Aufschieben, mal anders gesehen
Sagen Sie von sich, dass Sie verlässlich sind? Sind Sie ein pünktlicher Mensch, der sich darüber ärgert, wenn andere unpünktlich sind – oder sich vielleicht sogar respektlos behandelt fühlt, wenn jemand später als vereinbart kommt?
In diesen Fällen sind wir nicht an Ausreden interessiert.
Wir wollen nicht, dass der andere erstmal „eine Methode“ erlernt oder anwendet, die dazu führt, dass er sich an Absprachen hält.
Wir wollen einfach, dass er verdammt nochmal das macht, was er gesagt hat. Oder sich rechtzeitig vorher meldet und eine neue Absprache trifft, an die er sich dann aber auch hält.
Etwas aufzuschieben, das wir mit uns selbst vereinbart haben, ist dasselbe in Grün.
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Anmerkungen & Kommentare
ich könnte jetzt sagen, das ist wieder so eine typisch deutsche Eigenart, in anderen Ländern ist es normal eine halbe Stunde oder Stunde später zu kommen usw.
Aber was bringt es? Wir sind hier in Deutschland und da ist es eben anders.
Auch in habe früher extreme Probleme mit dem Thema die (Un-)Pünklichkeit der anderen gehabt.
Aber dann habe ich mich irgendwann an den Satz erinnert - Schuld sind immer die anderen...
Und wie in vielen Bereichen ist es wohl so, dass wir die anderen nicht ändern können, sondern nur uns selbst.
Als mir das klar wurde konnte ich auch mit Freunden umgehen, die grundsätzlich 1 bis 2 Stunden zu spät kamen. Was habe ich gemacht? Ich habe gesagt, das wir uns um 11:00 treffen, wenn ich sie um 12:00 treffen wollte.
Ich weiß, das ist nicht der Weisheit letzter Schluß, aber mir hilft es.
Liebe Grüße
Mario
danke für die Kommentare. Ich bin ganz überrascht, dass Ihr auf die Pünktlichkeit und die Erwartungen eingeht, wo mein Schwerpunkt ja auf etwas anderem lag.
Gleichzeitig sprecht Ihr da auch DAS Thema bei mir an. Wer jetzt mitliest und bei mir schonmal ein Seminar mitgemacht hat, der grinst jetzt wissend (gell. Heike). Ich finde es extrem wichtig, pünktlich zu sein.
Zumal es für uns Selbstständige ohnehin eine Selbstverständlichkeit sein dürfte, SOFERN ES SICH UM EINEN KUNDENTERMIN HANDELT. Da gibt es keinen Grund, es in anderen Begegnungen schleifen zu lassen.
Ich kenne natürlich auch die Fälle, wie Ihr Sie schildert: im Freundeskreis etc.
Dabei ist ja die eine Sache das: Wie gehe ich damit um? - Die andere aber die, ob es um "gleichgültige Gelassenheit" geht. Und die, finde ich, ist nicht immer angebracht. Gelassen mit Dingen umzugehen, ist sicher gut und wichtig (vor allen Dingen auch für die eigene Verfassung). Etwas aber einfach als gegeben hinzunehmen im Sinne von "resignieren" oder "das ist halt so", das ist was, das ich nicht erstrebenswert finde. Bestimmte Dinge möchte ich nicht hinnehmen.
Und wie ich es bpsw. in Seminaren immer wieder erleben möchten das auch andere nicht. Meine Teilnehmer, auch die, die von sich vorab sagen, dass sie nicht so sonderlich pünktlich sind oder es ihnen egal ist, wissen es zu schätzen und es klappt nach dem ersten Anlauf meist wie selbstverständlich und reibungslos, dass alle rechtzeitig da sind. Das finde ich toll. So soll es aber auch sein.
Jetzt bin ich etwas abgeschweift.
Wie ist denn der Rückschluss mit dem "Gilt ja auch für mich/Aufschieberitis" für Euch?
Auf wiederschaun
Gitte
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Gitte Härter •
ja, genau das passt auf mich zu. Ich bin verlässlich, halte mich an das, was ich sage und erwarte das im gleichen Zuge von meinen Mit-Menschen.
Doch genau in diesem Punkt erlebe ich in meinem Umfeld immer wieder Spezies, die genau in diesem Punkt mich ärgern wollen. Und ich lasse mich darin ärgern. Aber ist das wirklich lohnenswert sich darüber zu ärgern oder stellt diese Person nicht auch ein Lehrmeister dar, der mir auf indirektem Wege etwas sagen möchte: Nimm das Leben leicht und sei nicht so hundertprozentig genau! Das ist die Frage.
Verlässliche Morgengrüße
Heike