Angst macht doof
Bankenkrise, Rezession, Konjunkturflaute ... Bei den ganzen schlechten Meldungen kann einem als Unternehmer schon ein bisschen mau werden.
Wenn man mit Selbstständigen spricht, merkt man eines: Die Angst geht um.
Was, wenn meine Aufträge wegbrechen? Was, wenn mein Hauptkunde pleite macht? Was, wenn niemand mehr Geld hat, um sich meine Produkte leisten zu können?
Ehe man sich versieht, ist man im schönsten Kopfkino drin und die Angst fängt an, einen aufzufressen. Und das ist es genau, was man Selbstständiger nicht gebrauchen kann.
Denn Angst lähmt uns, schaltet den Verstand aus, lässt uns schlechte Entscheidungen treffen oder führt zu Kurzschlussreaktionen. Angst ist ein ganz schlechter Ratgeber, wenn es um das eigene Geschäft geht.
Deswegen ist es auch so wichtig, dass wir als Selbstständige unsere Ängste im Griff haben und einen kühlen Kopf bewahren.
Ein Schritt in diese Richtung, ist sich die eigenen Ängste erst einmal einzugestehen und sie sich bewusst zu machen?
- Was beschäftigt mich?
- Was bereitet mir Sorgen?
- Wovor habe ich Angst?
Machen Sie doch vielleicht einfach mal formlos eine Liste, mit Antworten auf diese Fragen.
Im nächsten Schritt, kann man die eigenen Ängste und Sorgen dann etwas genauer betrachten:
- Wie realistisch ist die Sorge?
- Wie sieht der "Worst Case" aus?
- Wie wahrscheinlich ist es, dass es so kommt?
- Was genau würde das für mich bedeuten?
- Warum macht mir das solche Sorgen?
Um diese Fragen zu beantworten, muss man vielleicht auch ein paar Meinungen einholen. Zum Beispiel kann man einmal seinen wichtigsten Kunden einfach fragen, wie seine wirtschaftliche Situation aussieht. Nicht immer wird man eine klare Antwort bekommen, aber fragen kostet nichts.
Und wenn Sie Ihre Ängste besser verstanden und vielleicht auch ein bisschen relativiert haben, dann können Sie einen Plan machen:
- Welche der Ängste sind real, wahrscheinlich und wirklich bedrohlich?
- Was kann ich HEUTE tun / beginnen, um das Risiko zu verringern, dass es soweit kommt?
- Was kann ich HEUTE tun / beginnen, um mich für den Fall vorzubereiten, wenn es so kommen sollte, damit ich dann mit möglichst geringem Schaden aus der Sache herauskomme?
Die eigenen Ängste wahrnehmen, sie genauer untersuchen und einen Plan machen. Das ist ein guter Dreischritt, um die eigenen Ängste in den Griff zu bekommen und gelassen zu bleiben. Und das hilft wiederum gute Business-Entscheidungen zu treffen.
Und natürlich gibt es auch Risiken, an denen wir auch beim besten Willen nichts ändern und da hilft auch ein Plan nichts. Für diese Fälle hilft nur Optimismus und ein gewisses Vertrauen ins Leben. Auch diese Qualitäten sind für Selbstständige nützlich und es lohnt sich, daran zu arbeiten.
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Anmerkungen & Kommentare
Auch sonst gefällt mir der Beitrag sehr gut, denn wenn man sich solche diffusen Ängste genau vornimmt, aufschreibt, zerbröselt und vor allem konkrete Handlungsschritte überlegt, ist man schon aus dem Zustand raus.
Denn es ist sicher oft das Ohnmachtsgefühl, das einen so lähmt. So wie ich anfange, konkrete Pläne zu schmieden, fühle ich mich grundsätzlich besser.
Ich persönlich gehe natürlich vor allem mit Kreativität an solche "Problemlösungen" heran. Denn auch die diversen Kreativitätstechniken bringen einen meist in einen guten Zustand, in Flow und entwickeln Tatkraft (wie setze ich was in welcher Reihenfolge um), ich werde aktiv in Richtung Lösung und starre nicht auf die Schlange.
In diesem Sinne
kreativen Mut allen
Zamyat
Und wie heißt es so schön: In jeder Krise stecken auch Chancen. Als Unternehmer könnte man jetzt zum Beispiel nachdenken, was Menschen in Krisenzeiten dringender brauchen, als sonst und das dann gezielt anbieten.
Und diese ewige Angstmacherei in den Medien.
Wo bleibt unser Vertrauen? Die Welt hat sich noch immer weiter gedreht und wird es weiter tun.
Für die Jugend mag es sogar ein bisschen heilsam sein, wenn nicht alles sofort zu haben ist.
Begegnen wir diesen neuen Zeiten mit neuem Bewusstsein.
Liebe Grüße
Edeltraud
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