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7. „... nur mal kurz!“

Gitte Härter • 07.12.2010 • email Weiterempfehlen

zum Beispiel:
“Ich wollte mich nur mal (bei Dir/Ihnen) melden.”
“Ich wollte nur mal kurz Hallo sagen.”

Silke hat das „nur mal kurz“ vorgeschlagen und schreibt dazu: „Solche Anfänge lese bzw. höre ich ab und an. Darauf folgt oft ein Rattenschwanz an Informationen oder umständliches “Drum-herum-schreiben/reden-um-den-heißen-Brei” bis derjenige zum eigentlichen Punkt kommt.“

Und genau das ist der Knackpunkt an dieser Floskel: ein „nur mal kurz“ – auch in Varianten wie „Hast Du mal zwei Minuten?“, „Schenken Sie mir mal eine Sekunde?“ – ist dann gut, wenn Sie wirklich nur mal kurz etwas möchten. Denn dann signalisiert es dem anderen: Das dauert nicht lange.

Wir sind alle geneigt, etwas „mal eben“ zu machen und „nur mal kurz“ etwas anzuhören oder zu beantworten – und können mit so einer Information dann viel eher entscheiden, dass es okay ist, sich der Sache hier und jetzt zu widmen.

Umgekehrt, also wenn wir etwas von anderen möchten, ist es ebenfalls wichtig: Denn der andere erkennt gleich, dass das eine schnelle Angelegenheit ist.

Ist es aber dahingesagt oder vielleicht sogar ein Trick, dann geht das natürlich gehörig nach hinten los. Der andere scharrt mit den Hufen, bis man endlich zum Punkt kommt, er ärgert sich und wir haben ihn möglicherweise komplett aus einer Sache herausgerissen. Alleine das kann dazu führen, dass wir einen Korb kassieren oder eine halbgare Information erhalten.

Es ist also sehr viel besser, wenn Sie Zeitangaben überhaupt machen möchten, diese präzise zu machen, um so allen Beteiligten das Zeitmanagement zu erleichtern. Sie demonstrieren damit aber auch Höflichkeit, die Rücksicht auf die Zeit (und Konzentration des anderen) und untermauern Ihre Glaubwürdigkeit, wenn Sie beispielsweise sagen: „Mein Anliegen dauert vermutlich schon eine Viertelstunde oder sogar ein bisschen länger – wann passt es?“

... oder wenn Sie sich bei einer kurzen Sache tatsächlich vorher mal überlegen, wie Sie Ihr Anliegen kurz und knackig auf den Punkt bringen.

——

Das ist ein Beitrag aus dem Adventskalender der Floskeln.

 

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Anmerkungen & Kommentare

Von: Heike Eberle am 07.12.2010
Ja, genau!

Wollte nur mal kurz durchbimmeln und dann wird die Session 1 Stunde lang. Wie glaubwürdig?

Ich bin auch lieber ein Freund der klaren Absprachen. Kurz ist schon zu kurz und ein Telefonanruf nicht wert. Es sei denn es geht lediglich um Terminabsprachen, da ist ein kurzes Gespräch sinnvoll bevor man hin und her mailt.

Viele Grüße
Heike
Von: Volkert Brammer am 07.12.2010
Hallo Gitte,
"nur mal kurz" eine Rückmeldung: Ich lese gerne deinen Adventskalender! Mal mit "genauso isses", mal mit "Mist, ertappt. Mache ich auch" und dann wieder "geht ja gar nicht". Schön, dass hier gute Alternativen anbietest.

Mein Vorschlag für den Adventskalender: die beliebten Konjunktive wie "ich hätte gerne", "würden Sie bitte", "Könnte ich ... bitte". Viele Menschen nutzen diese Konstruktionen und verwässern oft ihr eigenes Anliegen. Schade drum!

Viele Grüße
Volkert
Von: Maria Sartori-Plebani am 08.12.2010
wie oft hören wir "Alles klar"? (oder sagen es?) aber: ist WIRKLICH alles verstanden worden?
(war das jetzt "kurz genug"? wink)
Maria
Von: Volkert Brammer am 08.12.2010
Auf die Schnelle: "Ich bin noch nicht soweit", "muss noch mal überlegen", "Weiß noch nicht so ganz", "melde mich dann mal wieder", "werde mich noch informieren". Mir erscheint die menschliche Kommunikation voller Floskeln, die nur ganz wenig oder einfach gar nichts aussagen. Um wieviel leichter sind da Gespräche mit klaren Ansagen, Fragen, Rückmeldungen.

So, nun mal eben an die Arbeit, kurz mal einen Kollegen anrufen, schnell mal Bankgeschäfte tätigen, Weihnachtspost zügig erledigen und zwischendurch mal eben Luft holen, um dann mal ...

Einen klirrenden Frosttag
Volkert
Von: Gitte Härter am 09.12.2010
Hallo zusammen,

vielen Dank für die Kommentare und neuen Vorschläge! Das ist wirklich mehr als genug Stoff grin

Einen schönen Nachmittag
Gitte

 

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