Das ist eilig! Wirklich?
Was wohl die meisten unter Druck setzt oder regelrecht in Stress bringt, sind viele Anforderungen von außen, die alle als “eilig” deklariert werden. Falls es Ihnen auch so geht, kann ich Ihnen aus persönlicher Erfahrung nur raten, das nicht einfach hinzunehmen. Es ist sehr hilfreich und wichtig, herauszufinden und genau zu klären, was mit “eilig” jeweils gemeint ist.
Denn es kommt wirklich häufig vor, dass Leute beispielsweise
- aus Gewohnheit und standardmäßig alles als “eilig” bezeichnen
- schlechte Erfahrungen gemacht haben und deshalb mit einem “eilig” die Sache beschleunigen wollen
- unter “eilig” keineswegs “sofort” verstehen, sondern viel größere Zeiträume im Kopf haben
- zwar eigentlich zeitlichen Spielraum haben, aber all das möglichst schnell organisieren, was sie von anderen brauchen.
Deshalb lohnt es sich, eilige Anfragen zu hinterfragen und auf freundliche und konstruktive Art zu klären:
- Welcher Zeitraum ist mit “eilig” genau gemeint (z. B. auf der Stelle, innerhalb von ein paar Stunden, innerhalb von ein paar Tagen)?
- Ist die Sache wirklich so dringend oder könnten Sie ein bisschen mehr Spielraum bekommen? Wie viel genau?
- Wäre es möglich, die Angelegenheit in zwei oder mehrere Teile aufzugliedern, die allerwichtigste zuerst und die anderen zu einem späteren Zeitpunkt zu liefern?
Vor allem dann, wenn es bei Ihnen wirklich eng ist, tun Sie sich selbst einen riesigen Gefallen, wenn Sie das “eilig” genau klären, selbst proaktiv Vorschläge machen, um die Sache zur Zufriedenheit aller anzupacken, und dann klare Vereinbarungen treffen, an die Sie sich zuverlässig halten.
Abgesehen davon, dass Sie viel Druck und Stress von sich nehmen, beweisen Sie sich als souveräne Persönlichkeit, die ihre Zeit und sich selbst gut zu managen versteht. Außerdem kommt diese Arbeitsweise höchstwahrscheinlich auch der Qualität Ihrer Arbeit zugute.
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Anmerkungen & Kommentare
Ich hatte diese Frage in meinem Kopf sofort als "Eilig-Eilig"-Anfrage interpretiert. Als ich zurück schrieb, daß ich den Text bis zum Abend fertigstellen könne, kam zur Antwort: "Nein, nein, nur keinen Streß, ich wollte nur wissen, ob der Text noch vor dem nächsten Treffen in einer Woche fertig ist."
Mein Fazit: Man sollte nicht nur klären, was der Andere mit "eilig" meint, sondern auch mit sich selbst klären, ob man nicht vielleicht bestimmte Anfragen vorauseilend (!) als "EILIG" oder gar "DRINGEND" interpretiert.
Im konkreten Fall werde ich dennoch den Text bis heute Abend fertigstellen und der Anfragenden zu mailen. Ganz einfach deshalb, weil ich jetzt schon Gedanken auf den Textinhalt verwandt habe und diese Angelegenheit nun aus dem Kopf und von meinem Schreibtisch haben will.
Beim nächsten Mal werde ich mir einfach für die Bearbeitung einen Termin in meinen Kalender eintragen, an dem und bis zu dem ich diesen Text erstellen werde.
Herzliche Grüße aus Hamburg
Norbert Jothann
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Wir hatten damals ein hektisches Tagesgeschäft und alle Kunden wollten immer alles "eilig". Als es einmal zu eng wurde, rief ich einen Kunden an, um wenigstens Zeit bis morgen rauszuschinden.
- "Sie sagten ja, es ist eilig - bis wann brauchen Sie es denn unbedingt?"
- "Bis in 14 Tagen."