Erfolgsprinzipien

10 Gründe, warum Sie einen Auftrag besser nicht sofort annehmen sollten

Gitte Härter • 04.03.2010 • email Weiterempfehlen

1. Weil Sie gerade eh schon zu viel an der Backe haben ... und dadurch Gefahr laufen, dass der neue Auftrag nicht gut abläuft, Sie diesen oder andere Termine nicht einhalten können, Fehler machen oder aber schlicht und ergreifend auf dem Zahnfleisch daherkommen.

2. Weil Sie es nicht (wirklich) können. Sie haben nicht wirklich Erfahrung, Sie wissen vielleicht gar nicht genau wie es geht. Oder Sie könnten es zwar schon ganz ordentlich hinbekommen, wissen aber, dass andere darin viel besser sind.

3. Weil Sie auf die Schnelle nicht genau überblicken, was damit verbunden ist. Das Dümmste, was ich jemals gemacht habe, ist, an einem Freitag ad-hoc am Telefon einen sechswöchigen Kurs in Fürstenfeldbruck zuzusagen, der am folgenden Mittwoch beginnen sollte. Ich musste sechs Wochen lang um halb sechs Uhr aufstehen, mit der S-Bahn und zu Fuß über eine Stunde zum Trainingsort gehen, hatte eine sehr schwierige (wenn auch nette) Zielgruppe und wenn ich das Ganze dann abends hinter mir hatte, ging abends mein normales Alltagsgeschäft weiter, das ich ja nicht unterbrechen konnte und ich musste die Unterlagen für den nächsten Tag schreiben. Bezahlt war es mittelmäßig, aber so am Ende war ich noch nie. Insofern: Wann immer Sie eine Anfrage bekommen, freuen Sie sich, aber sagen Sie nicht sofort am Telefon zu, wenn Sie nicht wirklich erkennen, was genau der Auftrag erfordert und wie es sich in Ihre Planung einfügt.

4. Weil es Sie nicht wirklich fordert. Manchmal kann man etwas gut machen, hat vielleicht auch Freude dran und es ist gut bezahlt. Aber Sie können es im Schlaf, bleiben im Bekannten stecken und bilden sich weder weiter, noch fordern Sie sich.

5. Weil Sie keine Lust drauf haben. Vielleicht ist der Auftrag zu routinemäßig, vielleicht zu langwierig, vor Ort beim Kunden oder mit Reisetätigkeit verbunden. Vielleicht finden Sie die Thematik uninteressant oder Sie möchten mit diesem Ansprechpartner nicht zu tun haben.

6. Weil der innere Alarm sich meldet ... manchmal ganz, ganz leise! Ein komisches Gefühl? - Bitte hinhören!

7. Weil Sie auf andere Weise Ihre Zeit gewinnbringender einsetzen können. ... entweder in Ihre eigene Freizeit und Erholung investiert oder weil Sie mehr Spaß haben mit einem anderen Auftrag oder weil Sie mehr Geld verdienen könnten.

8. Weil es zu schlecht bezahlt wird. Dieser Kunde oder die gesamte Branche zahlt weniger als andere? Der Aufwand, der drumrum dazu kommt, aber nicht bezahlt wird, ist zu hoch. Was berechnen - und was nicht?, Haben Sie alte - ungünstige - Honorarvereinbarungen laufen?, So bekommen Sie mehr Geld, ohne mehr zu tun – Teil 1 und 2

9. Weil es gar nicht bezahlt wird ... aber dafür bekommen Sie wahlweise: Ruhm und Ehre, einen wahnsinnigen Marketing-Effekt, einen Fuß in die Türe, später (ganz bestimmt!) ganz, ganz viele toll bezahlte Aufträge. Weiterlesen: Arbeiten für lau

10. Weil es nicht (mehr) das ist, was Sie machen möchten. Manchmal hat man schon für sich eine Neuausrichtung vollzogen, hängt aber noch immer im alten. Das geht mir beispielsweise gerade so. Seit Januar mache ich ja nur noch Schreiben/Schreibcoachings und –trainings. Ich muss mich jedes Mal zusammenreißen, dass ich ein anderes Coaching nicht mehr annehme, besonders wenn es total nette Kunden sind. Aber: Das Ziel ist ja die neue Weiche, also muss das alte aufhören.

Na, welche weiteren Gründe können Sie ergänzen?

 

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Anmerkungen & Kommentare

Von: Maximilian am 15.03.2010
Ich habe mir angewöhnt, immer eine Nacht zu schlafen, bevor ich mich für etwas wichtiges entscheide. Manchmal ist mir im letzten Moment etwas besseres eingefallen und ich hätte mich sehr geärgert, wenn ich Zeit und Arbeit in eine Sache gesteckt hätte, die sich im Endeffekt nicht für mich lohnt.
Von: Gitte Härter am 17.03.2010
Hallo Maximilian,

ja, as ist eine gute Maxime! Besonders, wenn man dazu neigt, sehr schnell wo "einzuschlagen".

Ich habe den Leuten in meiner Abteilung früher immer gesagt: "Sagt nie sofort was am Telefon zu. Auch wenn es brandeilig ist: ruf zurück!" Alleine, wenn man ein paar Minuten ganz für sich hat, lässt es sich viel besser reflektieren, als wenn der andere sofort auf eine Antwort wartet.

Viele Grüße
Gitte

 

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