Selbstmanagement

10 Dinge, die mich ärgern

Gitte Härter • 22.05.2009 • email Weiterempfehlen

Heute ist ein Brückentag, da ist weniger los und ich dachte mir, wir könnten mal ein wenig Dampf ablassen:

1. Mich ärgert es, wenn mich Leute, die ich nicht mal kenne, um einen Gefallen bitten und dann nicht mal Danke sagen.

2. Mich ärgert es, wenn Firmen ihre bescheuerten, oft nicht mal passenden Textbaustein-Serienbriefe schicken.

3. Mich ärgert es, dass mir bei 9 von 10 Technik-Hotline-Anrufen reflexartig erzählt wird, dass der Fehler eh bei mir liegt.

4. Mich ärgert es, wenn Firmen nicht mal die Basics auf die Reihe kriegen: Einkaufskörbe im Supermarkt an der Kasse gestapelt statt am Eingang bereit etc.

5. Mich ärgert es, dass in immer mehr Restaurants aus Sparmaßnahmen auf dem Klo nur kaltes Wasser läuft.

6. Mich ärgert es, dass ich ständig ungefragt in irgendwelche Newsletter-, Presse- und Werbeverteiler eingetragen werde.

7. Mich ärgert es, dass Webseiten immer aggressiver zur Werbung zwingen (gewaltsam drübergelegte Fenster, die mitscrollen – Geblinke, Filme und nicht abschaltbare Audios).

8. Mich ärgert es, wenn Webseiten vor lauter Google-Analytics und sonstigen Werbezählern arschlangsam werden.

9. Mich ärgert es, dass es richtige Follower-Bullies auf Twitter gibt.  confused

10. Und mich ärgert es tierisch, wenn mir jemand wahnsinnig viel Arbeit macht, ein Riesenkonzept und immer noch mehr Informationen abfordert, nur um sich hinterher nicht einmal mehr zu melden, dass das Projekt nichts geworden ist. Das passiert zum Glück selten, weil ich auf Verdacht keinen solchen Aufwand mehr treibe, aber es geschieht immer noch hin und wieder – und jedes einzelne Mal ist einmal zuviel.

Na, was ärgert Sie?

 

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Anmerkungen & Kommentare

Von: Norbert Jothann am 22.05.2009
Hallo, Gitte!

Na, dieser Artikel kommt mir ja gerade recht... wink

Kennst Du das auch?
Man ist in grundsätzlich guter Stimmung und konstruktiv arbeitsgelaunt...

...und dann geht nix, gaaaaarrr nix.

Die IT-Programme, die man gerade dringend benötigt, liegen auf einem Server in einer anderen Stadt und der Zugriff ist gerade nicht möglich, weil genau heute eine neue "IT-Architektur" umgesetzt wird, wichtige Gesprächspartner haben sich genau in diesem Moment in den Urlaub oder sonst wohin abgemeldet und die Menschen um einen herum scheinen am Arbeitsplatz die Wirkungen des vorangegangenen Feiertages in müder Schleich-Form "verdauen" zu müssen...

Von der vorgenommen Arbeit schafft man so gut wie gar nichts, und weiß schon heute, daß die liegengebliebene Arbeit in der nächsten Woche mit der noch anstehenden, neuen Arbeit zu leisten ist. Also wieder bis spät in den Abend hinein arbeiten. Gleichzeitig nehmen einem unaufschiebbare und viel Zeit beanspruchende Ausser-Haus-Termine in der kommenden Woche die Zeit zum aktiven Handeln für die Erledigung der unfreiwillig aufgeschobenen Arbeiten...

Grummel...

(Aber dennoch ist es irgendwie in Ordnung. Es gehört zum "normalen" Tagesgeschäft dazu.)

Deine 10 Punkte finde ich interessant.

Die Punkte 1. bis 7. und 10. nerven mich auch.
Zu den Punkten 8. und 9. kann ich nichts sagen, da mir hier die Kenntnisse fehlen, was Du damit genau meinst.

Wenn ich diesen Kommentar fertiggeschrieben habe, fallen mir bestimmt noch weitere Dinge ein.

Ach so: Ich habe heute keinen Brückentag. Wenngleich es nach den heutigen Erlebnissen wohl besser gewesen wäre, wenn ich einen gehabt hätte. Ein teilweise vergeudeter Tag durch Fremdbestimmung.

Aber es gab auch etwas Gutes durch diese fremdbestimmte Arbeitsniederlage...: Ich hatte Zeit, mich mit zwei Menschen aus dem Arbeitsumfeld auf ein persönliches Gespräch einzulassen. Dabei habe ich wieder eine Menge über persönliche Sicht- und Handlungsweisen anderer und spezielle Dinge über diese Menschen selbst kennenlernen können.

...und im Spiegel der anderen Meinungen etwas über mich selbst.

So gesehen, also doch ein erfreulicher Tag.

Und als ich meine Frau davon telefonisch unterrichtete, daß ich heute schon so gegen 15:00 Uhr, statt erst um 20:00 Uhr, zu Hause sein werde, freute sie sich und meinte nur, daß ich ja dann mit ihr gemeinsam eine Stunde lang an der Alster entlang laufen (joggen) könne.

Das taten wir auch. Wieder etwas Positives, mit dem der Tag bereichert und der Körper erfreut wurde.

grin

Herzliche Grüße aus Hamburg
Norbert
Von: Zamyat M. Klein am 22.05.2009
Hallo Gitte grin,

was sind denn Follower-Bullies ??

Also, mich hat ein bisschen geärgert, dass es jetzt zwei Tage regnerisch und bewölkt war, würde mich tierisch ärgern, wenn es meine letzten beiden Tag hier so bliebe.

Mich ärgern (zu Hause) diese absolut doofen Werbeanrufe, wo ich schon beim ersten Satz weiß, dass mir wieder jemand was verkaufen will: "Wie schön, dass ich sie erreiche. Spreche ich mit Frau Sa-mi-ja-t...?" grrrrrr, ich hatte mich gerade laut und deutlich mit meinem Namen gemeldet und sie haben ihn ja wohl auch vorliegen- wieso sind die da zu doof, den zu verstehen?

Noch schöner finde ich, wenn einer einfach fragt: "Kann ich den Herrn Klein sprechen?" An die Decke flieg...

Mich ärgert hier ein doofer Restaurant-Besitzer, der Gerüchte in die Wege streut, ich würde seine Gäste in ein anderes Lokal weglocken- nur weil ich wohl mal in einem Gespräch erwähnt habe, wohin ich gerne mittags essen gehe... Kundenvergraulung!!

Aber lieber freu ich mich über ganz viele schöne Dinge - so gehe ich jetzt lecker essen und treffe Leute, die bei mir in der Nähe (in der Heimat) wohnen- hier lernt man ständig völlig unkompliziert nette neue Leute kennen- als Singlereisende sehr nett.

tschöö
Zamyat
Von: Ursula Kruck-Hantschel am 24.05.2009
Hallo,

hmm - gerne möchte ich mal den Blickwinkel ändern wink

Statt meinen Tag mit "mich ärgern - besser gesagt: mir ärgerlich Gedanken zu machen zu verbringen, richte ich mein Augenmerk auf meine Ziele und Visonen und lasse es mir gut gehen grin

Eine schöne Zeit wünsche ich
Ursula Kruck-Hantschel
Von: Norbert Jothann am 24.05.2009
Moin!

Ja, ist schon klar: Man sollte sich die Formulierung "ich ärgere mich" wirklich bewußt machen. Heißt es doch im Klartext, daß ich mich durch meine innere Haltung und gedankliche Ausrichtung selber ärgere. Wobei dann die Frage aufkommt: "Warum sollte ich mich selber ärgern?"

Klar, eine gedankliche und emotionale Einstellung und Ausrichtung (Blickrichtung) dieser Art ist besser, aber man ist auch immer das, was man nicht ist oder nicht sein will. Wer immer nur auf den Wellen ausgewogener Gedanken und Harmonien tanzend durch sein gedanklich (und hoffentlich durch aktives Handeln) selbstbestimmtes Leben schwebt, wird oftmals um so kälter von disharmonischen Einflüssen von außen und aus sich selbst heraus erwischt.

Ärger hat auch konstruktive Elemente. Wer sich ärgert, macht oder wird sich bewußt, dass es Bereiche und Einflüsse in seinem Leben gibt, die verbessert oder geändert werden sollten. Wer sich diesen Erkenntnisweg durch "Die Welt ist schön"-Gedanken einseitig verschließt, entrückt von dieser profanen Welt der sich täglich ergebenen Realitäten.

Wobei man auch hier wieder sagen könnte, daß die so genannten (wahrgenommenen) Realitäten auch wieder (nur) Definitionen der eigenen Wahrnehmungsweisen sind...
Von: Heike Eberle am 25.05.2009
Hallöschen Gitte und alle Mitleser,

diese "Ich-ärgere-mich-Liste" erinnnert mich erstmal an das Spiel "Mensch ärgere Dich nicht". Angeregt durch die Liste führe ich mal fort, auch unter im Blog: selbst-und-staendig.de/Mich ärgert ... nicht ...

1. Mich ärgert, wenn man auf Informationen hockt und sie nicht rechtzeitig weitergibt.

2. Mich ärgert ein muffliger Morgengruß.

3. Mich ärgert ein Werbeanruf mit folgenden Worte: Herrn Eberle bitte.

4. Mich ärgert, wenn ich verletzt bin und meinem Sport nicht nachgehen kann.

5. Mich ärgert das Versagen der Ärzte, ein einwandfreie Diagnose zu stellen.

6. Mich ärgert es, wenn mich technische Geräte (EDV, Drucker) im Stich lassen.

7. Mich ärgert es, wenn mir jemand Terminzusagen gibt und sie partout nicht einhält.

8. Mich ärgert es, wenn jemand total wortkarg ist.

9. Mich ärgert es nicht, wenn es mal zwischendurch regnet.

Was ärgert uns nicht?

Liebe Grüße
Heike
Von: Gitte Härter am 25.05.2009
Hallo zusammen,

ja freilich geht's nicht darum, sich dauernd zu ärgern. Ich so manches Mal wünschte ich mir, mein Blut geriete nicht in solche Wallungen wink Aber dem ist nunmal auch so. Und bei aller Freude und Begeisterung und Dinge, die an einem abprallen, gibt's eben auch die andere Seite. Bei manchen mehr, bei manchen weniger - und das, was den einen kalt lässt oder er darüber lachen kann, macht den anderen wahnsinnig.

Ich denke auch, wie Norbert sagt, dass es auch gute Seiten hat, wenn man merkt: Da geht mir was auf den Zeiger. Man ändert vielleicht eher was. Man sagt vielleicht eher was (ich gebe beispielsweise Firmen, die mich ärgern, konstruktives Feedback - dann können sie was damit tun, wenn sie möchten. Das mache ich aber nur, wenn es mir wichtig genug ist, dass ich mich wirklich ärgere. Sonst ist es mir gleichgültig und damit auch nicht mehr so wichtig. Aber da tickt jeder anders.

Danke, Heike, für die Anregungen, sich auch mal bewusst zu werden, was einen nicht aufregt, obwohl es einen aufregen könnte. Da wird einem der Gelassenheitspegel bewusst, der dann prinzipiell auf andere Bereiche ausdehnbar ist grin

Viele Grüße
Gitte
Von: Frank am 25.05.2009
Hi Gitte und Ihr anderen Verärgerte,

mich ärgert G A R N I C H T S.

Sich ÄRGERN hieße, andere mich fernsteuern zu lassen (während der/die im Biergarten sitzt, ärgere ich mich noch über ihn/sie bzw. sein/ ihr Verhalten - was soll das bringen?!) - ich bestimme aber gerne selbst meinen Kurs.

Liebe Grüße und lasst Euch nicht unterkriegen.
Frank
Von: Marius Furche am 25.05.2009
@Frank:
Diese Einstellung wünsche ich mir auch.
Wenn ich sie auch nicht habe, hat mich der kleine Beitrag aber ermutigt.

Tröstlich finde ich zu lesen, dass nicht nur ich mich zuviel(?) ärger!

Am meisten über falsche Töne und über falsche Menschen.

Aber nicht fernsteuern lassen!!!!
LG von Marius.
Von: Horst Krumpholz am 25.05.2009
Hallo Frau Härter,

nu sagen sie schon was "richtige follover bullies" auf twitter sind damit ich mein Fremdsprachenkenntnisse erweitern kann - sonst muß ich mich ja ärgern.

Liebe Grüße aus Halle
von Horst
Von: Gitte Härter am 26.05.2009
Hihihi, Herr Krumpholz, das will auf keinen Fall, dass Sie sich darüber ärgern!

Ich habe völlig vergessen, diese Frage zu beantworten, die Zamyat da oben schon gestellt hatte - Entschuldigung!

Twitter ist ja dieser Microblogging-Dienst, bei dem man kurze Nachrichten veröffentlichen kann (Was ist eigentlich Twitter?) - und eben diese Nachrichten anderer abonnieren kann (ihnen "selbst followen") und andere die eigenen Nachrichten abonnieren ("Follower sein"). Das für sich klingt schon etwas seltsam.

Noch viel seltsamer ist aber der Kindergarten, der sich teilweise mit dieser "Followerei" auftut. So gibt es Leute, die ganz dringend so viele Leser haben möchten wie es geht - und das machen sie dann um jeden Preis.

Die "Follower Bullies" von denen ich sprach, nannte ich so, weil ich mich bedrängt fühlte (da hatte ich sozusagen einen ... Achtung: Anglizismus Overkill wink und haben den "Followern" gleich noch den englischen "bully" angestellt. Sprich: Man wird regelrecht drangsaliert. Leute folgen einem, melden sich nach einigen Tagen ab, folgen wieder neu, melden sich ab ... Also zum einen, um die Aufmerksamkeit des so Bedrängten zu erhalten und doch noch ein "follow" zu erzwingen oder aber um prominent immer zuoberst in der Followerliste gelistet zu sein.

Wenn Sie also Twitter nutzen würden und bei mir schauen "Ach, wer folgt denn der Gitte Härter so?, dann sehen Sie sich die oben Platzierten am ehesten an").

Das war die unspektakuläre Erklärung, die so ziemlich das Unwichtigste ist, was es gibt (und über sowas ärgere ich mich auch noch!).

Aber das ist nicht schlimm: Denn zum Glück kann man die Leute auch "blocken".

Hihi, das war sehr amüsant zu schreiben.

Einen schönen Tach
Gitte
Von: Zamyat M. Klein am 26.05.2009
Siehste, und so habe ich wieder was gelernt- dass man oben auf der Liste ist, wenn man immer wieder neu followed.
Watt et all jibt- würde der Kölner jetzt sagen.

Bislang ignoriere ich die follower einfach, denen ich nicht folgen möchte, weil sie entweder nur englisch schreiben oder nur Werbung machen oder aus einem Bereich kommen, der mich null interessiert.

Twitterige Grüße
Zamyat
Von: Zamyat M. Klein am 26.05.2009
Zum Ärgern war heute noch ein süßer Hinweis bei Twitter
"Voll wütend. Ganzer Tag im Eimer?"

 

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