3 Möglichkeiten, wie wir mit unangenehmen Aufgaben umgehen können
Bei uns Selbstständigen fallen manchmal Dinge hinten herunter. Es gibt einfach immer so viel zu tun und man kann das alles gar nicht schaffen. Und welche Dinge fallen meistens unter den Tisch? Klar, das sind die Dinge, auf die wir am wenigsten Lust haben und die uns unangenehm sind. Und manchmal verschieben wir auch die Aufgaben, die uns Stress oder Angst machen. Bei vielen ist das die Akquise und das Marketing.
Wenn Ihnen das auch so geht, müssen Sie sich deswegen nicht schlecht fühlen, denn das ist eine ganz normale menschliche Tendenz, dass wir unangenehme Dinge verschieben oder so lange hinauszögern, bis wir es tun müssen. Und auch mit Selbstdisziplin kommen wir dagegen auf Dauer nicht an, gerade wenn es sich um unangenehme Aufgaben handelt, die wir wieder und immer wieder tun müssen. Auch hier ist das Marketing und die Akquise ein gutes Beispiel dafür.
Was kann man also tun, um dieses Dilemma aufzulösen?
Die einfachste Möglichkeit ist...
Sorgen Sie dafür, dass ein anderer tut, was Ihnen unangenehm ist. Falls Sie Mitarbeiter haben, delegieren Sie diese Aufgaben. Oder Sie stellen jemanden dafür ein. Oder Sie beauftragen einen Freiberufler oder ein Unternehmen damit. Wenn Sie sich das noch nicht leisten können, machen Sie mit einem anderen Selbstständigen einen Dienstleistungstausch und erledigen über Kreuz Aufgaben, die Ihnen jeweils keinen Spaß machen.
Die zweite Möglichkeit ...
Sorgen Sie dafür, dass Sie das Ziel, das Sie mit der unangenehmen Aufgabe erreichen wollten, auf eine andere Art erreichen, die Ihnen weniger unangenehm ist. Bekommen Sie beim Gedanken an Telefon-Akquise feuchte Hände? Dann suchen Sie sich Marketing-Möglichkeiten, die Ihnen einfacher fallen und die Ihnen keinen Angstschweiß auf die Stirn treiben. Wichtig ist natürlich, dass diese anderen Marketing-Möglichkeiten auch funktionieren.
Fragen Sie sich also hier: Was genau an der Aufgabe empfinde ich als unangenehm? Und wie kann ich das gewünschte Resultat auch einfacher und stressfreier und vielleicht sogar noch wirkungsvoller erreichen?
Möglichkeit Nr. 3 lautet ...
Überkompensieren Sie. D.h. wenn Ihnen eine Aufgabe unangenehm ist oder Sie davor Angst haben, dann betrachten Sie diese Aufgabe als „Lernfeld“ und trainieren Sie diesen Bereich ganz gezielt und kontinuierlich, bis es Ihnen leicht fällt und bis Sie keine Angst mehr davor haben. Haben Sie Angst vor öffentlichen Vorträgen, dann üben Sie das so lange, bis es Ihnen Spaß macht. Für diesen Weg kann ein Coach sinnvoll sein, der einem dabei hilft, diesen Weg auch durchzuhalten.
Es gibt Dinge in jedem Unternehmen, die müssen getan werden und daran führt kein Weg vorbei. Und durch diese 3 Möglichkeiten können Sie dafür sorgen, dass erledigt wird, was erledigt werden muss.
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Anmerkungen & Kommentare
Nee, aber im ernst: Ich gehe mit einem Mix aus Möglichkeit 2 und 3 vor.
Wenn ich glaube, daß ich etwas nicht auf direktem Wege erreichen kann, überlege ich mir weitere Wege zum Ziel/Ergebnis. Danach erkläre ich diese Aufgabe zu einer interessanten Herausforderung und beginne mit dem Lernprozess.
Hin und wieder brauche ich aber auch den Anstoß von außen. Also erzähle ich beispielsweise meiner Frau oder einem Bekannten davon. Allein durch dieses "laut darüber sprechen" eröffnen sich mir neue Möglichkeiten und Wege in meinem Denken und für mein Handeln. Oftmals kommen mir dann Ideen, wie ich es dennoch auf direktem Wege oder die ganze Angelegenheit überhaupt lockerer angehen kann.
Deine Aussage, "und auch mit Selbstdisziplin kommen wir dagegen auf Dauer nicht an, gerade wenn es sich um unangenehme Aufgaben handelt, die wir wieder und immer wieder tun müssen", finde ich interessant. Warum? Nun, weil ich das auch schon beobachtet habe. Selbstdisziplin hilft zwar bei vielem, aber sie ist nun einmal kein Allheilmittel für alles.
Ich wünsche Dir noch einen schönen Tag.
Norbert
Leute die uns selbstdiszipliniert erscheinen, haben einfach funktionierende Gewohnheiten und sie tun das, was für uns anstrengend aussieht, automatisch. Oder sie agieren in einem Kontext, der es ihnen einfach macht, das Richtige zu tun oder sogar keine Wahl lässt. Oder sie haben innere Antreiber, die sie zu Tode hetzen.
Ich werde z. B. von vielen als sehr selbstdiszipliniert eingeschätzt, ich könnte dir aber zig Dinge nennen, die ich gerne aufschiebe. Frag mal Gitte
Ich habe nur rechtzeitig aufgehört, dagegen zu kämpfen und mir in den paar lichten Momenten, die man so hat, einfach Rahmenbedingungen geschaffen, die es mir einfacher machen, das zu tun, was gut für mich und mein Business ist.
Der Trick ist, aus den Dingen, die wichtig sind, Gewohnheiten zu machen, so dass man keine Selbstdisziplin mehr braucht. Dazu allerdings braucht man wieder ein kleines bisschen Selbstdisziplin und / oder einen Coach.
Wenn ich, um bei Ralfs Beispiel zu bleiben, eben die Akquise mache, weil ich mich zwinge, dann komme ich auf Dauer nicht an. Wenn mein Antreiber aber der ist, dass ich sage "Ich will das aber gerne können, und zwar will ich es gut können", dann ist die Motivation eine andere und dann werde ich die Disziplin (die ich nach wie vor ja brauche, wenn ich es nicht abgebe) für etwas einsetzen, das mir bleibend etwas bringt. Nur mal als Beispiel.
Hallo Ralf, das mit dem Einschätzen von außen stimmt ja eh nie wirklich, weil ja alles was wir tun immer im "Gesamtgebilde Person und Eigenheiten" zu sehen ist.
Wenn jemand viel macht, dann gilt er als diszpliniert. Oder wenn er schnell ist. Oder wenn jemand etwas tut, was einem selbst als fürchterlich erscheint. Ich finde Leute tierisch diszpliniert, die ihren Haushalt erledigen oder kochen. Dabei tun das viele Leute total gerne und brauchen gar keine Disziplin dafür.
Übrigens: Weil Du ja schon öfter gesagt hast, dass Du faul bist (ich wiederhole das, weil ich es nämlich eigentlich auch bin) - Faulheit ist eine Supersache, weil man sich die Dinge so einfach wie möglich macht. Praktisch mit Bequemlichkeit zum KVP (Kontinuierlichem Verbesserungsprozess).
Holldrio
Gitte
ich habe für mich festgestellt, dass die beste Lösung bei unangenehmen Dingen ganz einfach die, die Sachen gleich zu erledigen. Meist sind es eher kleine Dinge, die in wenigen Minuten getan werden können.
Wenn das nicht möglich ist, dann teile ich das große Ziel bzw. die gesamte unangenehme Aufgabe in viele kleine Unterziele. Oder anders ausgedrückt, ich versuche dann einfach 10 Min. pro Tag an der Sache zu arbeiten. Das funktioniert meistens ganz gut.
Viele Grüße aus Bayern
Maria
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