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Die Kunden stehen Schlange!

Gitte Härter • 06.08.2008 • email Weiterempfehlen

Stellen Sie sich ein Geschäft vor, zu dem die Leute müssen. Die Lage ist nicht der Bringer, denn es ist etwas abgelegen auf einer Landstraße in einem kleinen Kaff. Ach was Kaff: Eigentlich ist das Haus fast das Einzige auf weiter Flur. Schon auf der Zufahrtstraße gibt es einen kleinen Stau ... nein, das ist kein Unfall und keine Baustelle, das ist die Abbiegerspur zum Parkplatz! Der ist riesig und dennoch herrscht ein Kampf um freie Plätze. Wer es geschafft hat, sein Auto abzustellen, der reiht sich in die Kundenschlange ein, die bis vor die Türe reicht.

Die Rede ist vom Café Winklstüberl, zu dem Einheimische und Reisende aus ganz Deutschland strömen, nur um dort Kuchen zu essen.

Kuchen!
Stau für Kuchen!
Schlangestehen bis vor die Türe für Kuchen!
Deutschlandweit!

Wo gibt’s denn sowas?

Erfolgszutaten

Was machen die richtig? Abgesehen davon, dass sie in der Region bekannt sind wie ein bunter Hund, weil es ein alteingesessener Familienbetrieb ist, sind sie auch zu einem Geheimtipp avanciert.

Und der Hauptmagnet und der Grund für die große Begeisterung ist Vielfalt, Qualität, vor allen Dingen aber Großzügigkeit.

Im Winklstüberl, so konnte man kürzlich auch im Fernsehen erfahren1, gehen täglich bis zu 200 Kuchen und Torten über den Ladentisch. Ich wiederhole das nochmal: Täglich. Zweihundert.

Stellen Sie sich jetzt bitte mal ein normales Tortenstück vor, wenn Sie in einem Café sitzen. Nein, nicht so ein dünnes, schon ein etwas größeres. Haben Sie’s? – Und jetzt stellen Sie sich das Dreifache davon vor. So groß in etwa sind die Stücke im Winklstüberl. Aber nicht etwa zum dreifachen Preis.
Sie bekommen dort einfach ein Kuchenstück gigantischen Ausmaßes. Hier wird durch Großzügigkeit so ein wahnwitziger Durchlauf an Kunden erreicht, dass sich die Großzügigkeit hundertmal rechnet.

Vielfalt und Qualität

Passiert es Ihnen auch oft, dass Sie willig wären, etwas zu kaufen – ganz unabhängig davon, um welches Geschäft es sich handelt? Dass Sie beim Essengehen eigentlich Lust auf ein Dessert hätten, sie aber auf der Karte nichts anlacht. Dass Sie kaufwillig durch einen Laden schlendern, Sie aber keine rechte Auswahl haben oder die Sachen einfach nicht Ihren Geschmack treffen? - Kaufverhinderung.

Im Winklstüberl gibt es eine riesige Auswahl (auf den Bildern auf der Website kann man einen Auszug davon sehen). Und obwohl sie ganz eindeutige Spitzenreiter haben – da greift die 80-20-Regel wieder (denn ca. 110 der täglich verkauften Torten sind die 5 Kundenlieblinge „Holländer Kirsch“, „Prinzregenten“, „Nusstorte“, „Bayrisch-Creme-Torte“ und „Schwarzwälder Kirsch“) – gibt es zusätzlich eine vielfältige Auswahl an ganz unterschiedlichen Kuchen.

Das heißt, dass jemand, der Lust auf Kuchen hat, dort auf alle Fälle etwas für seinen Geschmack findet.

Kundenservice stimmt

Wenn Sie mal in der Nähe sind, dann fahren Sie mal hin. Aber nicht nur zum Kuchenessen, sondern schauen Sie sich das Personal an: Nicht nur, dass alle sehr nett sind – es ist eine Freude, dem effizienten und schnellen Arbeiten zuzusehen. Und anders wäre dieser Ansturm gar nicht zu bewältigen.

Da weiß jeder, was er tut. Da sitzt jeder Handgriff. Das ist Teamarbeit vom Feinsten!

Übrigens: Ich bin zwar aus Bayern, aber weder verwandt, noch verschwägert. Und wenn Sie sich jetzt fragen, warum ich so euphorisch klinge, dann sehen Sie, was begeisterte Kunden für ein machtvolles Sprachrohr für Sie sind.
 
Fazit:

  • Überlegen Sie, wo Sie – auch als Dienstleister - an Großzügigkeit und Kundenangebot etwas besonders gut machen können.
  • Was gibt es (oder könnte es geben), das Sie zum interessanten Gesprächsthema macht, so dass sich Ihr Unternehmen herumspricht?
  • Wo gibt es Kaufverhinderer? etwa mangelnde Informationen, unklare Leistung oder ein zu sehr eingeschränktes Produktangebot - “Zu sehr eingeschränkt“ soll nicht heißen, dass Sie auf Teufel komm raus alles anbieten sollen. Es geht darum, zu erkennen, was sich Ihre Zielgruppe wünscht oder vermisst und nur deshalb nicht kauft, weil sie nicht das Richtige findet.

————————————————————————————— 1 Auf der Website des „Winklstüberl“ finden Sie beim link „Kuchentheke“ nicht nur Bilder vom Café, der Kundenschlange und der Kuchenstücke, sondern Sie können dort auch den Galileo-Beitrag online ansehen. Der dreht sich allerdings schwerpunktmäßig um die Kuchenzubereitung.

 

Sie können diesen Beitrag kommentieren oder ihn an einen Freund oder Bekannten email weiterempfehlen oder Ich lese: Die Kunden stehen Schlange!Twitter den Beitrag.

 

Anmerkungen & Kommentare

Von: Dorothea Balkow am 10.08.2008
smile) - einerseits, liebe Gitte Härter, kann ich mir das supergut vorstellen und wäre vermutlich ebenso hin & weg wie Sie & könnte mich gar nicht entscheiden, ABER:

1.schon bei meinem eigenen, verbalen Angebot auf xing bekomme ich dann & wann die Rückmeldungen "weniger wäre mehr" / "wer soll das alles lesen" u.ä.

2. Quantität vor Qualität? ...ähnliche Rückmeldungen gab es bzgl. Warensortiment in meiner Galerie, bevor ich mit dem eisernen Besen durchging und obwohl es schon ausgesuchte Stücke waren.., - das müßte ich vermutlich noch ein PAAR MAL tun, so lange, bis nur noch das Beste übrig bleibt... und alles, was das Angebot verwässern könnte, 'raus ist, damit eben ausschließlich der originärste Schmuck mit dem größten Alleinstellungsmerkmal "Bandfiligran" übrig bleibt - und das aber dann in div. Variationen (brauche nur noch die 48h-Uhr und einen Sponsor wink)

3. auch das mit der Großzügigkeit hat seine Grenzen, nämlich dann, wenn man/frau, speziell als Existenzgründer & Solist, a) immer so weiter agieren kann, b) keine anderen Geldfresser wie Diebstähle & Vandalismus, Krankheit etc. in die Parade fahren..

- Es ist auf jeden Fall eine gute Anregung, nur... wie Sie schon sagten: es ist ein LANGE bestehendes FAMILIEN-TEAM-Unternehmen.. wink

vielen Dank für die Suche nach guten Vorbildern, gern weiter so!

mit bestem Gruß
Dorothea Balkow
Von: Gitte Härter am 10.08.2008
Guten Morgen Frau Balkow,

ganz genau so ist es gedacht: sich bei solchen "Vorbildern", also Firmen, die gut laufen, abzugucken -> was machen die denn?

Und ganz genau so wie Sie es ergänzen, natürlich auch: Herauszufinden, was im eigenen Business so eine Begeisterung auslösen könnte, wo man selbst großzügig sein kann, um zusätzliche Freude und Empfehlungen ausulösen (das müssen gar keine großen Dinge sein, die viel Geld kosten) und herauszufinden, worauf man sich einersreits konzentrieren sollte und andererseits Vielfalt zu zeigen.

Ich kenne nun Ihre Branche nicht sonderlich, aber beispielsweise könnte Großzügigkeit bedeuten, dass ich bei Ihnen Schmuck reinigen lassen kann ... auch solchen, den ich gar nicht bei Ihnen gekauft habe (wobei ich mir hier vorstelle, dass das Reinigen von Schmuck bedeutet, dass man ihn nur in ein spezielles Bad wirft und nicht mit viel Aufwand verbunden ist - also ggf. entsprechend gedanklich an etwas anderes knüpfen, wenn das eine falsche Vorstellung ist).

Vielfalt im Schmuckbereich könnte bedeuten, dass Sie mit diversen Materialien arbeiten und ich mir eine andere Kombination bestellen könnte. Wenn ich also was Tolles bei Ihnen finde, aber das gibt es nur in Gold, ich mag aber Goldschmuck nicht, dass ich als Alternative auch ein anderes Material sehe/erhalten kann und Sie mir das auf Bestellung machen.

Vielfalt heißt ja nicht, dass man alles, was man anbietet, in jeder Forma da hat. Sondern es heißt, dass - wenn es für Sie im Einkauf, von der Lagerhaltung und von der Zeit her machbar ist - Sie eine Sache möglich machen (vielleicht sprachen Sie das auch schon mit den "diversen Variationen" an).

Ich kenne das Winklstüberl einige Jahre und kam jetzt drauf, weil ich es häufig erlebe, dass manchmal an falschen Enden gespart wird. Das geht bei Selbstständigen, die mit Materialien arbeiten oft soweit, dass das Endprodukt manchmal sogar schlechter wird, damit die Gewinnspanne oder günstige Preise machbar sind ... letztendlich aber manchmal sogar damit ein Riesenproblem geschaffen wird, weil dann nicht nur das Endergebnis günstig ist, sondern so schlecht, dass es für den Firmenerfolg tödlich ist.

Und ja, es ist ein ständiger Lernprozess und feilen. Und da hat das kurz vorgestellte Unternehmen natürlich einige Jahrzehnte im voraus, das stimmt grin

Viele Grüße
und einen schönen Sonntag
Gitte Härter
Von: Ursula Kruck-Hantschel am 10.08.2008
Hallo grin

ja, das ist ein Patentrezept:
"Wer Großzügigkeit sät - wird Großzügigkeit ernten!"

Aus meiner Sicht ist das A & O nicht nur die Sicht des Kunden, denn *"Guter Service ist das, was der Kunde darunter versteht“* - es ist auch die eigene Einstellung zu meinem Tun.

Steht an erster Stelle "Geld verdienen" und die Dollar-Zeichen in den Augen, dann sieht dies auch der Kunde! Nun könnte man ja so tun, als das nicht so sei - doch- nur so tun, das reicht nicht, denn der Kunde hat auch Augen im Kopf und ein Gefühl im Bauch und
merkt recht schnell, was die Motivation des Menschen ist, denn auch als Unternehmer/in und Selbständige/r bin ich in erste Linie Mensch! wink

Ich denke auch im Management & Marketing sollte eine wichtige Schlüsselkompetenz nicht fehlen: "Das Herz am rechten Fleck!"

Und wenn der Kunde sich "willkommen" und "ernst genommen" fühlt - als Mensch, dann ist das ein Erfolgsbaustein bei der Baukunst des Unternehmens.

Ja, ich kenn das Café nur von Gittes Worten und weiß jetzt bereits, was das Patent-Rezept ausmacht, das sie so erfolgreich werden und bleiben lässt: „Menschlichkeit“

Also dann: Fröhliches werkeln grin

Herzlichst
Ursula
Von: Dorothea Balkow am 11.08.2008
guten Tag an beide Ladies,

Vielen Dank für die Kommentare: ich fasse kurz zusammen, ok?:

@ Frau Härte

1. von "Vorbildern" lernen,
2. Begeisterung auslösen
3. großzügig sein
4. einerseits konzentrieren andererseits Vielfalt.
>> soweit stimme ich absolut zu


…(vielleicht sprachen Sie das auch schon mit den "diversen Variationen" an).
>> YESSS

…nicht nur das Endergebnis günstig ist, sondern so schlecht, dass es für den Firmenerfolg tödlich ist.
>> Na klar, das kenne ich auch von anderen, aber bei mir ist das genau nicht so

… das kurz vorgestellte Unternehmen natürlich einige Jahrzehnte im voraus, das stimmt
>> 1. das und 2. FAMILIENUNTERNEHMEN!!!
_______________________
_______________________

@ Frau Kruck-Hantschel:
1. ja, das ist ein Patentrezept:
2. "Wer Großzügigkeit sät - wird Großzügigkeit ernten!"
3. "Guter Service ist das, was der Kunde darunter versteht“ –
4. "Geld verdienen" und die Dollar-Zeichen in den Augen, dann sieht dies auch der Kunde!
5. auch im Management & Marketing sollte eine wichtige Schlüsselkompetenz nicht fehlen: "Das Herz am rechten Fleck!"
>> GERADE DA NICHT!!! BITTE DOCH WOHL BACK TO THE ROOTS, ALS UNTERNEHMER NOCH EHRENWERTE LEUTE WAREN!!

..Kunde …"willkommen" und "ernst genommen" fühlt - als Mensch
.. ich … weiß jetzt bereits, was das Patent-Rezept ausmacht, das sie so erfolgreich werden und bleiben lässt: „Menschlichkeit“
>> schön für Sie, aber soll das jetzt bedeuten, das alle weniger erfolgreichen unmenschlich sind????

__________________________________________
__________________________________________
>> und:
HALLOOO??? Frau Kruck-Hantschel:

YESSS – eigentlich stimme ich absolut zu, nur, sorry, warum weisen Sie mit Ihrem ganzen statement ausschließlich in die Richtung, dass unternehmerische Schwierigkeiten auf Geiz beruhen oder darauf, das Herz am falschen Fleck zu haben, unmenschlich zu sein oder nicht kreativ zu sein???

das ist mir wirklich zu einseitig & pauschal, sorry, insofern hätte ich mir – wie so oft von meinen lieben Mitmenschen – eher eine vorsichtigere, hinterfragende Äusserung gewünscht, statt einer in diesem Fall gänzlich unangebrachten Waschbürste.. – ich bin schon sauber smile, d.h.

ich arbeite absolut individuell, für JEDEN MEINER KUNDEN, INDIVIDUELLER & VARIANTENREICHER GEHT’S NICHT – ich vermute eher, dass genau dort eines MEINER Probleme liegt..,

Ich arbeite mit ALLEN EDLEN MATERIALIEN, GEHE IM PREIS RUNTER, MACHE ZUDEM RABATT-AKTIONEN, ABER AUCH DIESE INDIVIDUELL & NICHT NUR NEN EINFACHEN COUPON, LIEFERE DENNOCH DAS VERANSCHLAGTE MATERIAL, EHER MEHR, AUCH WENN ICH DRAUFZAHLE, DENN ES IST MEINE VISITENKARTE, DIE DER KUNDE LAAANGE MIT SICH TRÄGT, UND ZWAR SICHTBAR,

NEHME MIR ZEIT FÜR KUNDEN, REINIGE, MACH UND TU, FERTIGE ENTWÜRFE UND KALKULATIONEN, DIE MICH T.W. DIV. STUNDEN KOSTEN, ABSOLUT KOSTENFREI UND HABE DANN MEHRFACH KUNDEN, DIE EINE AUSWAHL WOLLEN, ICH BESORGE, KOSTET ZEIT, PREISE AUS, KOSTET WIEDER ZEIT, HABEN DANN ABER EINE FALSCHE TEL-NR. ANGEGEBEN – DANKE… ;(, ODER KUNDEN, DIE…, ach was soll’s.. – ES GIBT VIELE TOLLE MENSCHEN ALS KUNDEN

– ABER:
– es ist eine Kunst, als Geheimtip zu überleben, der einer bleiben soll
– es ist eine Kunst, mit nur kleiner Schaufensterfront vom hektischen Laufpublikum wahrgenommen zu werden
– es ist eine Kunst, schnell zu sein, wenn Sie sich immer wieder neu in Thematiken einarbeiten müssen
– es ist eine Kunst, nicht wie Autowerkstätten Geld für Kostenvoranschläge zu verlangen (weil Ihnen dann die Kunden, die noch gar keine sind, gleich davonrennen), und dennoch nur die normale Arbeit + Material zu berechnen, noch nicht einmal den Entwurf – und wenn Sie dann ggf. teuerer sind, als vom Kunden gedacht, wird das Projekt vertagt… Sie aber haben gearbeitet – ohne Lohn & Zeit ist fort..
– es ist eine Kunst, schöne Auswahlen zu beschaffen, die von den Lieferanten mit teueren Porti belegt werden, die sie meistens, und sei es nur t.w., sowieso auch wieder retour senden müssen, da ja AusWAHL.., die Kunden dann nicht erscheinen und Sie sich fragen, wofür..
– es ist .. und bleibt eine Kunst – und dennoch.. möchte ich nichts anderes tun, aber das was ich mache, anders.. wink, denn auch ich möchte zufrieden sein können..
– that’s it.. wink


herzlichen Dank für die attention – manchmal sollten wir vielleicht erst fragen, bevor wir antworten.., aus reiner „Menschlichkeit“ wink, denn es gibt noch mehr gut- & warmherzige Menschen auf der Welt ausser dem Cafè, der Moderatorin und Ihnen..

mfg
Dorothea Balkow
Von: Gitte Härter am 11.08.2008
Hallo Frau Balkow,

jetzt bin ich gleich ein wenig erschrocken, weil Sie das in den falschen Hals bekommen haben. - Es ist keineswegs so gemeint, dass man alles vereinfachen könnte und alles easy wäre. Und ich denke (und hoffe), dass das alle bisherigen Beiträge und überhaupt die Plattform unternehmenskick.de deutlich transportieren: Ja, es ist eine komplexe Angelegenheit, sein eigenes Business zu führen. Viele kleine Firmen haben ganz ähnliche Probleme und Hürden zu überwinden. Und der Weg ist neben guten Tipps auch mit "Versuch und Irrtum" gepflastert.

Das, was Ursula mit Menschlichkeit und "Herz am rechten Fleck" betitelt hat, bedeutet ja nicht den Umkehrschluss: Unternehmer sind nicht menschlich oder warmherzig, sondern es ist eine Qualität, die dafür steht, dass die Kunden sich gemeint fühlen. Etwas weniger emotional wäre es wohl die "Kundenorientierung" (aber da will ich nicht in Ursulas Nachricht reinreden).

Was mich interessiert: Sie schreiben unter anderem

>>es ist eine Kunst, als Geheimtip zu überleben, der einer bleiben soll

Was meinen Sie denn mit "ein Geheimtip bleiben soll" genau?

Viele Grüße
Gitte Härter
Von: Ursula Kruck-Hantschel am 11.08.2008
Hallo Frau Balkow,

.... eigentlich stimme ich absolut zu, nur, sorry, warum weisen Sie mit Ihrem ganzen statement ausschließlich in die Richtung, dass unternehmerische Schwierigkeiten auf Geiz beruhen oder darauf, das Herz am falschen Fleck zu haben, unmenschlich zu sein oder nicht kreativ zu sein???...


Hm, da sehen Sie einiges wesentlich anders als ich. Es sind zwei Aspekte beleuchtet worden und sollten zum ganzheitlichen Denken anregen und das bisher Gesagte und Gelebte vervollständigen. Meine Beiträge gelten als Gedankenanstöße und beruhen auf 35 Jahren Berufserfahrung. Ich freue mich, wenn die Leser Nutzen daraus ziehen möchten.

Ich denke, Sie haben mich nicht so verstanden, wie ich es ausdrückte.

Vielleicht lesen Sie den Text nochmals in Ruhe durch und mit etwas Distanz.

Ja, und wenn ich an gewissen Stellen die Menschlichkeit anspreche, so möchte ich ein wenig die "Schärfe" aus den abstrakten Worten nehmen, da ich grundsätzlich mit wertschätzender Kommunikation gut auskomme! wink

In meiner beruflichen Laufbahn konnte ich die Erfahrung machen, dass diese Kompetenz, heute wird es oft auch als "Emotionale Intelligenz" bezeichnet, ein guter Baustein für das Miteinander ist.

Einen schönen Tag wünsche ich Ihnen
Herzliche Grüße grin
Ursula
Von: Dorothea Balkow am 11.08.2008
liebe Frau Härter:

..Geheimtip, der einer bleiben soll:

ähnlich wie bei speziellen Ballkleidern.., es ist eben genau dann nicht mehr sooo besonders, wenn es jede(r) hat.
Ich bin seit 27 J in der Branche, seit 16 J. selbststdg., bis Ende 2004 künstlerisch-freiberuflich, seitdem gewerbl. mit Galerie.

bis Ende 2004 war es ok, mit dem Ladengeschäft brach sehr viel Kundschaft weg, als ob ich nun Woolw. hätte und alles nun plötzlich gewöhnlich - Modeschmuck wäre. Ich habe jedoch nach wie vor KEINEN Modeschmuck.

mit bestem Gruß
Dorothea Balkow
Von: Dorothea Balkow am 11.08.2008
hallo, Frau Kruck-Hantschel,

.. sehr gern bringe ich all jenen Wertschätzung entgegen, die sie auch mir entgegenbringen..

.. nur mal so nachgefragt: können Sie sich eine Schmuckgestalterin vorstellen, die seit 27 J. mit den intimsten Körperregionen ihrer Kunden zu tun hat, Haut, Hals, Ohr etc. & zudem natürlich auch immer mit deren Seele.., versucht, im gesetzten Rahmen sie bestmöglich zu verschönern & die jeweilige Besonderheit und (Charakter-)stärke zum Ausdruck zu bringen.., was so oft in strahlenden Augen mündete,
so dass sie nach Fertigstellung von Kunden umarmt wird, tolle Einträge in ihr Gästebuch bekommt, aber keinen EQ hat?

mfg Dorothea Balkow
Von: Gitte Härter am 11.08.2008
Guten Abend Frau Balkow,

ah, ich verstehe: Da wurde das "Prinzip Ladengeschäft" für viele Ihrer bestehenden Kunden zum (falschen) Signal, dass Sie jetzt die breite Masse ansprechen ("zu kommerziell wurden").

Bestimmt haben Sie in der Richtung in den letzten Jahren schon viel gemacht. Ist das nicht durch die Exklusivität zu lösen? Oder - wenn die ohnehin nach wie vor immer gegeben war und ist - in der Kommunikation wie der exklusive Charakter vermittelt wird?

Denn wenn bestehende Kunden nur wegen eines Ladengeschäfts abspringen, weil sie denken, es gibt jetzt Massenware, das aber nicht der Fall ist, dann gibt's ja was in den Kundenköpfen zu korrigieren (sozusagen).

Ich hoffe, dass das Ladengeschäft auch Vorteile und neue Kunden gebracht hat und Sie nicht nur ein Wegbrechen erlebt haben.

Viele Grüße
Gitte Härter

PS: Leider ist schriftlich manchmal schwierig genau zu transportieren, was wie gemeint ist. Mir ist ganz mulmig, wenn ich Ursula und Ihren Wortwechsel lese, denn hier wächst sich ein Missverständnis gerade ungut weiter aus.
Von: Dorothea Balkow am 11.08.2008
Liebe Frau Härter,
der erste part beschreibt exakt meine Sicht der Dinge..

Nachteile: div. hier erlebt, gleich 5000 Eur-Diebstahl nach Eröffnung, Scheidung, Erkrankung, Vandalismus, div. andere Diebstähle.. (Versich. zahlt "nur bei Loch in Vitrine oder Loch im Kopf" (Zitat)) > dadurch wenig fin. Spielraum mit z.B. Vernissagen gegenzusteuern

Vorteil: alles, von Ware bis Dienstleistung unter einem Dach vereint, intimere Atmosphäre (alles präsentiert bzw. schnell präsentierbar, kein Zeitverlust mehr durch Wege) (das alles waren für mich die ausschlaggebendsten Gründe zur Anmietung) > Individualschmuck-Präsentation

ABER: ich vermute, dass Ihr Ansatz, dass es da etwas in den Köpfen zu korrigieren gibt, sehr richtig ist, nur war ich entmutigt, als von über 800 personalisierten (!) Einladungen gerade mal 15 Gäste erschienen.. - vielleicht sollte ich es noch mal wagen..

merci
Dorothea Balkow

p.s.: es tut mir für Sie sehr leid, dass sich Ihr thread so entwickelt hatte. Ich wollte mich insofern sowieso zurückziehen, da vermutlich Erfahrungen und Perspektiven hier stärker auseinanderklaffen.
Es wundert mich nur sehr, da ich normalerweise solcherlei nachhaltige(Kommunikations-)differenzen, besonders mit Frauen & Unternehmerinnen, kaum erlebt habe.., aber egal, vielleicht war es auch nur durch einen heute differierenden Biorythmus und morgen ist alles wieder in Ordnung.. wink

mit respektvollem Gruss & nochmal vielen Dank für den Denkansatz, sowie einem friedlichen Abend
Von: Ursula Kruck-Hantschel am 12.08.2008
Hallo Frau Balkow,

vielen Dank für Ihre Antwort, nun kann ich Sie durchaus besser verstehen.

Sicherlich gibt es Lebenssituationen, die momentan mit Stolpersteinen behaftet sind, das ist in der Situation oft unbefriedigend und ärgerlich.

Anderseits könnte man die Stolperstein als Startblöcke betrachten, um zu überlegen, was Sie am besten aus der Situation machen und wie in Zukunft eine positive Entwicklung abzuzeichnen ist.

Der erste Schritt dazu ist bereits vollbracht, Sie haben es einmal von der Seele geredet und mitgeteilt. Gitte hat bereits einige Gedankenanstöße und ein kleines Brainstorming eingebracht.

Ihre Kunden sind zufrieden und gehen mit einem Lächeln nach Hause. Zufriedene Kunden empfehlen gerne ein Unternehmen weiter. Damit haben Sie bereits eine gute Basis.

Einige tröstende Worte aus meiner Erfahrung: Das Leben ist ein auf und ab und tägliche Veränderung. Nach dem Ab kommt immer wieder ein Auf, das haben wir hier sicherlich alle schon mehr oder weniger erlebt.

Bei "unternehmenskick" finden Sie sicherlich Unterstützung und Anregungen, Erfahrungsaustausch und ein Feedback durch Gleichgesinnte.

Ich wünsche Ihnen viel Glück & Erfolg um weiterhin in Ihrem Tun den gewünschten Gewinn zu erhalten.

Herzlichst
Ursula
Von: Ursula Kruck-Hantschel am 12.08.2008
Hallo grin

gerne möchte ich zu meinem Beitrag und meiner Sichtweise im Kundenkontakt noch ein Erfolgsgeheimnis eines Mannes hinzu fügen, der bewiesen hat, was das Wort "Erfolg" bedeutet und folgende Werte dazu definierte:

"Wenn Sie nur des Geldes wegen arbeiten, werden Sie es nie schaffen.
Wenn Sie Ihre Sache aber gerne machen, und den Kunden immer an die erste Stelle setzen, ist Ihnen der Erfolg gesichert!"
Ray Kroc - McDonalds-Gründer

Ich wünsche eine schöne Woche und Kunden, die gerne Schlange stehen wink

Herzlichst
Ursula

 

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