Motivation und Ausgleich

Ich sollte, aber ich wiiilll nicht…

Gitte Härter • 12.05.2008 • email Weiterempfehlen

Jeder schiebt manchmal Dinge vor sich her. Vielleicht nicht ständig, vielleicht nicht lange, aber jeder kennt das aus eigener Erfahrung. Das ist also erst mal ganz menschlich und „normal“ (um es deutlich für all diejenigen unter Ihnen zu sagen, die mit sich hadern oder sich gar selbst schelten, weil sie an Aufschieberitis leiden).

Und Sie kennen es wahrscheinlich auch: Meist hat es ungute Konsequenzen, wenn man etwas ständig aufschiebt. Manchmal sind diese sogar weitaus schlimmer, als es die eigentliche Tätigkeit gewesen wäre. Noch mehr Gewicht hat allerdings, was wir uns persönlich damit antun: Denn auch wenn ein Aufschieben uns erst einmal davor bewahrt, die Sache anzupacken, so spukt sie uns doch dauernd im Kopf herum:

„Das habe ich auch noch nicht gemacht …“, „Ich sollte doch längst …“.

Für Selbstständige kann das richtiggehend verheerend sein, denn es drückt aufs Gemüt und lähmt, wenn es ganz dumm läuft, sogar Ihren Geschäftserfolg – ich denke zum Beispiel an das Vermeiden von Kundenakquise.

Hier einige ganz praktische Tipps, die mir dabei geholfen haben, kontinuierlich an den Dingen dranzubleiben – und mit denen ich mich auf Spur bringe, wenn ich mal wieder auf dem Ich-wiiiiiiiiiiill-nicht-Trip bin:

Immer einen Überblick verschaffen!

Um mir die Freiheit zu verschaffen, auch mal etwas nicht tun zu müssen, wenn ich gerade nicht inspiriert bin oder gerade darauf jetzt keine Lust habe, ist es wichtig, nicht ständig unter Zeitdruck zu arbeiten. Wenn Sie also alles grundsätzlich im Griff haben, dann haben Sie auch Pufferzeiten, um etwas bewusst aufschieben zu können.

Habe ich also beispielsweise die Aufgabe, einen Artikel zu schreiben, aber es will einfach nicht fließen, dann kann ich es mir erlauben zu sagen: „Jetzt legst du das weg und machst etwas anderes! Morgen klappt es dann mit dem Schreiben in einem Bruchteil der Zeit, während du dich jetzt nur quälen müsstest.“

Verschaffen Sie sich also immer über Ihre aktuellen und anstehenden Aufgaben einen konkreten Überblick. Konkret heißt, dass Sie auch durchdenken, was mit einer bestimmten Aufgabe alles zusammenhängt – denn nur so können Sie den Aufwand richtig einschätzen. Das klingt banal, und doch sehen die meisten To-Do-Listen so aus, dass gerade mal ein Schlagwort draufsteht: „Auftrag Kunde X“ oder „Messeeinladungen verschicken“.

Dass beim Auftrag des Kunden X jedoch eine große Kalkulation für ein Honorarangebot und die Anfrage bei mehreren Lieferanten wegen eines besonderen Materials anstehen, das geht daraus nicht hervor. Und dass für die Messeeinladungen ein Brief formuliert, ein Serienbrief aufgesetzt und die relevanten Adressen aus einem anderen Programm exportiert werden müssen, auch nicht. Umgekehrt gilt das natürlich genauso: Manchmal erkennt man nicht, dass eine Aufgabe gar nicht so komplex ist wie gedacht.

Darum nehmen Sie sich immer ein paar Minuten für jeden To-Do-Punkt: Durchdenken Sie ihn und schreiben Sie dann die Unterpunkte, die diese Tätigkeit mit sich bringt, mit auf Ihre Liste. So gewinnen Sie zum einen einen konkreten Überblick und können zum anderen auch Teilaspekte einer Aufgabe zwischendrin erledigen.

Wie lange wird’s dauern?

Handelt es sich um eine unangenehme Sache, dann überlege ich mir vorher oft, wie lange ich dafür ungefähr brauchen werde. Die meisten Tätigkeiten sind ja nicht riesig, sondern einfach nicht so beliebt. Wenn ich weiß, ich habe irgendeine langweilige Verwaltungssache zu erledigen, die ich nicht mag, und ich weiß: „Das dauert höchstens eine halbe Stunde.“, dann klingt das in meinen Ohren machbar und gar nicht mehr so schlimm. Ein „Bring’s hinter dich!“ fällt mir so viel leichter.

Denken Sie in diesem Zusammenhang mal an Telefonanrufe, die Sie Stunden oder gar Tage vor sich herschieben: Die dauern nur wenige Minuten, wenn Sie sich aufraffen, aber sie rauben Ihnen ein Vielfaches an Nerven, wenn Sie sie ewig nicht erledigen. In solchen Fällen nützt Ihnen vielleicht auch ein Selbstgespräch à la „Mach’s jetzt!“ oder „Stell dich nicht so an.“.

Warum will ich eigentlich nicht?

Gerade wenn es um Dinge geht, die Sie chronisch vor sich herschieben, sollten Sie unbedingt an die Wurzel gehen: Warum möchten Sie nicht? Manchmal kennt man sich nicht gut genug aus, um eine Sache anzupacken – oder hat das Gefühl, dass es einfach keine Stärke von einem ist.

So geht es zum Beispiel ganz vielen Selbstständigen, wenn sie über sich schreiben müssen. Ich habe es schon oft erlebt, dass Werbemaßnahmen – manchmal so Kleinigkeiten wie der Eintrag in einer Datenbank – monatelang unbearbeitet bleiben, weil jemand es nicht schafft, zwei oder drei Sätze über sich zu formulieren.

Gehen Sie der Sache auf den Grund, warum Sie etwas nicht machen möchten. Wenn Sie das konkretisieren, können Sie gegensteuern, indem Sie genau da ansetzen, wo Sie eine Schwierigkeit haben: sich beispielsweise eine fehlende Fähigkeit aneignen oder sich etwas von jemand anderem zeigen lassen.

Erst … dann …

Belohnung oder „Bestrafung“ ist auch eine gute Möglichkeit, die Sie je nach Typ einsetzen können. Ich trinke beispielsweise total gerne einen schönen Milchkaffee zwischendrin. Oft sage ich mir: „Jetzt machst du Anruf X und schreibst diese E-Mail fertig, und DANN darfst du dir einen Milchkaffee machen.“

Vielleicht funktioniert es bei Ihnen umgekehrt besser: „Jetzt mache ich einen schöne Kaffeepause und danach packe ich, frisch gestärkt, Sache X an.“

Wichtig ist bei Belohnung oder Strafe, dass Sie die Abmachung mit sich selbst immer ernst nehmen! Also nicht dann nach der Kaffeepause doch wieder aufschieben. Ein Deal ist Ehrensache – auch mit Ihnen selbst!

Die Kommentator-Technik

Mir persönlich hilft auch – gerade bei Tätigkeiten, auf die ich gerade keine Lust habe – sehr gut die Kommentator-Technik: Ich sage mir vor, was ich tun werde. Also beispielsweise „Jetzt schreibe ich eine Antwort auf diese E-Mail, dann frage ich bei Kunden Z nach, was mit der Bezahlung der Rechnung ist, und anschließend schreibe ich den Werbebrief im Entwurf.“

Wenn ich die E-Mail dann fertig habe, verkürzt sich das Ganze auf: „Und jetzt der Anruf bei Kunde Z wegen der Rechnung und anschließend entwerfe ich dann den Werbebrief.“

Das klingt ein bisschen komisch, ich weiß – aber es hilft. Denn zum einen stellt man sich drauf ein, es wird ein ganz selbstverständlicher Ablauf, und zum anderen lassen Sie sich kein Schlupfloch, den Anruf wieder und wieder zu verschieben.

Was sind Ihre Tricks und Tipps, wenn Sie sich um etwas drücken? Wie halten Sie sich bei der Stange?

 

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Anmerkungen & Kommentare

Von: Norbert Jothann am 12.05.2008
Hallo, liebe Gitte!

Danke für diesen motivierenden und anregenden Artikel.

Ich habe mich dabei in vielen Punkten wiedergefunden. Entweder, daß ich so war, oder daß ich noch so bin in meinem Verhalten.

"Kommentator-Technik":
Diesen Begriff in diesem Zusammenhang kannte ich noch nicht. Meine Frau, die mich vor einiger Zeit dabei beobachtet hatte, wie ich mir selbst laut klare Anweisungen gab, meinte dazu: "Na, machst du dir den Chef?" Ich denke, sie hatte Recht damit.

Mir ist bei mir bekannten Einzelunternehmern und bei mir selbst aufgefallen, daß man hin und wieder geneigt ist, bei sich selbst Verhaltensweisen durchgehen zu lassen, die man bei Angestellten nicht lange tolerierte.

Die andere Seite ist, daß ich bestimmte Dinge "mal eben" machen will, weil ich sie zugesagt habe. Dieses "Mal eben" hat dann aber manchmal unschöne Konsequenzen. Bestimmte Dinge sind wegen ihres Arbeitsaufwandes eben nicht "mal eben" zu erledigen. Somit wirkt dieser "unerwartete" (!) Zeitbedarf in die Planungszeiträume anderer Termine hinein. Dann beginne ich zeitlich zu rudern - und fühle mich oftmals kurz vor dem "Untergang", wenn, ja, wenn ich da nicht auf die "glorreiche" (?) Idee käme, die Nacht noch mit hinzu zu nehmen.

Herzliche Grüße aus Hamburg

Norbert
Von: Dorith EDO am 12.05.2008
Liebe Gitte,

als Gast bei meinem Schatz habe ich den Newsletter mitgelesen. Ich finde die Tipps sehr gut. Sich selbst vorzusagen, was zu machen ist, habe ich selbst schon ausprobiert. Funktioniert prima.

Was mir auch noch hilft, ist das Aufteilen einer Aufgabe in kleine Schritte. Bei mir ist das Aufschieben eigentlich immer eine Folge von irgendwelchen Ängsten.

Beispielsweise bei den Papieren fürs Finanzamt habe ich oft unbewusst Angst, dass ich die Formulare mit Fehlern verderbe. Mir hilft dann, dass ich mir vor Augen halte, wie die Finanzbeamten selbst mit den Formularen umgehen und ungehemmt darin herumstreichen.

Dann halte ich mir vor Augen, dass ja ganze Seiten nicht auf mich zutreffen, ich die Felder also gar nicht ausfüllen muss. Und dann gehe ich einfach mal die erste Seite mit den persönlichen Daten an. Das weiß ich ja zumindest in jedem Fall, ohne irgendwo nachgucken zu müssen.

Auf diese Weise wirkt das Gesamte nicht mehr so erschreckend. Und was übrig bleibt, ist dann auch nicht mehr so wild.

Dann hilft mir noch ein Gedanke von Dale Carnegie: Sich vorstellen, was schlimmstenfalls passieren könnte.

Ich überlege mir also, was passiert, wenn ich ein Feld falsch ausfülle oder aber fälschlicherweise gar nicht: Der Beamte erklärt mir meinen Fehler und bessert es in meinem Beisein aus. Das nächste Mal weiß ich es besser. Ist also alles halb so wild...

Liebe Grüße
Dorith
Von: Gitte Härter am 13.05.2008
Hallo Norbert,

herzliche Grüße an Deine Frau. Ich habe sehr gelacht über "Na, machst du dir den Chef?" - Wunderbar ausgedrückt, denn abgesehen vom Effekt, den wir mit derlei Selbstgesprächen erzielen, bringt es eine der wichtigsten Fähigkeiten, die ein Selbstständiger braucht, auf den Punkt: sich den Chef zu machen/machen zu können.

Auch das "mal eben" kennen wir alle, glaube ich. Manchmal laufen so Sachen aus dem Ruder, meistens kann man es gezielt nutzen: je konkreter man Überblick hat (also etwa auch die Aufgaben wirklich für die To-Do-Liste runterbrechen), desto klarer hat man das Wissen um etwas kleines oder großes. Oder/und: je öfter man eine Sache macht, desto zackiger geht sie einem auch von der Hand.

Aber das sind die schönen Dinge, gell?: Das nebenbei lernen und besser werden, auch was das Selbstmanagement angeht.

-----------------------

Liebe Dorith,

wie schön, dass Sie sich direkt die Zeit nehmen und Ihre Gedanken posten (ich hoffe, Sie abonnieren sich Ihr eigenes Exemplar unseres Newsletters und sind noch öfter hier bei uns zu Gast grin

Wir sind Schwestern im Geiste: Die offizielle-Formular-Ausfüllstarre und damit fast immer das Verhunzen eines Formulars, das kenne ich auch! Da kann man ja wetten, dass man vor lauter Aufpassen erst recht was verpatzt. Hihi.

Dankeschön für Ihre Tipps, was gut klappt. Das Konkretisieren, sich rantrauen und auch mal aufzudröseln, warum man schiebt und was so schlimm ist etc., das hilft viel - und zeigt ja, dass wir große Grübelgedankenmeister sind ... aber eben oft aus dem ersten Impuls heraus negativ. Dabei gibt es immer auch viel Neutrales und Positives ... oder, wie Sie das auch so schön schreiben: die Möglichkeit, sich Unterstützung und Rat zu holen.

Herzliche Grüße
Gitte
Von: Diana K am 14.05.2008
Hallo an alle grin

Vielen Dank für die Zeilen. So motivieren wir uns gegenseitig und beleuchten die Arbeit immer wieder.

Mir hilft, dass ich mir sage:

"Lass es nicht erst zum Problem werden."

Hab ich mal irgendwo gelesen - und seit dem hilft dieser Satz eben gerade weil die Arbeit sonst in den Gedanken bleibt und ich mich mit einer Aufschieberitis selbst beurlauben müsste. (Welch eine Mühe, den Urlaubsschein vielleicht nicht genehmigt zu bekommen.) wink

Liebe Grüße
Diana K
Von: Sabine Faust am 14.05.2008
Hallo liebes Unternehmenskick-Team!

Oh ja, kenn ich auch gut: die Steuer, die Akquise-Anrufe... da blüht der Selbstbetrug - und damit einher das schlechte Gewissen.
Deine "Selbstgespräche", liebe Gitte, werde ich mal ausprobieren. Ich arbeite allein, mich hört keiner wink
Ich habe allerdings auch die Erfahrung gemacht, dass ich in einer bestimmten Verfassung sein muss, um auf potentielle Kunden (oder die Presse) zugehen zu können, sei es am Telefon oder persönlich. Das spricht wiederum klar für die angesprochenen Puffer...

Mein "Trick"? Ist eigentlich gar keiner: Mir hilft das Co-Coaching, das ich seit ein paar Wochen nach eurer Anregung mache, enorm dabei, zu meinem Wort zu stehen - und übrigens auch dabei, mich an reelle Ziele für einen Zeitraum von einer Woche heranzutasten. Um wenn ich was nicht tue/schaffe, fällt das eben nicht so kommentarlos hinten runter. Da fragt jemand nach...!

Bei der Gelegenheit herzlichen Dank für eure Newsletter - ich sauge Honig aus ihnen grin und leite sie auch gern weiter. Sie sind nicht nur Basis meines Co-Coachíngs sondern auch der Arbeit in einem 4-köpfigen Erfogsteam. Das CoCo machen wir übrigens wöchentlich telefonisch und das E-Team monatlich persönlich.

Herzliche Grüße aus Hamburg - und weiter so!
Sabine
Von: Gitte Härter am 15.05.2008
Hallo Diana,

ganz wunderbar ist der Satz mit dem "nicht erst zum Problem werden"! Da sieht man doch auch schon schön an unseren verschiedenen Vorgehensweisen, welche unterschiedlichen Qualitäten Selbstgespräche haben und wie wir ganz verschieden (und auch unterschiedlich effektiv je nach Persönlichkeit und Situation) darauf reagieren.

... und mit dem "Urlaubsschein genehmigt bekommen" hast Du alte Erinnerungen in mir geweckt. Das ist eines der Dinge, die ich in der Selbstständigkeit vermisse: Wie schön es ist, einen Urlaubsschein auszufüllen, das gute Gefühl ihn abzugeben und die Freude ihn "genehmigt" zurückzubekommen. Ein tolles Gefühl ... schwelg ... grin

----------

Hallo Sabine,

herzlichen Dank für das tolle Feedback zu uns und den Newslettern. Da freuen wir uns wirklich riesig drüber. Wir sind ja noch immer gut dabei, alles hier aufzubauen und machen uns im Hintergrund viele Gedanken, was wir Euch noch so bieten können-wollen-sollten - und da ist es umso großartiger zu sehen, dass die Tipps so aufgegriffen und eben auch - wie in Deinem Fall - im Rahmen von CoCoaching bzw. Erfolgsteam so intensiv mit reinkommen und bearbeitet werden. Toll! Viel Spaß und Erfolg mit Deinen CoCoaching-Kollegen.

Und mit der persönlichen Verfassung: Das ist auch so wichtig, gell? Gerade die Wirkung, die nötig ist beim Telefonieren oder auch die Energie und Lust bei bestimmten Tätigkeiten, die hat man nicht immer parat. Ich bin ein sehr großer Verfechter des "Lustprinzips" und der damit verbundenen Freiheit, möglichst alles im Griff zu haben, damit man Dinge verschieben kann, wenn man nicht möchte oder gerade nicht kann. Geht nicht immer, aber wenn auf der anderen Seite der Laden läuft, kann man da neben den normalen Pufferzeiten auch etwas "Freiheit im Zeit- und To-Do-Plan" haben.

Allen einen schönen neuen Tag
(ich lass mir am Nachmittag zwei Weisheitszähne reißen ... aua)
Gitte
Von: Norbert Jothann am 15.05.2008
Hallo, Gitte!

Alles Gute für Deinen Besuch beim Kieferchirurgen.
Lass' Dich gut behandeln! wink

Herzliche Grüße aus Hamburg

Norbert
Von: Gitte Härter am 16.05.2008
Hallo Norbert,

herzlichen Dank - wie aufmerksam grin
Es ist alles gut gelaufen und ich habe bisher nicht mal merkliche Schmerzen.

Und es passt auch wieder zu unserem Aufschiebethema: ich habe das jetzt bestimmt zwei Jahre vor mir hergeschoben, dabei war es keine große Sache. Tztz.

Ein schönes Wochenende in den hohen Norden
Gitte
Von: Norbert Jothann am 16.05.2008
Hallo, Gitte!

Schön zu lesen, daß alles so wunderbar verlaufen ist und man Dich im doppelten Sinne gut behandelt hat.

Ja, es paßt wirklich zum Aufschiebethema. Ich hatte das Ziehen der Weisheit, äh, der Zähne gleichen Namens auch ein paar Jahre vor mich her geschoben. Letztlich war es auch bei mir keine große Sache.

Ebenfalls ein schönes Wochenende an die Isar.
Norbert
Von: SylviaF am 02.08.2009
Hallo Gitte,

vielen Dank für die schöne Beschreibung.
Bei mir liegt die Aufschieberei häufig an schlechter Stimmung oder an dem Gefühl eh nichts bewirken zu können. Dann habe ich einige Aufgaben (wenn es an mangelnder Selbstwirksamkeit liegt), die ich vor der aufgeschobenen Aufgabe erledige, um wieder 'gut drauf' zu kommen - z.B. Fenster putzen - da sieht man so herrlich, was man geschafft hat. Nur schlechte Stimmung kann bei mir mit Musik oder Bewegung verändert werden.
Oder mit der Vorstellung, wie gut es mir gehen wird, wenn diese unsägliche Aufgabe erst hinter mir liegt.

Liebe Grüße,
SylviaF
Von: Gitte Härter am 03.08.2009
Hallo Sylvia,

vielen Dank für die Ergänzungen. - Das mit dem Fensterputz-Effekt ist besonders wirksam: etwas tun, wo man sieht, was man getan hat.

Gerade wenn unsere Arbeit aus Denken besteht und wir viel mit dem Computer arbeiten, dann sehen wir nicht mehr, was wir geschafft haben.

Ich hatte auch schon manchmal bei Durchhängern die Vision, im Getränkemarkt um die Ecke zu jobben, nur damit ich sehen kann: Jetzt habe ich 50 Kisten von hier nach da geschleppt! grin

Je mehr man sich selbst kennt, desto wirksamer kann man dann draufhelfen mit solchen Tricksereien oder "Starterkabeln".

Viele Grüße
Gitte
(die ihre Fenster erst putzt, wenn man gar nicht mehr raussehen kann ... hihi)

 

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