbilden lassen, gehe ich auch privat vor.
Bin halt trotz aller Ungeduld eher rational und analytisch mit großen Tatendrang zur Verbesserung auf diese Welt gekommen.
Von: Stephan Kaiser am 10.01.2011
Hallo und guten Tag Frau Härter,


da wir ein (fast) reines Onlinegeschäft haben, ist die Ausfallsicherheit unserer Haupt-Workstation für uns extrem wichtig.

Wir haben das Ziel, bei einem Totalausfall des Haupt-PCs nach maximal 4 Stunden alles wieder komplett am Laufen haben zu können.

Unsere Lösung kostet ein paar Euro, aber das gute Gefühl ist es mir wert. Vor allem schont es die Nerven wink


Und so machen wir es:

a. Wir kaufen immer zwei baugleiche Rechner. Einer ist in Betrieb, der 2. steht als Reserve PC im Schrank.

b. Die tägliche Datensicherung machen wir mit 'Personal Backup' auf eine externe Festplatte. Die Software ist Freeware und sichert so täglich auf Mausklick in ca. 5 Minuten alle neuen und/oder geänderten Dateien.

c. Einmal pro Woche ziehen wir uns ein komplettes Image (mit der Software von Acronis) ebenfalls auf eine externe Festplatte. Diese Festplatte liegt geschützt im Tresor.


Das war es eigentlich schon. Selbst wenn der PC sich in Luft auflöst, wären maximal die Daten des laufenden Tages weg.

Im Notfall wird das Acronis-Image in ca. 2 Stunden auf den Ersatz-PC zurückgespielt und mit der Sicherung von 'Personal BeackUp' kommen wir in einer weiteren Stunde auf den aktuellen Stand.

Wer es so macht, hat nicht nur alle Dateien gesichert, es ist wirklich ALLES genauso auf dem 2. PC wie vorher. Der Desktop, alle Adressbücher, alle E-Mails usw. Es ist ein direkter Clone des Haupt-PCs.


Vielleicht kann der ein oder andere ja noch etwas mit den Links anfangen:

Personal BackUP
Acronis True Image


Grüße von Stephan Kaiser
Von: Gitte Härter am 11.01.2011
Hallo Marcel, hallo Herr Kaiser,

vielen Dank für Ihre eigenen Erfahrungen und die wertvollen Tipps.

Dass manches bei der Einrichtung dann erstmal ein wenig mehr Arbeit macht, sich aber in der Folge dafür umso mehr lohnt, ist ein besonders wichtiger Punkt!

... und über das "selbst wenn der PC sich in Luft auflöst" habe ich herzlich gelacht. Das sind wunderbare Softwaretipps (ich habe die links nur umformatiert).

Viele Grüße
Gitte Härter

PS: Ich habe die Firmennamen gelöscht, weil wir im Blog im Namensfeld und in den Kommentaren keine Eigenwerbung möchten. Zu schnell verkommt sonst ein Blog allgemein zur "Werbeschleuder", wenn man da nicht streng ist. Sie haben ja Ihre Websites beim Namen hinterlegt, und besonders bei so hilfreichen Beiträgen klicken die Leser dann umso neugieriger auf die Website.

 

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