Brauche ich ein Blog?
Jeder scheint ein Blog zu haben oder darüber nachzudenken. Gehört das jetzt dazu? Muss man als Business ein Blog haben? - Nein.
Ein Blog kann ein großartiges Marketingwerkzeug für Sie sein. Aber mit einem Blog ist auch jede Menge Arbeit verbunden, wenn Sie es wirklich erfolgreich aufbauen möchten. Das ist weder etwas für jeden, noch lohnt es sich unterm Strich für jedes Business.
Welche Arbeit ist mit einem Blog verbunden?
regelmäßig Texte schreiben, und das in einem kürzeren Intervall
Blog steht für Weblog, also ein Tagebuch im Netz. Auch wenn Sie nicht „gezwungen“ sind, wirklich täglich in Ihrem Blog zu schreiben, so lebt ein Blog davon, dass Beiträge in kürzerer Schlagzahl kommen. Ein Blog, bei dem die Beiträge im Abstand von Wochen oder sogar Monaten tröpfeln, ist sinnlos.
Es gibt viele Möglichkeiten, wie man ein Blog von Haus aus so aufzieht, dass man möglichst wenig Aufwand hat, zum Beispiel indem Sie das Blog von Haus aus auf wöchentliche Tipps begrenzen.
Ihr Blog bekanntmachen
Nicht totzukriegen ist der Glaube, dass Marketingaktionen im Internet wahre Selbstläufer sind. Das stimmt nicht! Ihre Website, Ihr Blog, einen Newsletter ... all das sind wunderbare Marketingwerkzeuge, die noch dazu kaum etwas kosten außer Ihre Zeit und Ihren Einsatz. Aber wenn Sie über eine Handvoll Leser hinaus kommen möchten, dann gilt es, Ihre Website konsequent bekanntzumachen. Gerade neue Blogs müssen sich erst einmal etablieren und Leser auf sich aufmerksam machen. Darum ist es zum Beispiel keine gute Idee, ein Blog sofort freizuschalten, obwohl noch gar keine Beiträge drinstehen, allenfalls eine „Ich blogge jetzt dann auch“-Nachricht.
Kommentare moderieren
Sie haften als Website-Betreiber – bei einem Blog haften Sie auch für das, was Leute auf Ihrer Seite einstellen. Da nützt Ihnen kein Disclaimer à la „Ich hafte nicht“. Ein Ladendieb kann sich auch nicht per Zettel in der Hosentasche von geltendem Recht distanzieren.
Dazu kommt noch die Pest der Spamroboter, die Viagra & Co. über Ihr Blog verticken möchten und Internetnutzer, die Pseudo-Kommentare einstellen, nur um Werbung für sich oder ein Produkt zu machen.
Als Blogbetreiber heißt es also, ein Auge auf die Kommentare zu halten: Was schreiben die Leute? Welche links setzen sie? Letzteres ist aus einem weiteren Grund wichtig: Folgen Webbesucher einem link von Ihrer Seite und finden dort ein halbseidenes Angebot, verbinden sie dieses mit Ihnen.
Weit verbreitet ist es deshalb, Kommentare nicht sofort erscheinen zu lassen, sondern erst nach Moderation freizuschalten. Das hat den Vorteil, dass Sie vor Veröffentlichung entscheiden können, ob sie diesen Kommentar freischalten,editieren oder löschen. Es hat für Ihre Besucher den Nachteil, dass ihre Kommentare nicht sofort erscheinen, teilweise erst nach längerer Wartezeit freigeschaltet werden.
Wie gut Sie moderieren, ist auch maßgebend dafür, ob das Kommentarfeld Ihres Blogs als Werbeschleuder genutzt wird. Darum lassen wir es zum Beispiel nicht zu, dass statt eines Namens eine Firma oder Webadresse eingetragen wird, sondern bitte um den Klarnamen oder ein Pseudonym – und auch innerhalb des Kommentartextes lassen wir keine offensichtliche Eigenwerbung zu. Solche Grundsatzentscheidungen tun Ihrem Blog gut, weil es für Ihre Webbesucher angenehm lesbar bleibt (= sie werden nicht ständig mit Werbung bombardiert). Außerdem steigt die Qualität der Kommentare: denn wenn jemand hilfreiche oder unterhaltsame Kommentare schreibt, sind andere Leser interessiert daran, was diese Person so macht und klicken sehr viel öfter auf eine hinterlegte Website.
auf Kommentare und E-Mails antworten
Je konsequenter Sie Ihr Blog hochziehen und je mehr Leser Sie gewinnen, desto mehr Kommentare bekommen Sie. Diese Kommentare sollten natürlich nicht ins Leere laufen. Dazu kommt, dass sehr viele Leute im Internet nicht öffentlich schreiben wollen und sich per E-Mail bei Ihnen melden. Oft mit sehr ausführlichen E-Mails, Ansichten oder Fragestellungen. Manche streben eine ausführlichere Diskussion zu einem Thema an.
Hier ist es einerseits wichtig, dem möglichst gerecht zu werden, aber andererseits auch nicht aus dem Auge zu verlieren, dass Ihr Blog und alles, was damit zusammenhängt, nicht bezahlt wird. Sie können ohne Not die halbe Woche für Ihr Blog arbeiten und sich einreden, dass das tolles Marketing für Ihr Business ist. Tatsache ist aber, dass ein Blog für die meisten von Ihnen kein unmittelbares Einkommen bringt.
Auch ich komme manchmal mit dem Antworten auf Kommentare ins Hintertreffen, so die letzten zwei Wochen, während mein Workshop gelaufen ist. Dennoch habe ich jeden Kommentar sofort gelesen und links geprüft – und im Blog signalisiert, warum ich gerade so stumm bin.
das Blog „aufgeräumt“ halten
Wenn Sie Ihr Blog fleißig und regelmäßig bestücken, werden Sie nach einiger Zeit merken, dass die ursprüngliche Aufteilung der Kategorien nicht mehr optimal ist. Eine Kategorie platzt aus den Nähten, es hat sich ein Thema herauskristallisiert, das sinnvollerweise eine Extra-Kategorie darstellt. Oder Sie haben gemerkt, dass die Verschlagwortung von Artikeln anfangs nicht so optimal war. Ein wachsendes Blog erfordert also auch, dass man hin und wieder „aufräumt“, Kategorien sinnvoll benennt, dümpelnde Kategorien löscht oder zusammenfasst oder neue Kategorien einführt. Natürlich muss dann der bisherige Textbestand gesichtet und umsortiert werden.
die Technik: Backups, Updates und wenn etwas nicht geht
Und natürlich ist auch wichtig, Ihr Blog zu warten. Regelmäßig Sicherungskopien zu machen, falls etwas schief läuft. Vielleicht möchten Sie die Blogsoftware oder den gesamten Blogaufbau ändern oder ein technischer Fehler macht es nötig, das Blog komplett neu zu installieren. Auch das erfordert Arbeit, die Sie im Rahmen halten können, wenn Sie einen Fachmann an der Hand haben.
Wann lohnt sich ein Blog?
So pauschal kann man leider nicht sagen, ob und wann sich ein Blog lohnt. Zum einen ist wichtig, welche Ziele Sie damit verfolgen. Und damit meine ich zuallererst einmal die Ziele für Ihr Business.
Wir hier bieten unsere Leistungen online an: Sie können Selbstlernkurse bestellen, Online-Workshops mitmachen oder sich von mir beim Texten coachen lassen. Damit ist alles, was wir tun, regional unabhängig. Ich erreiche mit Newsletter und Blog immer potenzielle Kunden. Das ist natürlich eine ganz andere Situation, als wenn Sie eine Leistung ausschließlich regional anbieten.
Nun kann Ihr Ziel natürlich auch sein, sich als Experte auf Ihrem Gebiet zu etablieren, so dass Sie nicht nur darauf aus sind, mit einem Blog Kunden zu gewinnen, sondern sich damit in Ihrem Fach einen Namen zu machen. Oder Sie möchten sich ein weiteres Standbein aufbauen und später einmal etwas über das Internet verkaufen und jetzt schon einmal anfangen, sich eine gut besuchte Plattform aufzubauen.
Wichtig ist, dass Sie sich klarmachen:
1. Was sind meine KONKRETEN Ziele für ein Blog?
2. Inwiefern ist ein Blog für diese Ziele tatsächlich die beste Wahl? Welche anderen Wege gibt es, meine Ziele zu erreichen?
3. Was können Kunden bei mir kaufen? Wie wahrscheinlich ist es, dass mein Blog genau die Zielgruppe erreicht, die dann auch bei mir kauft?
Vielleicht haben Sie aber einfach Freude am Schreiben oder Sie möchten sich mit einem Blog herantasten, Ihr Fachwissen in Schriftform zu packen. Dann ist das Ziel des Blogs nicht in erster Linie Marketing, sondern Spaß, der Drang, Ihr Wissen weiterzuschenken oder das Schreiben zu üben.
Auch das sind wunderbare Ziele, die Sie mit einem Blog gut erreichen können. ABER: Berücksichtigen Sie dabei immer, dass Sie die Arbeit am Blog nicht bezahlt bekommen und dass Sie in der Zeit, in der Sie sich um Ihr Blog kümmern, nicht aktiv für Ihr Business sind. Gerade Dinge, die einem Spaß machen, sind oft Zeitfresser, die Ihre Selbstständigkeit auch blockieren können.
Und damit sind natürlich nicht nur Blogs gemeint, sondern auch alle anderen Social-Media-Plattformen, in denen Sie sich tummeln, weil Sie glauben, dass es gutes Marketing ist, was in vielen Fällen jedoch nicht so ist: Gefühlter Erfolg vs. Erfolgskontrolle
Und natürlich ist es wichtig, auch diese Kriterien einzubeziehen:
- Wie viel Freude haben Sie am Schreiben und wie schnell geht es? Besonders die Schnelligkeit ist entscheidend. In Schreibworkshops bekomme ich oft mit, dass selbst kleine Artikel gerne mal zwei bis drei Tage Arbeit beanspruchen. Das geht nicht! Der Aufwand steht überhaupt nicht im Verhältnis.
- Wie leicht tun Sie sich damit, andauernd neue Themen zu finden und möglichst nutzwertig anzugehen? Ein gutes Blog ist immer auch vielseitig: nicht nur thematisch, sondern auch von der Art, die Themen aufzubereiten.
- Wie interessiert sind Sie wirklich am Dialog? Wenn Sie nicht auf Feedback oder Austausch aus sind, bleibt durchaus die Möglichkeit, Kommentare im Blog nicht zuzulassen.
- Wie sehr mögen Sie das Internet? Das klingt merkwürdig, aber viele Leute schätzen zwar E-Mail und dass sie im Netz schnell an Informationen kommen, bewegen sich aber ansonsten nicht gerne im Internet, weil sie die ständige Arbeit am Bildschirm nicht mögen oder einfach lieber persönlich und mündlich auftreten.
Man muss übrigens nicht immer sofort ein eigenes Blog aufziehen. Vielleicht möchten Sie erste Schritte wagen, indem Sie Gastbeiträge in anderen Blogs schreiben? Nicht jedes Blog macht das (wir übrigens auch nicht), aber viele Blogbetreiber sind dankbar dafür, wenn ihnen hin und wieder jemand einen Artikel schreibt oder wenn ein anderes interessantes Thema, das sie nicht selbst abdecken können, aufgegriffen wird. Auf diese Weise können sie sich ans Bloggen herantasten.
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Anmerkungen & Kommentare
jetzt komme ich nicht umhin, schon wieder zu schreiben "Jawoll, Dein Artikel kommt gerade richtig." - Aber auch auf die Gefahr hin, dass mich wiederhole: dem ist einfach so, denn seit August betreibe ich einen Blog und kann bestätigen, dass es ordentlich Arbeit ist.
Ich brauche zwar nicht tagelang für einen Artikel, aber was ich zunächst unterschätzt habe, ist das Drumrum, also beispielsweise geeignete Bilder finden, denn ein Artikel lädt viel mehr zum Lesen ein, wenn auch eine Visualisierung da ist. Oder überhaupt mal eine gescheite Blogroll aufzustellen, ist ein Akt für sich.
Allein für ein Bild überlege ich manchmal ganz schön lang. Dann hole ich mir manchmal Ideen über Google, d. h. ich schaue gebe relevante Schlagwörter ein und schaue mir die erscheinenden Bilder an. Das bringt mich oft auf was Eigenes.
Zudem habe ja so ein Zeichenboard wie Du und liebäugle schon lange, es endlich hervorzuholen. Aber was mich noch zurückhält ist die Befürchtung, dass ich dann Stunden mit der Zeichnerei verbringe. Nun denn.
Ich bin ja bei Deiner Schreibnudel-Blogwoche dabei; zieh Dich war an, ich habe schon viele Fragen
In diesem Sinne: Danke mal wieder und bis bald zur Blogwoche.
Herzlichen Gruß, Yvonne
ich habe für mich (erstmal) die Entscheidung getroffen kein Blog zu führen. Aber die Fähigkeit zum guten Bloggen will ich haben.
Darum geht es mir zur Zeit wie meiner Vorgängerin: ich schreibe meine Fragen dazu auf und freue mich auf die nächste Woche!
Viele Grüße,
Silke
freut mich, dass der Artikel nützlich ist. Vielen Dank für die Ergänzungen.
Gerade auch das Stichwort "Affiliate" von Herrn Simon ist auch ein wichtiger Punkt: denn auch das Geld verdienen über Partnerprogramme muss aktiv betrieben werden UND sollte dabei immer die Leser im Blick haben! Partnerprogramme mit echtem Mehrwert bringen allen was. Mit Partnerprogrammen zugekleisterte Blogs, die nur dem Betreiber dienen, gehen nach hinten los.
Und auf die Blogwoche nächste Woche freue ich mich auch schon sehr. Super, dass Ihr schon fleißig Fragen aufschreibt.
Einen schönen Tag
Gitte
vielen Dank für deinen Beitrag. Er war genau der Anstoß, den ich brauchte!
Ich hatte lange hin und her überlegt, ob ich einen Blog eröffnen soll. Ich hatte mich bereits dagegen entschieden, meine homepage mit einem Blog aufzurüsten, da empfahl mir eine Kollegin die "Blogger-Funktion" (keine Ahnung, wie das richtig heißt) von google. Nun probiere ich dort in meinen Kommunikations- und Rhetorik-Blog einfach einmal aus. Wenn es mir dauerhaft gefällt, kann ich ihn irgendwann immer noch auf meine homepage installieren...
Ich möchte in meinem Blog Tipps zur Rhetorik mit meinen persönlichen Ansichten zu Rhetorik, die von denen "normaler" Rhetorik-Trainern abweichen, verknüpfen. Mal schauen, ob ich damit meine Ziele erreiche. Im Moment wundere ich mich, wo die ganzen Besucher aus den USA herkommen.... (?)
habe schon des öfteren bei "schreibnudel" gestöbert und nun diesen Artikel übers bloggen entdeckt. Da ich mich vor kurzem auch dazu entschlossen habe einen blog zu eröffnen kam dieser Artikel gerade recht. Werde den Tipp von paradiesvogel anwenden und Deinen Artikel auch als Checkliste verwenden um mir klarzuwerden, was ich mit dem blog eigentlich will und wie ich ihn nun aufbauen werde.
Mal sehen, vielleicht schaffe ich es ja bei der nächsten blogwoche dabeizusein. Den Kommentaren nach zu urteilen bringts ja einiges.
Schönen Abend noch
Monika
ein sehr realitätsgerechter und für manche vielleicht ernüchternder Blick hinter die Kulissen und ein wichtiger Gegenpol gegen reflexhafte Absichten, ein Blog zu errichten. Sich mit diesen Themen frühzeitig zu beschäftigen, lohnt sich auf jeden Fall. Ich werde Ihren Beitrag gern weiter empfehlen und habe es schon in einem heutigen Artikel getan, der sich damit befasst, wie man Funkstille im Blog vermeiden kann. Denn Ihr Beitrag hat mich genau an diesem wunden Punkt erwischt. Besser hätte er nicht passen können. Herzlichen Dank!
Ja, sich erstmal auszuprobieren, das ist immer eine gute Sache! Herantasten, schauen, wie es so ist und dann kann man immer noch so richtig reingehen.
Englischsprachige Kommentare und Trackbacks sind bei deutschsprachigen Blogs in der Regel "Spambots", also automatisch eingestellte Werbung. Auch wir werden zur Zeit mal wieder heimgesucht: hin und wieder kommen englische Werbeeinträge durch unseren Spamschutz.
Also nicht glauben, dass sowas wie "interesting article, I want to read more, good point oder where is your facebook button" echt ist.
@Monika
Das freut mich, dass Sie gerne mitlesen und der Artikel eine nützliche Checkliste für Sie ist. Und ja, wenn man es richtig macht und auch entsprechend Energie reingibt, um das Blog bekanntzumachen, lebendig zu halten und mit den Besuchern in Dialog zu treten, ist es ein sehr effektives Marketingwerkzeug (erst recht in Kombination mit einem Newsletter).
@Frau Birkner
Dankeschön fürs Weitersagen. Und ideal, wenn hin und wieder ein Thema gerade recht kommt!
vielen Dank für die Warnung wg. der Spambots! Ich hätte mich gewundert, wieso so viele Amerikaner Deutsch verstehen und auf Englisch antworten
Viel Erfolg bei deiner Blogwoche!
Herzliche Grüße
Christine
weil Deine Blogwoche für mich hier den Anfang machte, Ausschreibung und dieser Beitrag, bedanke ich mich ganz herzlich für die supergute Blogwoche und Deine Betreuung!!!!
Frohes Wochenende,
Silke
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Ich denke:
a) man muss wirklich gerne schreiben
b) Nutzen für andere den eigenen Zielen unterordnen
c) sich trauen Affiliate zu betreiben oder eigene Produkte zu bewerben
d) einen langen Atem haben
Dann wird das was.