Blogparade: Als Blogger ohne Werbung Geld verdienen
Peer Wandiger veranstaltet eine Blog-Parade und fragt, wie kann man mit Blogs Geld verdienen, ohne seine Werbeflächen direkt zu verkaufen.
Und weil das vielleicht auch für unsere Leser interessant ist, habe ich mal ein bisschen gebrainstormed:
Um sein Blog ohne Werbung gegen Geld zu refinanzieren kann man …
Eigene Produkte anbieten, am besten Info-Produkte zum Download, weil diese eine gute Marge haben. Aber auch CDs, DVDs, Bücher sind gut. Und wer nicht selbst versenden will, es gibt ja heute Fullfillment-Firmen.
Sich über sein Blog als Experte positionieren und eigene Dienstleistungen anbieten.
Ein Netzwerk von fähigen Dienstleistern zusammenstellen, dieses auf der eigenen Website präsentieren und diesen gegen Vermittlungsprovision von 15-30% Aufträge zuschanzen, die über das eigene Blog generiert werden.
Produkte für einen Offline-Shop vermarkten, der noch nicht im Internet ist.
An formalisierten Partnerprogrammen teilnehmen (wie z. B. an unserem Partnerprogramm) - wichtig ist hier, Parterprogramme mit hohen Provisionen und guten Umwandlungsraten zu wählen. Wir zahlen übrigens 30% und unsere Umwandlungsraten liegen je nach Passgenauigkeit der Zielgruppe zwischen 1 und 4% (Wink mit dem Zaunpfahl).
Online-Kurse veranstalten - Ein Thema das den Leuten unter den Nägeln brennt, gutes Know-how, ein bisschen didaktisches Talent und und ein Diskussionsforum… mehr braucht man nicht.
Einen eigenen Shop aufmachen und Produkte per Drop-Shipping verkaufen.
Ach, eigentlich gibt es endlose Möglichkeiten. Die große Frage ist für mich eher:
Warum verdienen die meisten Blogger nicht genug?
Und meine vorsichtige Vermutung wäre: Wenn man Geld verdienen will, muss man in 9 von 10 Fällen etwas verkaufen. Und Verkaufen ist für die meisten Leute böse, böse, böse ![]()
Etwas zu verkaufen, bedeutet sich aus dem Fenster zu lehnen und sich angreifbar zu machen. Da ist es eben einfacher, ein paar Werbebanner zu schalten und bei AdSense mitzumachen. Aber mit Werbung Geld zu verdienen ist in Deutschland hammerhart, selbst wenn man ordentlich Besucherzahlen hat. Wir haben das 5 Jahre lang versucht und es nicht gebacken bekommen.
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Anmerkungen & Kommentare
Jo, guter Punkt, Ralf. Oder wie ich in einem Kommentar bei Peer schrieb:
Betrachte Dein Blog (oder auch Website, das ist egal) nicht als Blog, sondern als Laden / Geschäft. Das Blog ist nur die "Einkaufspassage", die die Leute ranholt.
Und da ich früher immer einen eigenen Buchladen aufmachen wollte, gleichzeitig als Autorin schreiben wollte und Kurse geben wollte, habe ich hier meine perfekte Schnittmenge gefunden. *strahl*
LG Heike
Du schreibst: "Und Verkaufen ist für die meisten Leute böse, böse, böse
Etwas zu verkaufen, bedeutet sich aus dem Fenster zu lehnen und sich angreifbar zu machen."
Da ist etwas Wahres dran.
Darum nennen sich viele auch nicht mehr Verkäufer, sondern "Xyz-Berater", "Xwv-Produkteberater"...
Aber Produkte und Dienstleistungen lassen sich nun einmal nicht "beraten" oder "ver-beraten", sondern nur VERKAUFEN.
Verkäufer im Außendienst nennen sich lieber "Gebietsleiter" (ja, welches Gebiet leiten sie denn? Personal kann man leiten, aber ein Gebiet...) oder "Gebietsrepräsentant" ("So, so, sie repräsentieren also ein Gebiet? Mh, mh, mh...?"), nicht zu vergessen die "Bezirksleiter".
Das Komische (?) dabei ist, daß dann der Leiter aller Gebiets- und Bezirksleiter zumeist VERKAUFS-Leiter heißt. Ist das der einzige im Team, der sich noch traut, etwas zu verkaufen, statt zu verberaten?
Und das "Beste" dabei: Diese Nicht-Verkäufer verhalten sich dann als "Berater aller Arten" auch wie Berater und scheinen zu hoffen, daß sich ihre Angebote wie von selbst verbera..., äh, verkaufen lassen.
Ooooh, neee, Du...!!!
Mit beratenden Grüßen
Norbert
PS.: Sorry, aber heute ist mein coachendes "Ausgewogenheits- und Objektivierungs-Gen" scheinbar irgendwie ausgeschaltet.
An dieser Kontaktfläche zeige ich und mache mich, meinen Stil und meine Leistung transparent und greifbar. Gutes Marketing und Verkaufen hat etwas mit "sich zeigen" zu zu tun, den Kunden möchten gerne wissen, von wem sie etwas kaufen und sie möchten auch vorher möglichst viel über das Produkt erfahren.
Aber "sich zeigen" erfordert eben Mut und da ist es einfacher, sich hinter Marketing-Floskeln und Platitüden zu verstecken.
- Bei mir sind sie in guten Händen.
- Bei uns ist der Kunde König.
- Wir sind für Sie da.
Urgs...
Ja, das ist auch schwieriges Spannungsfeld mit dem Verkaufen.
Das Verkaufen hat eben auch einen schlechten Ruf, weil viele Unternehmen Leute in den Kauf manipulieren oder falsche Sachen versprechen oder den Leuten Dinge andrehen, die sie nicht brauchen.
Ich muss da immer an meine Oma denken, die sich sich von einer Drückerkolonne eine Mitgliedschaft im Bertelsmann-Buchclub hat andrehen lassen.
Und all diese schlechten Assoziationen erbt man natürlich, wenn man etwas verkaufen will.
Insofern kann ich das schon verstehen, dass Verkaufen einen miesen Ruf hat. Und ja, man wird von manchen angefeindet, wenn man etwas verkauft. Für manche Leute ist es eben "unethisch", wenn man Geld verdienen möchte.
Deswegen ist es auch nützlich, wenn man als Selbstständiger nicht ganz so dünnhäutig ist
Wäre vielleicht auch eine schöne Idee für ein Produkt, ein Seminar oder einen Selbstlernkurs: "Verkaufen, ohne sich schlecht zu fühlen"
- Bei mir sind sie in guten Händen.
- Bei uns ist der Kunde König.
- Wir sind für Sie da.
Urgs... >>
Stimmt. Urgs.
Na, da freue ich mich doch, dass ich Feedback reinkriege wie "Selten so einen Seminaranbieter gesehen, der so professionell, transparent und vertrauenerweckend ist wie Du / Sie".
*auf die Schulter klopf*
Ich bleibe also bei meinem "Anders-Sein". *zwinker*
LG Heike
Immerhin ist EINKAUFEN für viele etwas sehr Schönes, ob das das "Shoppen" (es wird mir immer ein Rätsel bleiben, wieso einmal alle "zum Shoppen" gehen) ist oder ob es die willige Suche nach einem guten Dienstleister ist. - Wo die Ratlosigkeit dann eher darin besteht, die Spreu vom Weizen zu trennen.
Dass aber da draußen eine ganze Menge von Leuten herzlich gerne ETWAS KAUFEN und sich auch sehr gerne ETWAS VERKAUFEN LASSEN (sofern ihnen nicht irgendein Schmarrn ANGEDREHT wird), ist ja wohl keine Frage.
Ich denke, man muss hier wahrscheinlich das noch aktive Verkaufen vom passiven Verkaufen unterscheiden.
Das heisst: Kommt der Kunde auf mich zu (passiv) oder gehe ich auf einen potenziellen Kunden zu (aktiv). Passiv ist es natürlich einfacher.
Aber guter Hinweis: Ich habe tatsächlich einen wichtigen Teil vergessen.
Na, das ist ja - mit meiner heutigen etwas auf freundlichen Krawall gebürsteten Stimmung - wie Wasser auf meine Mühlen:
"Berater" - "Verkäufer" - "Andreher".
Wenn ein "Berater" kein "Andreher" sein will, kann ich das verstehen. Wenn ein ein Verkäufer kein "Andreher" sein will, ist das lobenswert. Wenn jemand aber eine Dienstleistung als Berater anzubieten hat, muß er sich nun einmal auf den Weg machen und ein Ver-käu-fer sein.
Verkauf ist - im von Ralf geschilderten Sinne - in Verruf geraten. Und das nicht zu Unrecht. Als es noch einen so genannten Verkäufermarkt gab, bei dem Verkäufer anbieten konnten, was sie wollten und die Kunden es tatsächlich gekauft haben, ist der gute Ruf des Verkäufers in die Schräglage gekommen. Diese Verhältnisse sind aber schon ein paar Jahrzehnte vorbei. Jetzt haben wir einen Käufermarkt, bei dem der Kunde bestimmt, was er kaufen will. Zumindest im Normalfall.
"Ver-Berater" - Ver-Käufer - "Ver-Andreher" - "Ver-Ramscher"
Ich denke, es sind zwei Dinge, die hier ganz gut herausgestellt wurden:
1. Wer verkaufen will, muß sich zeigen und wird dadurch angreifbar. Uuuuund er/sie muß damit umgehen, ein "Nein!" entgegengeschleudert zu bekommen.
(Ich glaube, ich formuliere hier gerade insgeheim meine Bewunderung für gute, faire Verkäufer, die sich jeden Tag immer wieder auf den Weg zum Kunden machen.
2. Kunden wollen einkaufen und zu bestimmten Zeiten beim Einkauf (was ja für den Verkäufer "Verkauf" bedeutet) beraten werden.
Vor einiger Zeit las ich die Tätigkeitsbezeichnung "Verkaufs-Berater". Nun ja,... Kann man machen, muß man aber nicht. Ich denke, ein guter Verkäufer ist auch gleichzeitig (im Sinne eines guten Kundenverhältnisses) ein guter Berater - und kein "Andreher". Kunden, die wiederkommen, sind doch das Fundament für das Unternehmen. Lieber dem Kunden das ihm nicht passende Sakko nicht verkaufen (also andrehen), obwohl er es haben will, sondern ihn in seinem Sinne beraten - und ihm dann das für ihn richtige Sakko verkaufen.
Von daher gesehen, sind Kundenbriefe, in denen sich Kunden für die gute und faire Behandlung bedanken, Gold wert.
Punkt.
Herzliche Grüße aus Hamburg
Norbert
Es ist doch so: Ich will was verkaufen, also zeige ich mich, mache mich also "greifbar". In diesem Moment sagen manche: Boah, die Gitte und ihr Produkt ist aber toll. und andere sagen: Mann, ist die bescheuert. Und dazwischen gibt es eine ganze Bandbreite: von Leuten, die meine Leistung schlichtweg nicht brauchen, von anderen, die sich gar nicht erst näher informieren und von anderen, die es vielleicht brauchen könnten, aber kein Geld haben oder dafür nicht ausgeben wollen oder was auch immer.
Bin ich dadurch "angegriffen"? Nö. Mein Verantwortungsbereich ist es, mich und meine Leistungen bekannt zu machen und dann meine Kunden so zu beraten, dass sie es kaufen möchten.
Und wenn sie es nicht möchten, aus welchen Gründen auch immer, dann sollte mich das auch nicht umbringen. Ich sage ständig "Nein" zu Leuten, die mir etwas anbieten, aber ich schleudere keine NEINS entgegen mit dem Ziel, den "Verkäufer zu treffen"
Ich stimme voll damit überein, dass ein guter Verkäufer immer ein Berater ist, denn nur dann kann ich ja herausfinden, was meine Zielgruppe/der, der vor mir steht braucht und sehen: Ist er da jetzt wirklich richtig bei mir, oder nicht?
Aber am Verkaufen im Sinne von "Da will jemand Geld mit seinem Produkt/seiner Leistung verdienen" kann ich nicht sehen, dass das in Verruf gekommen wäre ... außer eben die Leute, die alten Omas Lexika unterschieben etc. aber da geht es ja nicht um das Verkaufen an sich, sondern ums Bescheißen. Und das war immer schon in Verruf ...
Vielleicht ein Erbe der Denker-und-Dichter-Mentalität. Bezeichnend ja auch, dass man immer wieder mal das Bild vom ehrbaren Kaufmann bemüht (um sich von den schwarzen Schafen zu unterscheiden).
Nur, dass es die schwarzen Schafe in allen Berufen und Branchen gibt. Trotzdem haben Verkäufer ein deutlich schlechteres Image als z.B. Apotheker oder Ärzte. (Die doch im Prinzip auch verkaufen.)
Ansonsten sehe ich es so wie Gitte.
Und angreifbar mache ich mich im Prinzip ja auch schon als "normaler" Blogger (der nichts verkaufen will). Einfach dadurch, dass ich meine Meinung sage.
Interessantes Thema ...
LG Heike
Sehr schön: Statt "angreifbar" "greifbar, statt "Nein entgegenschleudern" "Nein sagen".
Das klingt gut, rational und objektiv. Ich kann mich Deiner Erläuterung bis einem bestimmten Punkt anschließen. Insbesondere aus dem Blickwinkel des Coaches/Beraters/Trainers.
Es ist besser, eine positive und nicht wertende Einstellung in Wort und Tat zum Beruf des Verkäufers und zur Aufgabe des Verkaufens zu haben.
Der Punkt, ab dem ich Deiner Sichtweise nicht mehr folge, ist, daß nach meiner Sicht der Dinge Menschen nun einmal emotionale Wesen sind, die in sich viele Hemmungen und Konditionierungen mit sich herumtragen. Warum sonst suchen so viele im Verkauf und als Selbstständige Tätige Ausflüchte, Umwege und Auswege, um nur ja nicht aktiv und insbesondere "kalt" Akquise zu betreiben? Sie haben Angst vor dem "Nein!" und vor der damit vermeintlich verbundenen Ablehnung Ihrer dargebotenen Leistung oder Ihrer Person, und sind vielleicht auch nicht (selbst-)kritikfähig genug, um den Gegenwind auszuhalten. Sie "verstecken" sich hinter "Maßnahmen", "Mailings", "Webseiten, die Verkaufen" und anderen indirekten Vertriebswegen, um nur ja nicht greifbar zu sein und so der möglichen Kritik ausgesetzt zu sein.
Ich habe im Laufe der Jahre viele Menschen kennengelernt, die davon träumen, sich beruflich selbstständig zu machen... Wenn da nur nicht der direkte Kundenkontakt und der Verkauf der eigenen Leistungen, Produkte und letztlich (aber eigentlich zuerst) auch der eigenen Person wäre.
Darum: Wer sich sich zeigt, wird und macht sich angreifbar. Beispielsweise gerade als Trainer sollte man immer damit rechnen, daß offen oder versteckt Kritik an der eigenen Person oder der dargebotenen Leistung geübt wird. Gleich, ob sie berechtigt, sachlich oder das Gegenteil davon ist.
Noch ein Wort zum in Verruf geratenen Verkauf. Der Verkauf als solcher ist sicherlich nicht in Verruf geraten. Auch der ehrenwerte Verkäufer nicht. Aber bestimmte Verkaufsmethoden, Verkaufstypen, Verkaufsstrategien und Branchen sind es. Und diese genannten Bereiche prägen mehr oder weniger stark das Bild, das sich Konsumenten vom Verkäufer machen. Ob nun berechtigt oder nicht. Die Medien helfen zudem dabei, dieses Bild zu verfestigen.
Menschen sind nun einmal emotionale Wesen. Das muß man berücksichtigen, wenn man verkaufend auftritt. Und Verkäufer, die schon vom ersten Moment an mit dem "V" wie "Verkauf" auf der Stirn auftreten, lassen viele Menschen erst einmal einen Schritt zurücktreten und sich fragen: "Was will er mir verkaufen, was ich nicht haben will?" Da steckt freilich die Angst dahinter, übervorteilt zu werden - ohne es beim Kauf zu merkten. Warum sonst erfreuen sich Verbraucherzentralen und "Das Fernsehen hilft dem Verbraucher"-Sendungen des regen Zulaufs und Zuspruchs?
klar sind wir emotional, und das ist auch gut so. Aber es ist schon ein Unterschied, ob ich etwas für mich verschärfe.
So, und da sind wir halt wieder beim "Nein entgegenschleudern" und der Wortwahl, die ich mir selbst mache.
Ich unterstelle dem anderen (und mir selbst) ja etwas.
Als Selbstständiger bietest Du etwas an. Viele scheuen davor zurück, aber derjenige, der sich nicht an seine potenziellen Kunden rantraut, der kann nicht selbstständig sein, weil das eben dazu gehört. Das kann nicht jeder auf Anhieb und man hat vielleicht auch Schiss davor ... völlig normal, aber ein Selbstständiger ist halt nicht nur ein Facharbeiter, sondern er muss alles machen.
Ich bin also erstmal emotional und denke mir: "Oh no, ich habe Angst vor Ablehnung!" Ich habe vielleicht sogar noch totale Selbstzweifel und so geht bei mir die Denke noch weiter: "Wenn ich abgelehnt werde, habe ich Angst, dass ich ein Nichts bin, dass man mich nicht mag, dass das der Beweis sein wird, dass ich gar kein richtiger Selbstständiger bin."
Soweit eine emotionale Reaktion, die mir durchaus häufiger unterkommt. Und das darf sein, wir ticken alle unterschiedlich. Und Knie zittern oder Befürchtungen haben ist ganz menschlich und soll auch sein. Denn dann sehen wir ja, woran es zu arbeiten gilt.
Der Unterschied ist aber, ob ich die Emotionalität nicht bemerke und dem anderen überstülpe.
Wir alle sagen mehrmals am Tag "Nein", weil wir etwas nicht haben möchten, das uns angeboten wird. Zum Glück! Freier Wille! Aber wenn wir Nein sagen, dann denken wir nicht "Was für ein unfähiger Depp!" oder "Dem traue ich nichts zu.", sondern ich sage Nein, weil ich gerade nicht mag, keine Zeit hab, es schon habe, einen anderen Dienstleister habe, dem ich treu bin.
Der Unterschied ist - wie im Telepathie-Beitrag - ob ich mit meiner emotionalen Wortwahl ein vermeintliches Faktum schaffe. Darum muss ich hier den klaren Kopf nutzen und trennen: Wo ist meine Emotionalität. Aha. Und wo gebe ich MEINE WERTUNG in die Reaktion (oder angenommene Reaktion) eines potenziellen Kunden.
Nimm Deine Antwort hier an mich. Ich könnte diese aufgrund des teilweisen Widerspruchs so beschreiben:
Norbert sagte ...
Norbert antwortete ...
Norbert pflichtete mir grundsätzlich bei ...
Norbert erklärte ...
Norbert widersprach ...
Norbert bestritt ...
Norbert protestierte ...
Norbert lehnte ab ...
Norbert trumpfte auf ...
Norbert empörte sich ...
Norbert echauffierte sich ...
Norbert ereiferte sich ...
Norbert war anti ...
Norbert wurde fast wütend ...
Je nachdem, was ich reindeutle. Aber wenn Du nur die Worte liest, dann ergibt sich ein anderer Sinn und manche dieser Begriffe sind emotional sehr aufgeladen - und das löst IN MIR wiederum etwas anderes aus.
Und dessen sollte ich mir gerade wenn die Emotionen Oberwasser bekommen, klar vor Augen führen.
Ich hoffe, ich bin nicht zu wirr, es ist schon spät ... gute Nacht
Gitte
_Darum: Wer sich sich zeigt, wird und macht sich angreifbar. Beispielsweise gerade als Trainer sollte man immer damit rechnen, daß offen oder versteckt Kritik an der eigenen Person oder der dargebotenen Leistung geübt wird. Gleich, ob sie berechtigt, sachlich oder das Gegenteil davon ist._
Selbst auf die Gefahr, dass das jetzt komisch klingt: Aber so ist doch das Leben.
Egal, ob im Beruf, welche Branche, als Angestellter oder privat: Menschen bilden sich ein Urteil. Die einen finden Dich toll, interessant, klug, witzig ... die anderen finden Dich unmöglich, besserwisserisch und langweilig.
Wenn man die Tatsache, dass andere Leute sich ein Bild über einen machen (ob jetzt positiv oder negativ) als ANGREIFBAR ansieht, dann ist das ziemlich defensiv finde ich.
Klar, ich sehe es schon auch so: Je weiter Du Dich an die Öffentlichkeit wagst, desto mehr Leute bilden sich ein Urteil und wenn Du - wie Heike ja oben auch richtig schrieb: ein Blog machst oder Dich in Artikeln zeigst, im Fernsehen bist und Bücher schreibst, desto eher wird auch in öffentlicher Weise über Dich diskutiert und teilweise wird man durchaus auch angegriffen.
Aber das ist doch (und das meine ich jetzt nicht schönrednerisch) die Reaktion der Leute: jemand bildet sich ein Urteil und es gibt Leute, die Dich vielleicht tatsächlich "angreifen" und Dich auf unfaire Weise kritisieren.
Und da bin ich wieder bei meinem Sermon zu der Wortwahl eins drüber
Du magst nicht jeden. Du stimmst nicht mit jedem überein. Ich mag nicht jeden. Ich stimme nicht mit jedem überein. Ist damit immer Angriff verbunden? ... jetzt muss ich aber echt ins Bett.
Sehr spannendes Thema.
Ich habe Deine letzten beiden Kommentare heute Morgen um 00:55 Uhr noch gelesen, bevor ich auch endlich ins Bett ging.
Deine beiden Kommentare finde ich klasse, ja, die bisherige Diskussion zu diesem Thema finde ich klasse.
Heike schrieb in einem anderen Zusammenhang (ich glaube bei "Webseiten, die verkaufen"), daß sie konstruktive Kritik mag, weil es ihre
Gedanken schärft. In diesem Sinne verstehe ich auch die obige Diskussion in den Kommentaren. Setze allerdings hinzu, daß es auch die Wahrnehmung schärft.
Besonders gefallen hat mir Deine "Norbert sagte..."-Aufzählung. Beim zweiten Durchlesen (heute Morgen) habe ich zu jedem "Norbert..." die entsprechende Körperhaltung und Mimik spasseshalber eingenommen. Dadurch wird einem auch körperlich bewußt, was diese Worte auslösen (ich habe vor Urzeiten mal Theater gespielt...
Du schreibst zum Abschluß Deines letzten Kommentares: "Ich könnte nicht gut durch die Welt gehen mit dem Gedanken, ANGREIFBAR zu sein. Ich konzentriere mich auf mich, schaue, dass ich echt bin, also mich nicht verstelle, schaue, dass ich - in meinen Augen - keine Grobheiten oder Unsinn von mir gebe ... aber ich werde das in den Augen mancher Leute dennoch tun, weil wir unterschiedliche Maßstäbe haben.
Du magst nicht jeden. Du stimmst nicht mit jedem überein. Ich mag nicht jeden. Ich stimme nicht mit jedem überein. Ist damit immer Angriff verbunden?"
In dieser Beschreibung stimmen wir überein. Das sehe ich genauso.
Und Deine Frage, ob damit immer ein Angriff verbunden sei, kann ich schon deshalb mit "Nein." beantworten, weil Du hier das Wort "immer" eingeflochten und damit eine generelle Regel aufgestellt hast.
Ich denke, aber hier wiederhole ich im Kern Deine eben zitierte Aussage mit eigenen Worten, wenn jemand vorwiegend davon ausgeht, daß andere Menschen ihm Schlimmes wollen, dann wird dieser Jemand sich überwiegend bei Kritik oder einem Nein angegriffen fühlen.
Ich weiß von mir, daß ich mich bei an den Haaren herbeigezogener, unberechtigter Kritik angegriffen fühle, weil ich dies in die Kategorien "Unterstellung" und "Behauptung von Unwahrem" einordne. Da kann ich wirklich sauer werden, da dies für mich außerhalb eines wertschätzenden Umganges miteinander liegt. Zudem können derartige Kritiken, wenn sie ohne mein Wissen öffentlich über mich geäußert werden, meinen Ruf beeinträchtigen.
Du schreibst: "Wenn man die Tatsache, dass andere Leute sich ein Bild über einen machen (ob jetzt positiv oder negativ) als ANGREIFBAR ansieht, dann ist das ziemlich defensiv finde ich."
Dem stimme ich zu.
"Du magst nicht jeden. Du stimmst nicht mit jedem überein. Ich mag nicht jeden. Ich stimme nicht mit jedem überein."
Hierzu fällt mir ein, daß es im Englischen dazu eine Sichtweise gibt, wenn man trotz gegensätzlicher Ansichten weiter zusammenarbeiten will: "We agree to disagree", "Wir stimmen überein, nicht übereinzustimmen." Das bringt es schön auf den Punkt. So ist das Leben, wie Du schon oben richtig schreibst.
Das ist wirklich ein sehr spannendes Thema.
Aber nun muß ich mich wieder meinem Tagewerk widmen...
Ich wünsche Dir - und Euren Lesern - einen schönen und spannenden Tag.
Herzliche Grüße
Norbert
Ich habe mir gerade doch noch einmal alles Kommentare zu diesem Artikel von Ralf durchgelesen.
Dabei habe ich bemerkt, daß ich ja bereits bei meinem ersten Kommentar folgendes PS abgegeben habe: "PS.: Sorry, aber heute ist mein coachendes "Ausgewogenheits- und Objektivierungs-Gen" scheinbar irgendwie ausgeschaltet."
Gestern war ich so richtig schön (?) auf Widerspruch gebürstet. Um so mehr freue ich mich, welche Erkenntnisse sich daraus für mich (und vielleicht auch für Eure LeserInnen) ergeben haben.
Mich hat es weitergebracht.
klasse, das ist ein interessanter Diskussionsstrang mit vielfältigen Facetten.
Es geht von Ralfs "Verkaufen ist böse" aus ...
<< Und meine vorsichtige Vermutung wäre: Wenn man Geld verdienen will, muss man in 9 von 10 Fällen etwas verkaufen. Und Verkaufen ist für die meisten Leute böse, böse, böse grin >>
... mit meiner möglichen Antwort, warum das in den Köpfen vieler so ist ...
<< Trotzdem haben Verkäufer ein deutlich schlechteres Image als z.B. Apotheker oder Ärzte. (Die doch im Prinzip auch verkaufen.) >>
Dann kommt die Angst vor der Ablehnung, z.B. Norberts ...
<< Sie haben Angst vor dem "Nein!" und vor der damit vermeintlich verbundenen Ablehnung Ihrer dargebotenen Leistung oder Ihrer Person, und sind vielleicht auch nicht (selbst-)kritikfähig genug, um den Gegenwind auszuhalten. >>
... und Gittes "Wortwahl und Denken", z.B.
<< So, und da sind wir halt wieder beim "Nein entgegenschleudern" und der Wortwahl, die ich mir selbst mache. >>
(Jaa, eines meiner Lieblingsthemen. Stichwort Sprache und Denken. Danke.
... bis hin zum Umgang mit Kritik, z.B. Norberts ...
<< Ich weiß von mir, daß ich mich bei an den Haaren herbeigezogener, unberechtigter Kritik angegriffen fühle, >>
Wundert es noch jemanden, dass das Thema Verkaufen emotional so besetzt ist?
Nebenbei: Ich habe mal eine Zeitlang im Vertrieb gearbeitet. Und vor der Kaltakquise hatte ich einen Graus. Und warum? Weil ich die Schere im Kopf hatte: Verkaufen ist schlecht. Und: Die lehnen *Dich* ab, und nicht mein / das Produkt oder was auch immer.
Aber nachdem ich erst mal drin war, habe ich gemerkt, dass es total Spaß machen kann. Die Leute sind oft super-nett, man kann viel mit ihnen lachen und praktisch nebenbei verkaufen. Klar gibt es auch andere Menschen / Situationen, aber das ist normal.
Was sagt mir das? Es ist die Schere im Kopf.
LG Heike
Gute Analyse.
Richtig: Es hat mit der Schere im Kopf zu tun. Aber eben auch mit der bewußten Selbstwahrnehmung und den unbewußten Konditionen, die ein Mensch im Laufe seines Lebens in seinem Unbewußten sammelt.
Leben in unserer Gesellschaft und in unserem Lebensraum ist halt nicht einfach nur aufstehen, irgendwie aktiv sein, essen, trinken und wieder zu Bett gehen.
Wir werden ständig durch unsere Umwelt beeinflußt. Wer sich dessen nicht bewußt ist, spring schnell auf Dinge und Äußerungen an, die mit ihm selbst vielleicht gar nichts zu tun haben.
"Die Leute sind oft super-nett, man kann viel mit ihnen lachen und praktisch nebenbei verkaufen."
Das kann ich nur bestätigen. Es hat halt viel mit dem bekannten Wald zu tun, in den man auf eine bestimmte Weise hineinrufen sollte. Nach dem Motto: "Alles nun, was ihr wollt, daß die Menschen euch tun, das tut ihnen ebenso.“ (Die Bibel, Matthäus 7, 12; Lukas 6, 31)"
Ich wünsche Dir einen erfolgreichen Tag.
Herzliche Grüße aus Hamburg
Norbert
Ah, aber Norbert, ist das nicht die Schere im Kopf? Oder genauer, bedingen sich beide nicht gegenseitig? *schmunzel*
Was ich in mir trage / aufgenommen habe, bestimmt, wie ich denke / an eine Sache herangehe. Und das wiederum bestimmt, was ich in mir trage / in mich aufnehme. Es ist ein Kreislauf. Es gibt nur einen Weg dort raus: Es wahrzunehmen und dann gegenzusteuern. Zum Beispiel über die Sprache.
<< Ich wünsche Dir einen erfolgreichen Tag. >>
Dank Dir und zurück. - Meine Familie kommt teils aus Hamburg und ich habe immer noch Verwandte "im Norden".
LG Heike
"Schere im Kopf"...
Ich verstehe "Schere im Kopf" im Sinne von "Selbstzensur". Wenn dies auch Deine Definition dafür ist, hast Du Recht.
"Konditionen"...
Ich meinte natürlich "Konditionierungen".
Deine Familie kommt teilweise aus Hamburg? Dann hast Du auch Wurzeln an der Elbe. Das freut mich.
Dabei fällt mir gerade ein Text von dem Hamburger Dichter Gorch Fock (1880-1916, bürgerlicher Name: Johann Wilhelm Kinau) ein.
*Mensch und Heimat*
Es gibt drei Stufen.
Die erste: der Heimat den Rücken kehren, den Himmel stürmen wollen, die Welt aus den Angeln heben.
Die zweite: sich, der Welt gram, der Heimat wieder zuwenden, in ihr alles sehen, sie zum Mittelpunkt alles Lebens machen, die Welt draußen verachten.
Die dritte und höchste: mit der Heimat im Herzen die Welt umfassen, mit der Welt vor Augen die Heimat liebend und bauend durchdringen.
---
Oder auch ganz einfach so wie es Wilhelm Ferdinand Detert (1850 – 1929), der 1868 von Lippe aus in die USA auswanderte, in einem Brief an seine Schwester formulierte: „Meine Heimat ist da, wo ich meinen Hut hinhänge“.
<< Ich verstehe "Schere im Kopf" im Sinne von "Selbstzensur". Wenn dies auch Deine Definition dafür ist, hast Du Recht. >>
Schere im Kopf ist für mich relativ viel. Das kann von Selbstzensur bis zu Glaubenssätzen reichen.
<< Ich meinte natürlich "Konditionierungen". >>
Ja, hatte ich auch automatisch so gelesen. Die Konditionen habe ich gar nicht wahrgenommen. Auch eine Form von "Überblende".
<< Deine Familie kommt teilweise aus Hamburg? Dann hast Du auch Wurzeln an der Elbe. Das freut mich. >>
Ja, meine Mutter.
Und danke für Deine Texte. Die finde ich sehr schön.
Ich würde es vielleicht so formulieren: Meine Heimat ist da, wo mein Herz ist. Und ich sollte zusehen, dass mein Herz immer da ist, wo ich es haben will.
Passt dann auch zum "Hut hinhängen".
So, bei uns ist gerade Ostviertel-Fest. Ich bin weg ...
LG Heike
na, das ist ja eine lebhafte Diskussion. Wie die meisten ja wissen, arbeite ich in einem sehr sensiblen Bereich der Esoterik im weitesten Sinne.(Alternative Heilweisen). Jedenfalls machen bei uns Menschen Seminare aus vielen Berufssparten, die meisten aus Pflege Berufen. Viele möchten sich selbständig machen und haben eben das Problem, dass "sie sich nicht verkaufen" können.
Sie haben nie gelernt, sich in den Vordergrund zu stellen, haben immer am 1. jeden Monats ihr Geld bekommen. Sie haben bis jetzt immer reagiert und kommen nun nicht ins agieren.
Ich war immer selbständig und hatte nie ein Problem "mich öffentlich" zu machen.
Als ich mit diesen Seminaren 1992 begann hatten wir in unserem damaligen Modehaus auf einmal weniger Frequenz. Ich war offensichtlich mit meiner neuen Sparte "zu öffetlich" und wurde als komisch oder verrückt abgestempelt. Es kostete ganz schön Kraft, diese Phase zu überstehen. Ich blieb aber dran, schließlich wurde ich durch "diese" Methoden wieder gesund.
Wir haben seit über 10 Jahren eine HP, sie ist vom Design veraltet, aber immer am neuesten Stand. Inzwischen kommen über 80 % unserer Teilnehmer (pro Seminar immer zwischen 25 und 40) über das Netz.
Ich bin ganz der Meinung von Ralf, alles "vermarktend" zu nützen. Drum wird die HP gewartet, ich schreibe regelmäßig über meine Arbeit in meinem Blog und habe ein Forum, wo sich unsere Teilnehmer austauschen können, wo Menschen Hilfe bekommen und wo es auch manchmal lustig zu geht.
Ich finde es kann gar nicht öffentlich genug sein. Unternehmenskick beweist es ja wöchentlich. Ich hab mir schon sehr viel von euch abgeschaut und umgesetzt. Da vergess ich dann immer, dass ich ja schon in Pension bin.
Es gibt ja so spannende Sachen zu tun.
Jedenfalls DANKE euch allen, dass ich hier soviel lernen kann.
Edeltaud
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