Erfolgsprinzipien

Bitte helfen Sie mir! – Ideen-Brainstorming für eine unmachbare Idee

Gitte Härter • 21.01.2010 • email Weiterempfehlen

Seit Jahren mache ich Witze, dass ich mit einem Buch auf die SPIEGEL Bestsellerliste komme. Letzte Woche wieder. „Ich habe ja einen Plan“, habe ich zu meiner Lektorin vom GABAL-Verlag gesagt, „das NERV NICHT! kommt auf die SPIEGEL Bestsellerliste und dann gibt es einen zweiten Teil mit noch mehr nervigen Leuten.“ Wir haben gelacht und aufgelegt.

Aber am nächsten Tag dachte ich: Hmmmmm. Wäre sowas möglich? Könnte man, wenn man Leute mobilisiert, tatsächlich auf die SPIEGEL Bestsellerliste kommen oder geht das nur mit einer Riesen-Medien-Kampagne ...

Dann habe ich mal näher geschaut und nachgefragt beim Verlag. Anscheinend sind da wirklich sechsstellige verkaufte Exemplare nötig – und das Ranking erscheint wöchentlich. Also hab ich wieder in mich reingelacht und wollte das ganze als fixe Idee in eine Schublade im Hirnkasterl verstauen.

Aber dann dachte ich: “Nönönö, auch wenn es absurd erscheint (und vielleicht auch ist), es ist prinzipiell ja möglich.” Und im Zuge des „Lassen Sie ein Ziel nicht einfach hintenrunter fallen, weil Sie auf den ersten Blick denken, es ist nicht machbar“ denke ich mir, wir könnten gemeinsam eine hübsche Ideensammlung zusammenkriegen - die uns alle auch für andere Ziele inspiriert, nicht von vornherein eine Idee aufzugeben, sondern mal in alle Richtungen querzudenken:

Welche Ideen haben Sie? ... alle Ideen zählen, auch so abstruse wie das Ziel LOL
Was könnte ich alles tun, um auf die SPIEGEL Bestsellerliste zu kommen?

 

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Anmerkungen & Kommentare

Von: Amos Ruwwe am 21.01.2010
In den alten Zeiten, wo das Wünschen noch geholfen hat, so beginnt das Märchen vom Froschkönig. Wünsche helfen heute auch noch, daraus werden dann Ziele. Beim Spiegel in die Hitliste zu kommen ist schon ein schöner Wunsch.Den habe ich auch.Gitte schreibt und kommt so ihrem Ziel wohl näher, mein Wunsch ist es, das mehr und mehr Unternehmen die Mitarbeiter und Mitarbeitinnen nicht als HR bezeichnen, humanressources, sondern als das wahrnehmen was sie sind, Menschen und das wichtigste Kapital im Unternehmen und deshalb ihnen auch Fortbildung in Form von ungewöhnlichen Mittel zukommen lassen, zum Beispiel mit Märchen im Management. Das bringt Fantasie ins alltägliche Berufsleben und das zahlt sich immer aus, für den Unternehmer genauso wie für die MitarbeiterInnen.
Von: Knut O.E. Pankrath am 21.01.2010
1. Brav: Ich habe für meine Rezensionen und Buchblitze (neu seit Jan 2010) keine validen Daten, aber Rezensionen über Multiplikatoren helfen schon.

2. Flotter: Mit Webkamerateam bekannten Nervensägen ein Exemplar zu schenken versuchen und das Bildmaterial viral wirken lassen.

3. Etwas abwegiger: Eine offen formulierte Wette mit einem irgendwie interessanten Wetteinsatz formulieren.
Von: Norbert Jothann am 21.01.2010
...ganz speziell für diese Vermarktung / dieses Ziel eine "Landing-Page" und einen "Twitter-Account" und ... einrichten...
Von: Gitte Härter am 22.01.2010
@Amos: "wo das Wünschen noch geholfen hat" grin Sehr gut!

@Knut und Norbert
Vielen Dank für die ersten Ideen! Das ist ja schon jetzt eine schöne Bandbreite ... mal gucken, was noch dazu kommt.

Ich finde ja so Brainstormings sowieso enorm spannend, weil Gedanken so richtig kreuz und quer gehen - und "andere Leute" ja häufig ganz anders denken als man selbst.
Von: Volkert Brammer am 22.01.2010
Hallo Gitte,

tja, wie macht frau aus einem Buch ein "Must-have"-Artikel? Was ist daran "chic" und besonders "wichtig" es zu kaufen (und dann hoffentlich auch zu nutzen?
Wie wäre es mit: Sich andocken an die, die es geschafft haben in die Liste zu kommen, z.B. mit Saugnäpfen? Oder in die Richtung: ein Bestseller + Nerv nicht zum Special-Price?
Oder mal wieder paradox herangehen: Wie schaffe ich es gerade nicht auf die Bestsellerliste zu kommen? Was kann ich alles so richtig schlecht machen?
Oder wie wäre es mit der Hape-Kerkeling-Strategie von Möbel-Höffner?

Viele Grüße

Volkert Brammer
Von: Norbert Jothann am 22.01.2010
...Pressemeldung...
...im Bekanntenkreis fragen, ob jemand einen pfiffigen Radiomoderator vom BR kennt, der Gitte Härter zum "Nerv nicht!"-Interview einlädt (Morgenradio oder ähnlich)...
...bei Buchhandlungen nachfragen, die das Buch im Angebot haben, ob sie Interesse an einer Lesung der Autorin haben...
...jede Menge DIN-A5-Zettel in Briefkästen verteilen lassen...
...im Bekanntenkreis fragen, ob jemand eine pfiffige Fernsehemoderatorin oder eine Redakteurin beim BR kennt, die immer auf der Suche nach interessanten Gästen in Ratgeber- und/oder Nachmittagsfernseh-Sendungen sind...
Von: Gudrun Sonnenberg am 23.01.2010
Hm, originelle Frage... meine Ideen:

- Erfinden Sie eine möglichst abstruse These
- Holen Sie eine alte Idee aus der Versenkung und geben Sie ihr einen neuen Namen
- Stellen Sie zum richtigen Zeitpunkt einen Erfolgstrend in Frage
...?

Wenn Sie lieber schreiben möchten, was sie wollen: Werden Sie berühmt! Dann ist es egal, was sie von sich geben wink
(Im Ernst, das ist wahrscheinlich die sicherste Methode...)
Von: Norbert Jothann am 23.01.2010
..."Wer dieses Buch kauft, erhält noch jenes Buch kostenlos dazu."
Von: Gitte Härter am 23.01.2010
... ganz herzlichen Dank für die weiteren Ideen! Da ist ja schon eine Menge schöner Sachen dabei ... und der eine oder andere Schmunzler grin

zum Beispiel sehe ich mich in Tarnkleidung ans Hugendubel-Bestseller-Regal robben und das Buch mit Saugnäpfen andocken ... HAHAHA ... köstlich!
Von: Volkert Brammer am 23.01.2010
Hallo Gitte,
du triffst mit deinem Buch den Nerv vieler Menschen in Unternehmen und Organisationen. Und auch meinem, wenn ich mal wieder den xten Vertreter am Telefon habe, der mir nur "kurz ein paar Fragen stellen will".
Wie wäre es daher mit praktischen "Tipps für den Hausgebrauch" in Brigitte & Co, und, wenn es dein Buch hergibt, auch in einschlägigen Blättern für die Arbeitswelt (Psychologie heute, ManagerSeminare usw.)?
Und bei Erscheinen des Buches: wie wäre es mit den Shops, wo man auf die schnelle mal einen Ratgeber kauft? Auf dem Flughafen, an größeren Bahnhöfen ...
Und Talkshows, auch um diese aufzupeppen? Und Hörfunk? Bei uns im Norden gibt es auf Enjoy (Sender für jüngere Menschen) regelmäßig gute Statements von einem Psychologen zu diversen Themen ...
Und vielleicht brauchst du noch einen netten Aufmacher: "Wer sich nicht wehrt, den tritt ein Pferd", hat mein Sohn gerade gedichtet.

Viele Grüße
Volkert Brammer
Von: Beate Schmidt am 24.01.2010
Hallo Gitte,
ich hab mal etwas nachgedacht ...
Zum Einen meine ich, dass ein anderer Titel vielleicht besser ankäme. Lieber mehr poitiv und ungewöhnlicher. - ähnlich Moppel-Ich, Ich bin dann mal weg, Wenn meine Welt voll Kirschen ist, was tu ich mit den Kernen? ... Bei uns war jetzt Werbung zu lesen: Am Anfang war Himmel und Erde, den Rest haben wir gemacht - "Nerv nicht" kennt zwar jeder, ist aber eigentlich negativ besetzt.
Zum Inhalt: Es könnte eine ganz besondere Geschichte/Sichtweise auf etwas sein. Ev. ganz anders eine neue Geschichte vom kleinen Prinzen, eine Sams-Geschichte für Erwachsene, eine Adaption auf die Erwachsenenwelt mit einem außergewöhnlichen Ansatzpunkt. Für alles andere musst Du, wie Volker schon sagt, berühmt sein. Seine Idee mit den Rubriken in Zeitschriften finde ich eine gute Idee. Daraus läßt sich nach etwas Zeit auch ein Buch machen.
- Allerdings: Es muss irgendetwas ganz besonderes haben, sonst komst Du nicht auf die Verkaufszahlen. Denn es soll ja in der Spiegel-Liste auftauchen.
Entweder musst Du besonders/provokant sein (um zu Talkshows etc. eingeladen zu werden) oder Dein Vertriebsweg oder Dein Buch.
Aber gehen kann das.
Da bin ich mir sicher. grin

Liebe Grüße an die Bestsellerschreiberin,
Beate
Von: Alt, Mylène Nicole am 25.01.2010
- Fangruppe auf Facebook und Ihre Kontakte dazu einladen (steigert den Bekanntheitsgrad enorm, dann ist das Buch noch nicht verkauft, aber zumindest bekannter -> schon jetzt einstellen).
- Regelmässiger Link auf Amazon in Ihrem Newsletter (jetzt schon Hinweis, dass das Buch im April erscheint; wenn es nicht so günstig wäre, hätte ich gesagt "Frühkäuferrabatt")
- Kontakt herstellen zu jemandem, der genau das Ziel erreicht hat. Vielleicht verrät er/sie ihnen Tipps und Tricks, sofern er aus einem anderen Genre kommt (da wären Sie ja keine Konkurrenz)
- Sich analog Absicht und Erfolg/amazon.de in die richtige Schwingung bringen.

Good luck!
Von: Dagmar Buggle am 25.01.2010
Hallo Frau Härter,
ich habe vor einiger Zeit in der Zeit mal einen interessanten Artikel über den Werdegang eines Bestsellers gelesen, der dürfte in diesem Fall auch intersssant für Sie sein:
Experimentierfeld Büchermarkt: Dick, doof und arm

Gruß vom Bodensee,
Dagmar Buggle
Von: Alt, Mylène Nicole am 25.01.2010
@ Dagmar Buggle - Sie haben eine spannende Website grin
Von: Alexandra Kalis am 25.01.2010
Hallo Gitte,
mir fällt die Statusmeldung in Xing ein, vielleicht kombiniert mit einer Wette... Ich habe bspw. 91 direkte Kontakte und 11.558 Kontakte zweiten Grades, 812.656 Kontakte dritten Grades. Also wenn man jeweils einen gewissen Prozentsatz davon überzeugen könnte, die Meldung zum Buch in die Statusmeldung zu nehmen, könnte das zumindest die Kenntnis um die Veröffentlichung steigern.
Zur Absatzsteigerung; ich war vor einiger Zeit bei einer Veranstaltung eines großen deutschen Personaldienstleisters, bei dem es einen interessanten Vortrag gab und als Geschenk für jeden Gast die aktuelle Publikation des Sprechers. So was, oder wenn ein Konzern ein paar Tausend z.B. als Mitarbeitergeburtstagsgeschenk kaufen würde....
Ich drück Dir die Daumen.
Herzliche Grüße
Alexandra
Von: Gitte Härter am 25.01.2010
... hallo, liebe Ideenhaber und -geber! Ich bin total begeistert über die vielfältigen tollen Anregungen und exzellenten Ideen. Die werde ich alle dann mal nochmal durchgehen (kommen bestimmt noch welche!) und mal gucken, was sich da alles für das NERV NICHT! realisieren lässt.

Dankeschön an alle!! grin


@Dagmar: Danke auch für den Hinweis auf diesen - auch für Nichtautoren - sehr ausführlichen und interessanten zeit.de-Artikel!

@Beate: Ja, besonders die Titelwahl ist immer so eine Sache. Da spielt natürlich eine große Rolle, dass (wie im Artikel, den Dagmar verlinkt hat, auch ausführlich beschrieben, dass der Verlag mit den verschiedenen beteiligten Abteilungen letztlich entscheidet. Hat man als Autor nicht voll in der Hand.
Von: Zamyat M. Klein am 28.01.2010
Ha, vieles ist ja schon genannt, womöglich wiederhole ich mich, aber ich will einfach mal drauf los brainstormen...

- Modelling nach NLP: untersuchen, wie haben andere es geschafft (mit Sachbüchern)
- Birkenbihl und Asgodom, Seiwert etc. ansprechen, - schreiben, um Unterstützung, Hilfe, Mentoring bitten
- ALLE Menschen, die du kennst, bitten eine tolle Rezension bei amazon, auf ihren Webseiten und Blog zu schreiben und zu twittern
- selbst wieder einen Twitter- Account mit Buchtitel einrichten und dort zu witzigen Spielen, Rätseln, Preisausschreiben oder so einladen (Mitmachaktionen, die alle was mit dem Inhalt des Buches zu tun haben)
- Lesungen in Buchhaltungen abhalten, durch das Land tingeln
- unbedingt in Talk-Shows, Radiointerviews etc.
- Podcast- Interviews in You tube und sonst wo
- in TV-Zeitungen und anderen Blättchen und Zeitschriften einen witzigen Artikel darüber veröffentlichen

Grundidee: du musst natürlich die breite Masse erreichen, nicht nur so einen erlesenen Kreis wie uns grin

Was ich auch finde: der Titel ist leider so negativ formuliert. Daher vielleicht mit einer Zusatzunterschrift für die Artikel versehen
- der witzig ist
- bei Menschen einen Wiedererkennungseffekt und Emotion auslöst (ah, die kennt das)
- und die Aussicht auf Lösung (auja!!)

- Bilder dazu malen
- tolle Fotots dazu
- Werbeplakate und Flyer mit tollem Bild und Titel
- ständige Inserate
- irgendein Schneeballsystem entwickeln, wo andere die Arbeit für dich machen grin
- Anreize für eine Hilfstruppe (kostenloses Coaching z.B.)
- Jeden Tag eine Affirmationsübung dazu machen
- Für dich selbst als Plakat visualisieren: eine Spiegel-Bestsellerliste ausschneiden, deinen Titel einfügen und das ganze aufkleben. Überschrift: Ich stehe auf der Spiegel-Bestseller-Liste (oder: Mein Buch...) und an die Wand hängen, wo du es täglich siehst
- diese Vorlage als Werbung nehmen
- eine Wette starten, bei der ganz viel Geld reinkommt (für wen auch immer grin
- Aufkleber, Button, Tassen, Taschen und T-Shirts für die Kampagne herstellen
- jeden Tag dafür beten
- ein Lied komponieren mit dem Inhalt und jeden Tag vor dich hin singen
- das wird ein Ohrwurm, den jede singen:
Gittes Buch wer hätt's gedacht,
steht auf der Liste über Nacht
beim Spiegel ist sie wirklich da
sie hats geschafft, ein laut Hurra!

- oder so ähnlich grin könnte man ja noch ein bisschen dran feilen, muss ja auch noch arbeiten... an meinem Buch, das übrigens auch der Renner zum Thema "Suggestopädie" werden soll, zumal es da seit 20 Jahren nichts Grundlegendes zu gibt

- das ist auch noch ein Tipp: ich sage und schreibe das einfach lauthals zu jedem, dass das der Renner zu dem Thema wird und bin auch fest davon überzeugt.

Daher zuletzt noch die Frage: bezieht sich dein Wunsch auf das Buch "Nerv nicht" oder könnte es auch ein anderes sein? Ist das in deinen Augen, das Beste, Wichtigste, was du geschrieben hast? Oder einfach vom Thema her breiter, so dass du damit mehr Leute erreichen kannst?

Ich wünsch dir viel Erfolg!! Und schon mal viel Spaß mit dem Brainstorming.

Kennst du übrigens brainR? Da kannst du anonym im Internet ein brainstorming starten und viele Menschen antworten (anonym) - Link auf meinem Blog, falls du es nocht nicht kennst.

Zamyat
(Und du glaubst es nicht, das Spam-Wort heißt "did 99"- was ich jetzt frei interpretiere: "getan" bzw. passiert!!)
Von: Gitte Härter am 28.01.2010
Hallo Zamyat,

Du wahnsinnige Ideensprudlerin grin So eine Menge an lustiger Ideen ... inklusive BETEN und einem bereits getexteten Lied. HAHAHAHA. Ich lach mich tot!!

Das mit dieser Brainstormingseite hab ich irgendwann schonmal gesehen, ich erinnere mich dunkel. Danke nochmal für den Hinweis.

Ja, das NERV NICHT ist jetzt aktuell natürlich dran. Ich will nicht sagen, dass es das Beste ist, aber es ist sicherlich das beste Thema, weil JEDER sich oft mit nervigen Gesprächssituationen (oder Leuten) rumschlägt, und weil es eben kein Buch ist, wo man hauptsächlich reflektiert und "oooommmm" sagt, sondern wirklich konkrete, unterschiedliche Antwortmöglichkeiten dabei sind, mit denen man selbst souverän bleibt, aber eben aktiv mit der Nerverei umgeht oder auch einen Riegel vorschiebt - und vor allen Dingen, weil der Verlag die sehr lockere Sprache auch gut fand, so dass es auch spaßig zum Lesen ist.

... mein Spamorakel sagt gerade: "started77" - auch nicht schlecht wink

Holldrio!
Gitte

 

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