Produktivität

Business auf Autopilot

Ralf Senftleben • 15.06.2009 • email Weiterempfehlen

Vor einiger Zeit habe ich die Theorie aufgestellt, dass es letztlich unsere Gewohnheiten sind, die den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg machen.

Jetzt habe ich die Theorie getestet, indem ich in letzter Zeit viel mit Gewohnheiten experimentiert habe.

Durch gezieltes Selbsttraining habe ich den letzten Monaten verschiedene Gewohnheiten etabliert. Und hier ein kleiner Erfahrungsbericht, für alle, die vielleicht etwas ähnliches versuchen möchten.

Zum einen schreibe ich seit ca. 60 Tagen jeden Tag (auch am Wochenende oder im Urlaub) für eine Stunde. Ich habe ja immer schon viel geschrieben, aber durch dieses tägliche Schreiben ist meine Textproduktion weniger anstrengend geworden, mein Textoutput hat sich verdoppelt und das Ganze passiert beinahe auf Autopilot, ist also mittlerweile wie Zähneputzen.

Meine zweite Gewohnheit, ist 5 Mal die Woche jeweils eine Stunde “Kaizen” zu betreiben. Kaizen ist das japanische Wort für kontinuierliche Verbesserung und in meinem Fall bedeutet das, dass ich in der Woche jeweils eine Stunde pro Tag damit verbringe, irgendeinen Teilbereich unseres Geschäfts in kleinen Schritten zu verbessern. Also zum Beispiel Marketing-Materialien zu überarbeiten, unser Marketing noch mehr mit Nutzen für potenzielle Interessenten anzureichern, Anzeigentexte zu optimieren, Abläufe zu vereinfachen usw.

Meine erste Sorge war, dass durch die tägliche Verpflichtung Stress aufkommt, weil mir ja zwei Stunden pro Tag fehlen. Aber erstaunlicherweise ist das Gegenteil der Fall. Diese zwei Stunden erzeugen bei mir eine große Gelassenheit und Zufriedenheit, weil ich weiß, dass ich jeden Tag produktiv bin und etwas geschafft habe. Und meine restlichen Aufgaben organisieren sich auf wunderbare Art um diese zwei Fixpunkte herum. Komischerweise habe ich gefühlt mehr Zeit zur Verfügung. Paradox, aber es ist so.

Meine zweite Sorge war, dass mir durch diese Routine die Kreativität verloren geht und dass ich mich eingeengt fühle. Auch hier genau das Gegenteil. Ich habe in letzter Zeit so viele neue Dinge ausprobiert, wie schon lange nicht mehr. Die täglichen Rituale scheinen eine Ort Sicherheit zu erzeugen, die für meine Kreativität sehr förderlich ist.

Alles in allem kann ich es also sehr empfehlen, tägliche Arbeitsrituale zu entwickeln. Es braucht ein bisschen Selbstdisziplin, sich durch die erste Zeit zu bringen. Dabei hat mir die Yukon-Methode geholfen.

Aber jetzt ist es tatsächlich so, als ob mein Business ein bisschen auf Autopilot immer besser und besser wird.

Ich bin schon gespannt, was ich als nächste Gewohnheit etabliere.

 

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Anmerkungen & Kommentare

Von: Zamyat M. Klein am 15.06.2009
Hallo Ralf,
das kommt doch gerade wieder sehr passend daher.

Zum einen etabliere ich gerade wirklich tägliches Yoga jeden Morgen (bin erst bei 7 Tagen, im Urlaub zähle ich nicht mit, da geht es wie von selbst), zum anderen auch die Gewohnheit, morgens erst einmal von 8:00 (oder früher) bis 10:30 Uhr an meinem Buch zu schreiben und erst nachher E-Mail, Telefon, Blog, Twitter und das ganze Gedöns...

Das war nach dem Urlaub in der Türkei schwer ins Wanken geraten, total undiszipliniert doch erst "mal eben die Mails" usw.
Ein super Gefühl, es nun doch wieder so zu machen, wie es
1. nicht nur effektiv ist (und zwar ungemein effektiv- in diesen ruhigen konzentrierten Stunden schaffe ich doppelt so viel), sondern
2. auch noch viel mehr Spaß macht und
3. sehr befriedigend ist.

Und dein selbstgebasteltes Armband: zauberhaft. Aber das würde mich jetzt nur wieder ablenken (das Basteln) grin.

Liebe Grüße
Zamyat
Von: Ralf Senftleben am 15.06.2009
Zamyat, mittlerweile habe ich mein Armband "professionalisiert" grin
Von: Hueseyin Tepeli am 15.06.2009
Hallo Ralf,
du sprichst da etwas an, was ich auch gerne umsetzen würde.: Täglich eine Stunde schreiben! Es ist ermutigend zu hören, dass du diesen Weg gegangen bist und nur positives berichten kannst. Das steigert doch gleich meine Motivitation es auch zu versuchen. Kannst du bitte noch ganz kurz beschrieben, was dich bei der Stange hält, täglich weiter zu machen. Möchte gerne von deiner Erfahrung lernen. Und von Modellierungsaspekt fände ich das ja sehr spannend. smile
Beste Grüße
Hüseyin
Von: Ralf Senftleben am 16.06.2009
Hallo Hueseyin,

wenn ich ehrlich bin, glaube ich nicht, dass das Thema Modellierung aus dem NLP so einfach funktioniert.

Denn das ist ja nicht nur einfach eine Strategie, die man kopieren kann, sondern da steckt ein ganzes Mindset, inkl. unbewusster Muster, Glaubenssätze etc. dahinter. Und das lässt sich glaube ich nicht modellieren. Sonst wäre ja jeder ein kleiner Richard Bandler grin

Ich persönlich würde in einem solchen Fall nicht fragen, wie ich (Ralf) es geschafft habe, sondern wo DU schon mal eine Sache zu einer dauerhaften Gewohnheit gemacht hast, was dir da geholfen hat und wie deine Strategien das auf das Schreiben transportieren kannst.

Schöne Grüße,
Ralf
Von: Hueseyin Tepeli am 16.06.2009
Hallo Ralf,
das mit dem richtigen Mindset kann ich voll unterstützen. Also ich überleg mal, wie ich es machen würde. Ich würde alles möglich positive glauben darüber, dass ich jeden Tag eine Stunde schreibe und alles ablehnen, dass in Frage stellt, dass ich jeden Tag eine Stunde schreibe. Ja, das könnte helfen. grin
Beste Grüße
Hüseyin
Von: Ralf Senftleben am 18.06.2009
Hüseyin, eine weitere spannende Frage hier könnte sein:

Nehmen wir mal rein theoretisch an, dass dein Wohlergehen oder vielleicht sogar deine Existenz davon abhängen würde, eine Stunde täglich zu schreiben ... (rein hypothetisch)

... wie würdest du dann sicherstellen, dass du es wirklich tust?
Von: Hueseyin Tepeli am 19.06.2009
Hallo Ralf,
danke für den interessanten Bezugsrahmen. Unter diesen Umständen wäre eine Stunde schreiben wohl ein Klacks. smile
Wenn meine Existenz davon abhängt, dann würde mich nichts davon abhalten können eine Stunde zu schreiben (Außer ich selbst natürlich, in dem ich es dann doch nicht so wichtig nehme. Mist, ohne Selbstverantwortung geht es wohl doch nicht. wink
Wie würde ich es wirklich tue? Ich würde darauf achten, dass ich mich nicht vom Gegenteil überzeuge (, das Schreiben doch nicht so wichtig ist.)
Gruß
Hüseyin
Von: Ivan Blatter am 21.06.2009
Das war für mich wieder einmal ein Tür-Öffner-Artikel: Während des Lesens haben sich in meinem Kopf einige Türen geöffnet und mir einige neue Ideen "eingebrockt". Danke schön!

Ein schöner und motivierender Erfahrungsbericht!

Herzliche Grüsse
Ivan Blatter
Von: Ralf Senftleben am 22.06.2009
Ivan, danke für die Rückmeldung und viel Erfolg beim Gewohnheiten etablieren.
Von: Edeltraud am 22.06.2009
Hallo Ralf, danke für den interessanten Artikel. Es ist immer wieder super, wie du Dinge so genau beschreiben kannst.
Unbewusst habe ich so eine Gewohnheit etabliert indem ich täglich und zwar wirklich täglich 1 Stunde Aquajoggen ging. Der ganze Tagesablauf wurde wie du schreibst "rundherum" aufgebaut. Erst im Nachhinein, nach ca. zwei Monaten fiel mir auf, wie sehr mich das zum Positiven verändert hat. Von der Gedankenwelt bis zur Figur!

Liebe Grüße
edeltraud

 

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